Intercell veröffentlicht positive Ergebnisse der Phase II?Studie des Impfstoffkandidaten gegen bestimmte hospitale Infektionen durch Pseudomonas aeruginosa

(PresseBox) (Wien (Österreich), ) .
- Primäre Endpunkte (Immunogenität und Sicherheit) erreicht
- Studie an 400 Patienten ergibt signifikant niedrigere Sterblichkeitsrate gegenüber der Alum?Placebogruppe
- Machbarkeit einer Wirksamkeitsstudie mit einem Impfstoff gegen Pseudomonas aeruginosa bei künstlich beatmeten Intensiv?Patienten nachgewiesen
- Intercell prüft sorgfältig weitere Entwicklungsschritte für den Impfstoffkandidaten

Die Intercell AG (VSE: ICLL) veröffentlichte heute die Ergebnisse einer klinischen Phase II?Studie mit dem Impfstoffkandidaten IC43 gegen hospitale Infektionen mit dem Bakterium Pseudomonas aeruginosa. Der Erreger Pseudomonas aeruginosa zählt nicht nur zu den häufigsten Verursachern von Krankenhausinfektionen, sondern lässt zudem eine steigende Antibiotika?Resistenz erkennen, sodass dringender medizinischer Bedarf an einem derartigen Impfstoff besteht.

An der randomisierten, placebokontrollierten klinischen Phase II?Studie (33 Prüfzentren in 8 Ländern) nahmen rund 400 künstlich beatmete Intensiv?Patienten teil. Diese wurden in vier verschiedene Behandlungsgruppen unterteilt, denen an den Tagen 0 und 7 entweder zwei unterschiedliche Dosierungen (100 bzw. 200 mcg) von Alum?adjuvantiertem Impfstoff oder 100 mcg von nicht?adjuvantiertem Impfstoff oder Alum als Placebokontrolle injiziert wurde. Künstlich beatmete Patienten gelten als besonders anfällig für schwere und lebensbedrohende Formen von Pseudomonas aeruginosa?Infektionen, wie z.B. beatmungsassoziierte Pneumonie (VAP - Ventilator?Associated Pneumonia), Sepsis oder Infektionen des Weichgewebes.

Der primäre Endpunkt der Studie wurde erreicht: Alle Impfgruppen zeigten gute Serokonversionsraten (65 ? 81 %) mit mittleren IgG?Antikörper Titern von 995?2117 ELISA Einheiten/ml. Bei den einzelnen Behandlungsgruppen konnten keine signifikanten Unterschiede in Hinblick auf behandlungsspezifische unerwünschte Ereignisse festgestellt werden. Darüber hinaus scheinen die lokale sowie die systemische Verträglichkeit gut zu sein ? soweit dies in dieser spezifischen Studienpopulation bewertet werden konnte. Anzahl und Art der berichteten medikamenteninduzierten Nebenwirkungen haben keinerlei sicherheitsrelevante Bedeutung und wurden zuvor bereits durch ein Sicherheitskomitee (DSMB - Data Safety Monitoring Board) auf Grundlage vorläufiger Daten bestätigt.

Sekundäre Endpunkte zur Immunogenität wurden ebenfalls erreicht und beinhalteten einerseits die IgG?Immunantwort, die innerhalb eines Zeitraums von 90 Tagen sieben Mal bewertet wurde, und andererseits Messungen zur funktionellen Antikörperaktivität mittels Opsonophagocytosis Assay sowie der Antikörperavidität.

Insgesamt konnte nach der zweiten Injektion in allen Gruppen eine robuste Immunantwort festgestellt werden. Dabei wurde eine Dosisabhängigkeit beobachtet, während Alum als Adjuvant zu keiner eindeutigen Steigerung der Immunogenität führte. Die Antikörperavidität war in allen Impfgruppen ähnlich. Die Funktionalität der impfinduzierten Antikörper wurde mittels eines Opsonisierungsassays, der eng mit den Impfstoff?induzierten IgG?Titern korrelierte, nachgewiesen. Die Induktion funktioneller Antikörper gilt als wichtigster Abwehrmechanismus gegen Pseudomonas aeruginosa?Infektionen. Die Immunreaktionen fielen bei den Intensiv?Patienten im Vergleich zu den Ergebnissen der vorausgehenden Phase IStudie mit gesunden Freiwilligen schwächer aus. Dies erscheint jedoch aufgrund des schlechteren Gesundheitszustands der in die Phase II?Studie aufgenommenen Patienten keineswegs überraschend.

