Erstes Hochbauprojekt mit Recycling-Beton in Baden-Württemberg

(PresseBox) (Stuttgart, ) Mit großem Medieninteresse wurde am 18. Oktober 2010 wurde in Stuttgart Ostheim beim ersten Hochbauprojekt mit ressourcenschonendem Beton ("RC Beton") Richtfest gefeiert. Ministerialdirigent Josef Kreuzberger vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr Baden-Württemberg sprach von einem wichtigen Modellprojekt für die Ressourcenschonung im Land.

Das Wohnungsbauprojekt des Bau- und Wohnungsverein Stuttgart (BWV) ist das erste seiner Art in Baden-Württemberg. Als Betonzuschlagstoff werden neben den Primärrohstoffen Sand, Kies und Naturstein güteüberwachte, recyclierte Baustoffe aus rückgebauten Gebäuden eingesetzt. Durch die kurzen Transportwege der recyclierten Baustoffe schont Bausstoffrecycling nicht nur die natürlich vorkommenden Primärrohstoffe Sand, Kies und Naturstein, sondern auch die Verkehrswege. Die Idee ist nicht neu und wird bereits seit vielen Jahren erfolgreich in der Schweiz angewandt. Auch hierzulande sind die rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen gegeben. In Baden-Württemberg ist es möglich, über das Qualitätssicherungssystem Recyclingbaustoffe Baden-Württemberg e. V. (QRB) aus Bauschutt nach entsprechender Aufbereitung und Qualitätskontrolle qualitätsgeprüfte Recyclingbaustoffe mit "Produkt"-Status herzustellen. Um so mehr erhofft sich das Umwelt- und Verkehrsministerium Baden-Württemberg vom Bauprojekt im Stuttgarter Osten eine Signalwirkung für die RC-Bauweise.

Doch bei aller Euphorie kann RC-Beton ein nachhaltiges, ganzheitliches Verwertungskonzept nur ergänzen, denn die Einsatzmöglichkeiten von RC-Beton sind begrenzt. Je nach Anforderung des Betons können nicht mehr als 25 bis 45% der Primärrohstoffe durch recyclierte Baustoffe ersetzt werden. Im RC-Beton wird fast ausschließlich "sortenreiner" Betonbruch eingesetzt - ein ohnehin stark nachgefragter Rohstoff im Straßenbau, der teilweise schon zu Lieferengpässen geführt hat. Wenn die Nachfrage nach sortenreinem Betonbruch weiter steigt, wird die Nachfrage nach Baustoffgemischen mit höheren Anteilen an Ziegeln, Keramik und anderen Bestandteilen, weiter zurückgehen. Eine Erhöhung der Recyclingquote kann mit dem verstärkten Einsatz von RC-Beton nicht erreicht werden. Wenn die wertvollsten Anteile aus dem RC-Kreislauf herausgenommen werden, sinkt die Möglichkeit zur Wiederverwendung insgesamt. Auf diese Weise kann die Verwertungsquote sogar sinken und die verbleibenden Restmassen müssen deponiert werden. Darüber hinaus ist noch nicht wissenschaftlich untersucht, wie viele Schadstoffe durch RC-Beton am Ende des "Lebenszyklus" eines Bauwerkes freigesetzt werden und ob diese tatsächlich niedriger sind als bei Primärrohstoffen.

Ressourcenschonender Beton hat seine Stärken vor allem in den Ballungszentren. Hier kommen die ökonomischen und ökologischen Vorteile durch die kurzen Transportwege besonders zur Geltung. Auch der Straßen- und Landschaftsbau bietet zahlreiche Möglichkeiten, die noch nicht ausgeschöpft sind. Zur Erhöhung der Verwertungsquoten müssen allerdings die gesamten Stoffströme betrachtet werden. RC-Beton ist ein Teil davon.

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

News abonnieren

Mit dem Aboservice der PresseBox, erhalten Sie tagesaktuell und zu einer gewünschten Zeit, relevante Presseinformationen aus Themengebieten, die für Sie interessant sind. Für die Zusendung der gewünschten Pressemeldungen, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse ein.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Vielen Dank! Sie erhalten in Kürze eine Bestätigungsemail.


Ich möchte die kostenlose Pressemail abonnieren und habe die Bedingungen hierzu gelesen und akzeptiert.