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IWH-Industrieumfrage im Juli 2012: Konsumgüterhersteller trotzen der konjunkturellen Eintrübung

(PresseBox) (Halle (Saale), ) Die Stimmung in der ostdeutschen Industrie hat sich stark eingetrübt. Das zeigen die Ergebnisse der IWH-Industrieumfrage vom Juli unter rund 300 Unter­nehmen. Die aktuelle Geschäftslage wird sechs Saldenpunkte schlechter ein­ge­schätzt als im Mai. Der Saldo der Geschäftsaussichten ist zum zweiten Mal in Folge gefallen. Seit der Vorperiode ist er um 14 Punkte abgestürzt (vgl. Ta­belle). Knapp ein Viertel der befragten Unternehmen bewertet die Aus­sich­ten für die nächsten sechs Monate nunmehr als "eher schlecht" oder "schlecht". Im Mai betrug dieser Anteil 16%.


Die andauernde europäische Schulden- und Vertrauenskrise drückt die Stimmung. Vor allem große Unternehmen mit 250 und mehr Beschäftigten signalisieren eine deutliche Abkühlung des Geschäftsklimas. Die fachlichen Hauptgruppen geben kein einheitliches Urteil ab. Die Hersteller von Konsumgütern behalten das hohe Niveau ihrer Geschäftsaktivitäten bei. Hersteller von Investitionsgütern beurteilen die Lage ge­nauso wie in der vorherigen Umfrage, sind aber bei den Aussichten erheblich skep­tischer geworden. Vorleistungsgüterproduzenten hatten bereits im Mai ihre Er­wartungen zurückgenommen. Nunmehr hat sich ihre aktuelle Lage, aber auch die Aus­sicht bedeutend verschlechtert.

Auch unter Ausschluss saisonaler Effekte zeigt sich die konjunkturelle Eintrübung im Ver­arbeitenden Gewerbe Ostdeutschlands (vgl. Abbildung). Sowohl die Lage­bewer­tung als auch die Erwartungen sind abwärts gerichtet. Der saisonbereinigte Saldo der aktuellen Geschäftslage liegt jedoch nach wie vor deutlich über dem lang­jäh­ri­gen Durchschnitt. Der Saldo der Erwartungswerte befindet sich nunmehr nur knapp darüber.

Im Vorleistungsgütergewerbe ist der Abwärtstrend am stärksten ausgeprägt, und das Geschäftsklima bewegt sich in etwa auf einer Höhe wie im Herbst 2008. Nur baunahe Branchen wie Steine und Erden, Zement-, Glas- und Keramikhersteller sind mit ihrer Lage zufriedener als im Mai, bei gedämpften Erwartungen.

Für die Hersteller von Investitionsgütern erweist sich die Lage in saisonbereinigter Betrachtung im Vergleich zum Mai als besser. Die Erwartungen an die Geschäfts­entwicklung sind aber kräftig gesunken und dabei unter das langjährige Mittel ge­fallen. Die Unternehmen sind skeptisch - trotz einer gegenüber der vorange­gan­ge­nen Umfrage im Saldo um vier Punkte besseren Auftragslage.

Die positiven konjunkturellen Botschaften kommen auch am Ende des zweiten Quartals aus dem Konsumgütergewerbe. Die Geschäftslage ist hier seit Mai auf hohem Niveau stabil. Die Aussichten haben sich seitdem zwar leicht eingetrübt, liegen aber immer noch deutlich über dem Niveau der anderen Hauptgruppen. Vor allem die Hersteller von Nahrungsmitteln und Getränken sind mit ihrer aktuellen Situation sehr zufrieden und erwarten noch bessere Geschäfte in den nächsten sechs Monaten.

Über Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH)

Das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) erforscht die transformationsbedingten ökonomischen Besonderheiten in Ostdeutschland und Mittelosteuropa, die es zu überwinden bzw. zu gestalten gilt, sowie den fortdauernden Prozess der ökonomischen Integration in Europa. In drei Forschungsabteilungen (Makroökonomik, Strukturökonomik und Stadtökonomik) erarbeitet das IWH darüber hinaus wissenschaftlich fundierte Beiträge zur aktuellen Wirtschaftspolitik. So ist das IWH beispielsweise Mitglied der Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose, die halbjährlich Gutachten zur Lage der Wirtschaft in der Welt und in Deutschland für die Bundesregierung erstellt, und Partner eines europäischen Forschungskonsortiums zur Untersuchung der ökonomischen Aufholprozesse in Mittel- und Osteuropa (7. Forschungsrahmenprogramm der EU).

Das IWH ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Zur Leibniz-Gemeinschaft gehören zurzeit 86 Forschungsinstitute und wissenschaftliche Infrastruktureinrichtungen für die Forschung sowie drei assoziierte Mitglieder. Die Ausrichtung der Leibniz-Institute reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Sozial- und Raumwissenschaften bis hin zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute arbeiten strategisch und themenorientiert an Fragestellungen von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung. Bund und Länder fördern die Institute der Leibniz-Gemeinschaft daher gemeinsam. Weitere Informationen unter http://www.leibniz-gemeinschaft.de.

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