CeBIT 2009: Verkehrsinformationen der Zukunft

(PresseBox) (München/Hannover, ) Seit Jahrzehnten tragen die Radioprogramme der ARD mit aktuellen und zuverlässigen Verkehrsmeldungen zur Sicherheit auf den Straßen in Deutschland bei. Vom 3. bis 8. März 2009 präsentiert der NDR federführend für die ARD-Landesrundfunkanstalten den Verkehrsservice im Radio in Halle 6 auf der CeBIT in Hannover. Premiere hat in diesem Jahr eine neue Technik für universelle Reise- und Verkehrsinformationen. Unter dem Motto "Verkehrsinformationen der Zukunft" vermitteln die Radioprogramme der ARD und das Münchner Institut für Rundfunktechnik (IRT) einen ersten Einblick, wie sich künftig sicherheitsrelevante Verkehrshinweise mit Mobilitätsinformationen für Parkräume und Fahrpläne intelligent kombinieren lassen. In einem geografischen Kartendienst werden nahtlos nebeneinander die Verkehrslage, die Belegung innerstädtischer Parkhäuser sowie die Fahrpläne ausgewählter Transportsysteme dargestellt. Der Dienst kombiniert aktuelle Informationen der ARD, des ADAC, der Straßenverkehrsämter Frankfurt und Köln sowie Daten von AirITSystems zum Flughafen Hannover-Langenhagen. Die TPEG-Daten werden mit Softwaresystemen des IRT gebündelt, übertragen und dargestellt.

Seit Jahren tragen die codierten Verkehrsinformationen der Radioprogramme der ARD maßgeblich zum Markterfolg von Navigationsgeräten bei. Seit 1997 werden sogenannte Stauumfahrungsinformationen im Traffic Message Channel (TMC) bei RDS-UKW in Deutschland gesendet. Inzwischen erreicht TMC aber die Grenze seiner Leistungsfähigkeit. Neue Methoden der Verkehrsdatengewinnung erlauben inzwischen eine immer präzisere Abbildung des Verkehrsaufkommens - auch im innerstädtischen Bereich.

Darüber hinaus können neu hinzugekommene Datenquellen helfen, die Verkehrsräume stärker zu entlasten. Beispielsweise mit Belegungsdaten von Parkhäusern und aktuellen Fahrplänen von Transportmitteln des Nah- und Fernverkehrs, die über die Radioprogramme in codierter Form angeboten werden. Möglich macht das die universelle Verkehrsinformationstechnik: TPEG.

Die Abkürzung TPEG lehnt sich an den bekannten Begriffen der Medientechnik JPEG und MPEG an und steht für das Format der Transport Protocol Experts Group. Das neue Verfahren transportiert Verkehrs- und Reiseinformationen als Datenspur in einem digitalen Übertragungssystem. Dafür eignen sich Rundfunksysteme, wie z. B. Digital Radio (DAB), Digitalfernsehen (DVB) oder auch das mobile Internet. Im Vergleich zum Vorgänger TMC informiert TPEG das Navigationsgerät noch detaillierter. TPEG ist nicht auf sogenannte Location Codes beschränkt, das sind Verortungspunkte, wie sie bei TMC verwendet werden. TPEG lokalisiert mit Hilfe von Geokoordinaten nahezu jeden Punkt auf einer digitalen Karte präzise und eindeutig. Das hilft dem Navigationsgerät u. a. bei innerstädtischen Ereignissen. Für die Berechnung der günstigsten Fahrtroute können damit beispielsweise Baustellen im Stadtzentrum berücksichtigt werden. TPEG überträgt aber nicht nur Informationen zu den Straßen. Auch Daten zu Parkhäusern, dem Bus-, Schienen- und Flugverkehr sowie Wetterinformationen können in TPEG gesendet werden. Auf der CeBIT zeigen ARD und IRT, welche Anwendungen mit TPEG möglich sind. Die Besucher erhalten dabei einen umfassenden Eindruck, wie TPEG funktioniert. Alle Mobilitätsinformationen werden in einem internetbasierten geografischen Kartendienst dargestellt. Die Bedienungsoberfläche wurde der eines Navigationsgerätes nachempfunden.

Das Institut für Rundfunktechnik fördert die TPEG-Technik auf nationaler und internationaler Ebene und unterstützt den Rundfunk bei der redaktionellen Umsetzung. Mit eigenen Softwaretools für TPEG ist das IRT in der Lage, die komplette Übertragungskette - bestehend aus Encoder, Einspeisesystemen und Decoder - standardkonform abzubilden.

TPEG begann als Initiative der European Broadcasting Union (EBU), wird inzwischen aber von zahlreichen internationalen Partnern der Empfänger- und Automobilindustrie in der gemeinsamen Organisation TISA (Traveler Information Services Association) unterstützt. Große Chancen für einen Markteintritt werden TPEG mit dem Neustart von Digital Radio in Deutschland eingeräumt.

Institut für Rundfunktechnik GmbH

Das IRT mit Sitz in München unterstützt mit seinem Leistungsspektrum den Rundfunk auf nationaler und internationaler Ebene. Seine Gesellschafter sind die Rundfunkanstalten ARD, ZDF, DRadio, ORF und SRG/SSR. Daneben arbeitet das IRT mit einer Vielzahl an Kunden aus den Bereichen Rundfunk, Medien, Kommunikations- sowie Informationstechnik zusammen und kooperiert mit verschiedenen Forschungseinrichtungen und Hochschulen. Seit seiner Gründung im Jahr 1956 fördert das IRT den Erhalt des Rundfunks und begleitet die Anpassung des Rundfunkgedankens an neue Marktumfelder und Bedürfnisse.

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