Technik-Seminar der Schotterindustrie Baden-Württemberg

Güteschutzmitglieder gehen mit Qualitätsinitiative voran

(PresseBox) (Ostfildern/Scharnhauser Park, ) In Erkenbrechtsweiler auf der Schwäbischen Alb fand diesmal das 8. Technik-Seminar der Schotterindustrie in Baden-Württemberg statt. In Kooperation mit dem Unternehmen SVA Schottervertrieb Vordere Alb GmbH & Co. KG, Owen, organisierten der Güteschutz Naturstein Baden-Württemberg und die Fachgruppe Naturstein im ISTE diese Informationsveranstaltung für ausschreibende Stellen. Der Geschäftsführer der Fachgruppe Naturstein und des Güteschutzes, Rechtsanwalt Heinz Sprenger, konnte rund 60 Teilnehmer aus Ingenieurbüros, Verwaltung, Baufirmen und Betrieben der Steine- und Erdenindustrie begrüßen. Diese wurden über die aktuellen Entwicklungen im Bereich der technischen Regelwerke und Vertragsbedingungen für Baustoffgemische informiert. Erstmals wurde in diesem Rahmen auch über den mittlerweile wichtigen Produktbereich "Gesteinskörnungen für Beton" referiert.

Im ersten der zwei Vortragsblöcke informierte Dipl.-Geol. Heidrun Haag (Institut Dr. Haag GmbH, Kornwestheim) über die Besonderheiten von Schichten ohne Bindemittel im Straßenbau. Sie ging dabei besonders auf die erforderliche Sorgfalt beim Einbau der Korngemische ein. Durch nicht sachgerechte Behandlung der Korngemische auf der Baustelle entstehen leider immer wieder vermeidbare Fehler. Dabei hob sie den hohen technischen Standard in den Wer-ken des Güteschutzes Naturstein hervor. Durch die über das Regelwerk hinausgehende freiwil-lige Zusatzprüfung des Parameters "Sandäquivalent" im Rahmen der werkseigenen Produkti-onskontrolle und der Fremdüberwachung sind die Wasserdurchlässigkeit und Stabilität von Schichten ohne Bindemittel aus Kalkgestein in Baden-Württemberg auch in Zukunft gewährleis-tet. Die Güteschutzmitglieder wollen sich mit dieser Qualitätsinitiative bewusst von anderen Herstellern und Baustoffen positiv absetzen. Diesen Standpunkt bekräftigte der Vorsitzende des Güteschutzes Naturstein, Wolfgang Moeck, in der anschließenden Diskussion nochmals deut-lich.

Im zweiten Vortragsblock ging der Referent der Fachgruppe Naturstein im ISTE, Dipl.-Ing. Kai Fischer, auf die gebrochenen Gesteinskörnungen im Beton ein. Schon die Römer bauten vor rd. 2.000 Jahren mit örtlich anstehenden Felsgesteinen. Dieser "Opus Caementitium" genannte Be-ton erreichte schon damals Druckfestigkeiten bis zu 35 N/mm2. Auch das derzeit höchste Gebäude der Welt, der "Burj Dubai" in den Vereinigten Arabischen Emiraten ist vollständig mit Splittbeton aus gebrochenem Gabbro erstellt. In Deutschland konnten gebrochene Gesteins-körnungen für Beton in den vergangenen rund 15 Jahren einen regelrechten Siegeszug ver-zeichnen. Durch neue und verbesserte Aufbereitungsmethoden sind heute gebrochene Ge-steinskörnungen herstellbar, die die normativen und verarbeitungstechnischen Erfordernisse bei der Betonherstellung vereinen. Mit besonders gut aufbereiteten und dosierten Brechsanden kann unter Umständen Natursand teilweise oder vollständig im Beton ersetzt werden, ohne dass dadurch die Pumpfähigkeit eingeschränkt wird. Abschließend ging Fischer auf die Sonder-regelungen für Baden-Württemberg und Bayern bei den Anforderungen an die Frost-Tausalz-Beständigkeit von groben Gesteinskörnungen für Ingenieurbauwerke nach ZTV-ING ein. Dem-nach können in den genannten Bundesländern langjährig bewährte Gesteinskörnungen für Beton der Expositionsklasse XF2 weiterhin eingesetzt werden, wenn die Absplitterung im Frost-Tausalz-Versuch unter 25 M.-% bleibt. Diese Sonderregelungen sind in entsprechenden Ver-waltungsvorschriften der Länder dokumentiert.

Zur Absicherung der Erfahrungen wurde zusätzlich ein umfangreiches begleitendes Prüfprog-ramm im Labor und unter Praxisbedingungen bei der MPA in Stuttgart beauftragt. Die vorlie-genden Laborergebnisse zeigen, dass die Verwendung von bewährten und geeigneten Ge-steinskörnungen im Ingenieurbetonbau weiterhin schadensfrei möglich ist.

Bei der anschließenden Besichtigung des Schotterwerkes der Firma Jakob Bauer Söhne GmbH & Co. KG ging Klaus Huppert auf die Besonderheiten der Abbaustätte und der Aufbereitungsan-lage ein. Besonders erwähnenswert ist die praktisch wartungsfreie, automatisch gesteuerte Schmierstoffverteilung, die alle bewegten Teile des Aufbereitungsprozesses in Abhängigkeit von der tatsächlichen Belastung selbstständig mit der optimalen Schmiermittelmenge versorgt. Dies sorgt im Ergebnis für kürzere Wartungs- und Stillstandszeiten im Produktionsprozess und damit zu geringeren Kosten. Die Praktiker aus den Mitgliedsunternehmen zeigten für diese technische Raffinesse besonderes Interesse.

Aufgrund des positiven Zuspruchs wird es auch 2009 weitere Technik-Seminare der Schotterin-dustrie für ausschreibende Stellen in Baden-Württemberg geben.

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