Obgleich diese Studie nicht das Ziel hatte, die Wirksamkeit des Impfstoffs zu bewerten, wurden vom Clinical Endpoint Committee (CEC) bestätigte Infektionsraten und die Sterblichkeitsraten im Rahmen der Analyse der sekundären Endpunkte untersucht.

In allen mit dem Impfstoffkandidaten getesteten Gruppen konnte im Vergleich zur Kontrollgruppe eine geringere Sterblichkeitsrate beobachtet werden. Die Reduktion der Sterblichkeit war für die nicht?adjuvantierte Impfung statistisch signifikant (p = 0,0196; 21,7 % Sterblichkeit in der IC43?Gruppe ohne Adjuvans verglichen mit 40,0 % Sterblichkeit in der Placebo?Gruppe, jeweils am Tag 28).

Hinsichtlich der Pseudomonas aeruginosa?Infektionsraten waren keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen zu erkennen. Dies ist vermutlich auf die relativ geringe Anzahl der untersuchten Fälle dieser Phase II?Studie zurückzuführen. Zur Validierung und Verifizierung der Wirksamkeit in Hinblick auf Infektions? und Sterblichkeitsrate sind noch umfangreichere klinische Untersuchungen mit spezifischem Studiendesign erforderlich.

Als weiteres wesentliches Ziel wurde in der aktuellen Phase II?Studie geprüft, ob die Durchführung einer Pivotal?Studie zur Wirksamkeit in dieser komplizierten Zielpopulation machbar ist: Die Ergebnisse bestätigen die zuvor angenommene Anzahl an Pseudomonas aeruginosa?Infektionen. Die beobachtete Erkrankungsrate von 6 ? 14 % entspricht durchaus den Erwartungen, da nur Studienzentren mit geschätzten 10 ? 25 % an invasiven Infektionsraten für diese Studie ausgewählt worden waren. Die vorliegenden Ergebnisse bestätigen die Entwicklungsstrategie für den Intercell?Impfstoff gegen Pseudomonas aeruginosa und lassen den Schluss zu, dass eine pivotale Bewertung hinsichtlich der Wirksamkeit des Impfstoffs in künftigen Phase III?Studien möglich ist.

?Diese erfolgreiche klinische Studie stärkt die führende Position von Intercell auf dem Gebiet von Krankenhausinfektionen. Da Pseudomonas in der komplexen Patientengruppe, die in dieser Studie untersucht wurde, als eine Haupttodesursache gilt, ist es besonders erfreulich, hier eine Verringerung der Sterblichkeit bei den geimpften Patienten zu erkennen. Wir werden nun die entsprechenden Mechanismen evaluieren und weitere Entwicklungsmöglichkeiten für diesen Impfstoffkandidaten prüfen?, sagt Thomas Lingelbach, Chief Operating Officer der Intercell AG.

Novartis Vaccines and Diagnostics verfügt über spezifische Optionsrechte an diesem Impfstoffkandidaten und wird gemeinsam mit Intercell die Daten prüfen, um weitere Schritte festzulegen.

IC43 - Impfstoffkandidat gegen Pseudomonas aeruginosa

Der Impfstoffkandidat IC43 von Intercell ist ein rekombinanter Subunit?Impfstoff, der aus zwei Proteinen der Außenmembran von Pseudomonas aeruginosa (OprF and OprI) besteht.

Diese beiden Proteine haben sich in verschiedenen präklinischen und frühen klinischen Studien als krankheitsrelevante Zielstrukturen herausgestellt. IC43 ist Teil des Intercell?

Franchise für nosokomiale Infektionen, das außerdem einen Impfstoffkandidaten gegen S.

aureus beinhaltet, welcher in Partnerschaft mit Merck & Co., Inc. entwickelt wird und sich derzeit in Phase II/III befindet. Eine frühere klinische Phase I?Studie hat die Sicherheit des Impfstoffkandidaten gegen Pseudomonas aeruginosa bereits erfolgreich festgestellt.

