BMWi veröffentlicht Studie zur Interoperabilität bei der Rundfunkübertragung

(PresseBox) (Berlin/München/Saarbrücken, ) Das Ziel umfassender Interoperabilität im Bereich der Rundfunkübertragung ist insbesondere im Zusammenhang mit der Verschlüsselung von Programmen in Deutschland noch nicht ausreichend verwirklicht. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die das Münchner Institut für Rundfunktechnik (IRT) und das Institut für Europäisches Medienrecht (EMR), Saarbrücken/Brüssel, im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) durchgeführt haben. Im Rahmen des Gutachtens werden bestehende technische, marktbezogene und regulatorische Defizite beim Zusammenwirken verschiedener Dienste, Netze und Endgeräte auf dem Gebiet der Übertragung von Rundfunksignalen untersucht. Gleichzeitig werden Optionen für eine Fortentwicklung der Interoperabilitätspflichten vorgestellt, die eine zukunftsoffene, am Ziel der Technologieneutralität orientierte Regulierung ermöglichen sollen. Die Studie mit dem Titel "Sicherung der Interoperabilität als Ziel der Regulierung der Rundfunkübertragung" wurde nun vom BMWi veröffentlicht und kann auf der Internetseite des Ministeriums kostenlos heruntergeladen werden.

Vor allem für eine erfolgreiche Entwicklung des digitalen Fernsehens und der zugehörigen Dienste in Deutschland ist das reibungslose Zusammenspiel der verfügbaren Angebote, Netze und Endgeräte von entscheidender Bedeutung. Dies spielt eine wichtige Rolle für den Wettbewerb in den betroffenen Marktsegmenten und für ein verbrauchernahes Angebot. Für das frei empfangbare digitale Fernsehen wurde europaweit mit dem Standard Digital Video Broadcasting (DVB) technische Interoperabilität bereits weitgehend erreicht.

Im Pay-TV-Markt dagegen haben sich die Hoffnungen, auch für Zugangsberechtigungssysteme gemeinsame Regelungen zu schaffen, mit denen ein Zusammenwirken der Komponenten und Angebote ermöglicht wird, bisher noch nicht erfüllt. Aber auch bei den Schnittstellen für interaktive Anwendungen, den sogenannten Application Programming Interfaces (API), bleibt der Markt stark fragmentiert und von individuellen Entscheidungen der Plattformanbieter dominiert.

Im Rahmen der jetzt von IRT und EMR vorgelegten Studie werden Möglichkeiten und Grenzen künftiger Interoperabilitätspflichten bei der Rundfunkübertragung gemäß dem Telekommunikationsgesetz untersucht. Dazu wird zunächst eine umfangreiche Bestandsaufnahme der aktuellen Situation auf dem Markt der Fernsehsignalübertragung in Deutschland durchgeführt. Die Autoren betrachten technische Aspekte, wie Standards, Komponenten und Verschlüsselungssysteme, sowie bestehende Regulierungsansätze zur Interoperabilität im gegenwärtigen Telekommunikations- und Medienrecht. Daran schließt sich eine Analyse der Entwicklungsperspektiven sowohl des Marktes als auch des regulatorischen Umfeldes an. Schließlich werden mögliche neue Regulierungsansätze vorgestellt, wobei neben der nationalen Perspektive auch Gestaltungsmöglichkeiten auf europäischer Ebene betrachtet werden. Die Studie diskutiert insbesondere den Regelungsbedarf hinsichtlich des anzuwendenden Verschlüsselungssystems, der Anwendungs-Programmierschnittstellen (APIs) sowie der Anwendung des sogenannten "Common Scrambling"-Algorithmus (CSA) bei IPTV.

Die Studie "Sicherung der Interoperabilität als Ziel der Regulierung der Rundfunkübertragung" steht unter folgender Internetadresse auf der Website des BMWi zum kostenlosen Download als PDF (für einen zweiseitigen Ausdruck) zur Verfügung:
http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Technologie-und-Innovation/Telekommunikation-und- Post/telekommunikationspolitik,did=303108.html

Institut für Europäisches Medienrecht (EMR) e. V.

Das Institut für Europäisches Medienrecht (EMR) e. V. mit Sitz in Saarbrücken wurde im Jahre 1990 als unabhängige und neutrale Forschungs- und Beratungseinrichtung gegründet. Zu den Tätigkeitsfeldern des Instituts gehört die Beobachtung, Dokumentation und Analyse medien- und telekommunikationsrechtlicher Entwicklungen im Rahmen von wissenschaftlichen Stellungnahmen und Fachpublikationen. Das EMR verfügt über langjährige Erfahrung in der Begleitung deutscher und europäischer Rechtsetzungsvorhaben im Medienbereich. Bei seiner gutachterlichen Tätigkeit arbeitet das Institut mit einer Reihe externer Experten aus ganz Europa zusammen, die im Rahmen des EMR Media Network organisiert sind. Der Forschungsbeirat des Instituts, dem zahlreiche namhafte Medienrechtsexperten aus Deutschland und dem europäischen Ausland angehören, steht begleitend zur Seite.

Institut für Rundfunktechnik GmbH

Das IRT mit Sitz in München unterstützt mit seinem Leistungsspektrum den Rundfunk auf nationaler und internationaler Ebene. Seine Gesellschafter sind die Rundfunkanstalten ARD, ZDF, DRadio, ORF und SRG/SSR. Daneben arbeitet das IRT mit einer Vielzahl an Kunden aus den Bereichen Rundfunk, Medien, Kommunikations- sowie Informationstechnik zusammen und kooperiert mit verschiedenen Forschungseinrichtungen und Hochschulen. Seit seiner Gründung im Jahr 1956 fördert das IRT den Erhalt des Rundfunks und begleitet die Anpassung des Rundfunkgedankens an neue Marktumfelder und Bedürfnisse.

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