Pseudomonas aeruginosa Pseudomonas aeruginosa ist eine der Hauptursachen für nosokomiale Infektionen, die sich Patienten im Zuge der Behandlung anderer Krankheiten zuziehen. Nosokomiale Infektionen durch Bakterien gehören zu den Hauptursachen von schweren Krankheiten, die häufig tödlich enden.

Von den 2 Millionen nosokomialen Infektionen, die allein in den USA jährlich auftreten, werden 10 % durch Pseudomonas aeruginosa verursacht. Das Bakterium ist die Hauptursache für durch künstliche Beatmung hervorgerufene Lungenentzündung, die zweithäufigste Ursache für im Krankenhaus zugezogene Lungenentzündung und die vierthäufigste Ursache für Infektionen nach chirurgischen Eingriffen.

Insbesondere bei Patienten auf der Intensivstation, bei Patienten mit schweren Verbrennungen, Krebs? und Transplantationspatienten, die immunsupprimiert sind, verursacht Pseudomonas aeruginosa schlimme und lebensbedrohliche Infektionen mit einer Mortalitätsrate von 50 %.

Infektionen durch Pseudomonas aeruginosa sind aufgrund der zunehmenden Antibiotikaresistenzen oft schwer zu behandeln, was für einen dringenden medizinischen Bedarf an weiteren Therapien oder vorbeugenden Maßnahmen spricht.

Aktuell gibt es keinen Impfstoff gegen Pseudomonas aeruginosa.

Diese Mitteilung enthält ausdrücklich oder implizit zukunftsgerichtete Aussagen in Bezug auf Intercell AG und sein Geschäft. Solche Aussagen bergen gewisse bekannte und unbekannte Risiken, Unsicherheiten und andere Unwägbarkeiten. Dies kann dazu führen, dass tatsächliche Ergebnisse, die finanzielle Lage, der Ertrag oder die Leistung von Intercell AG sich materiell von zukünftigen Ergebnissen, Erträgen oder Leistungen unterscheiden, die durch derartige zukunftsgerichteten Aussagen ausgedrückt oder beinhaltet werden. Intercell AG erstellt diese Mitteilung auf der Basis des aktuellen Datums. Hierin enthaltene zukunftsgerichtete Aussagen werden nicht aufgrund neuer Informationen, zukünftiger Ereignisse o. ä. aktualisiert.

Intercell AG

Die Intercell AG ist ein innovatives Biotech‐Unternehmen, das sich auf die Entwicklung von modernen prophylaktischen und therapeutischen Impfstoffen gegen Infektionskrankheiten spezialisiert hat, an denen hoher medizinischer Bedarf besteht. Der Impfstoff zur Vorbeugung von Japanischer Enzephalitis ist das erste Produkt des Unternehmens am Markt.

Die Technologieplattform der Intercell umfasst das Antigen‐Identifikations‐Programm (AIP®) und das anti‐infektive monoklonale Antikörper‐Identifizierungs‐System, die Entwicklung von Adjuvantien und ein neues, nadelfreies Verabreichungssystem (Impfpflaster, Vaccine Enhancement Patch). Diese Technologien werden auch in strategischen Partnerschaften mit bedeutenden globalen Pharmaunternehmen wie GSK, Novartis, Merck & Co., Inc., sanofiaventis und Pfizer (vormals Wyeth) eingesetzt.

Das breite Produktportfolio der Intercell AG umfasst einen Impfstoff gegen Reisedurchfall (Phase III), einen Pseudomonas‐Impfstoff (Phase II), ein immunstimulierendes Impfpflaster gegen pandemische Grippe in Kombination mit einem injizierten Impfstoff (Phase II), einen mit Merck & Co., Inc. entwickelten Impfstoff gegen S. aureus (Phase II/III) sowie einen Impfstoffkandidaten gegen Pneumokokken (Phase I). Weitere Produktkandidaten mit Schwerpunkt auf Infektionskrankheiten sind im präklinischen Entwicklungsstadium.

Intercell notiert an der Wiener Börse unter dem Symbol "ICLL" (US Level 1 ADR Symbol ʺINRLYʺ).

Weitere Information finden Sie unter www.intercell.com

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