Westmecklenburg: Der Konjunkturmotor läuft

(PresseBox) (Schwerin, ) Die Konjunkturerholung in Westmecklenburg setzt sich weiterhin fort. So bezeichnen drei von acht Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage als gut. Dies sind mehr als noch im Frühsommer 2010 (33 Prozent). Die Unternehmen zeigen außerdem eine erhöhte Investitionsbereitschaft als in der Vorumfrage. Ebenso ist in den kommenden Monaten ein leichtes Beschäftigungsplus zu erwarten. Dies ergab die im September 2010 von der Industrie- und Handelskammer zu Schwerin durchgeführte Konjunkturumfrage, in die über 800 Unternehmen aus Industrie, Handel, Dienstleistungen, Baugewerbe und Verkehr einbezogen wurden.

Der Geschäftsklimaindex stieg zum dritten Mal in Folge, von 107 Punkten im Mai 2010 auf 114 Punkte im Herbst 2010. Damit hat Westmecklenburg fast das Niveau von Mai 2007 erreicht. Dies ist vor allem auf die aktuell gute Geschäftslage zurückzuführen. Der Geschäftslagensaldo, die Differenz aus positiven und negativen Unternehmensantworten, klettert um 13 Prozentpunkte nach oben auf 25 Punkte. Insbesondere Industrie und Handel beurteilen ihre gegenwärtige Situation positiv. Die Lageeinschätzung der Dienstleistungsbranche fällt noch etwas weniger gut aus, ist aber im Vergleich zur Vorumfrage ebenfalls deutlich gestiegen. So bewerten ein Drittel der Dienstleistungsunternehmen ihre derzeitige Lage als gut, während dies im Frühsommer 2010 nur auf gut ein Viertel der Betriebe zutraf.

Nach den Umsatzeinbrüchen im I. Quartal haben die regionalen Unternehmen im II. Quartal Umsatzsteigerungen verzeichnen können. 'Da sich ebenfalls die Auftragseingänge verbessert haben, ist damit zu rechnen, dass diese Entwicklung in den nächsten Monaten andauert', so Ulrich Unger, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Schwerin. Dieser positive Geschäftsverlauf spiegelt sich allerdings nicht im gleichen Maße in den Gewinnen wider, die sich unterproportional entwickelt haben. Überwiegend fallen diese noch deutlich geringer als im Vorjahreszeitraum aus. Unger mahnt an: 'Die gestiegenen Kosten für Energie und Rohstoffe schlagen sich auf die Unternehmergewinne nieder. Fast die Hälfte der Unternehmen sehen in einer weiteren Verteuerung dieses Kostenpunktes das größte Risiko für ihre weitere wirtschaftliche Entwicklung. Wir raten hier den Preisvergleich der verschiedenen Anbieter und, wenn möglich, weitere Investitionen zur Steigerung der Energieeffizienz.'

Unternehmen gehen von einer weiterhin stabilen Geschäftsentwicklung aus Die Geschäftserwartungen der Unternehmen zeigen sich nahezu unverändert gegenüber Mai 2010. Die Anzahl der Konjunkturoptimisten übersteigt nach wie vor die der Skeptiker. So erwarten die Hälfte aller Unternehmen gleichbleibende Bedingungen, während mehr als ein Viertel mit einer günstigen Geschäftsentwicklung rechnet. Die Unternehmen setzen nun vermehrt auf die binnenwirtschaftliche Nachfrage: Während noch zu Jahresbeginn zwei Drittel die Inlandsnachfrage als Risiko ihrer Geschäftsentwicklung sahen, ist dieser Anteil um ein Drittel gesunken. Vor allem die Industrie traut der Binnennachfrage nun mehr zu. Die konjunkturelle Belebung der vergangenen Monate und der positive Trend auf dem Arbeitsmarkt hat die Verbraucherstimmung deutlich verbessert, die sich in einer höheren Konsumneigung bemerkbar macht. Sie könnte sich in den nächsten Monaten als ein wichtiger konjunktureller Stützpfeiler erweisen.

Die Investitionen ziehen an

Die konjunkturelle Belebung der Wirtschaft führt auch zu einer wachsenden Investitionsbereitschaft der westmecklenburgischen Unternehmen. Der Anteil der investierenden Unternehmen zeigt sich mit drei Viertel stabil. Dabei weiten die investierenden Unternehmen ihr Investitionsbudget aus: Knapp drei von zehn der investierenden Unternehmen planen erhöhte Investitionsausgaben in den kommenden Monaten. Insgesamt ergibt sich erstmals seit Herbst 2007 wieder ein positiver Investitionssaldo. Dieser ist seit dem Tiefpunkt zu Jahresbeginn 2010 zum zweiten Mal auf gegenwärtig neun Punkte gestiegen. Die optimistische Stimmung spiegelt sich deutlich in den Investitionsmotiven wider. So will ein Viertel der Betriebe seine Kapazitäten erweitern, in der Vorumfrage waren dies nur knapp ein Fünftel. Ebenfalls ein Viertel der westmecklenburgischen Unternehmen wird Gelder in Produktinnovationen investieren. Besonders stark investiert nach wie vor das Verarbeitende Gewerbe. Acht von zehn Industrieunternehmen wollen ihr Investitionsbudget ausweiten oder zumindest konstant halten. Dabei wächst in der Industrie das Vertrauen, die Kapazitäten bald wieder auszulasten. Über vier von zehn Unternehmen bereiten sich durch Kapazitätserweiterungen auf die wachsende Nachfrage vor.

Positiver Trend auf dem Arbeitsmarkt

Die Konjunkturerholung wird in den kommenden Monaten voraussichtlich zu einer weiteren Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt führen: Jedes fünfte Unternehmen plant Neueinstellungen. Gestützt wird die Entwicklung des westmecklenburgischen Arbeitsmarktes vor allem vom Verarbeitenden Gewerbe, insbesondere durch den Metallbau und Elektrotechnik. Auch im Handel schlagen sich die leicht positiveren Geschäftserwartungen auf die Beschäftigungsabsichten nieder. So wollen neun von zehn Unternehmen der Branche ihre Mitarbeiter halten bzw. neue einstellen. In der Dienstleistungsbranche trifft dies immerhin auf vier von fünf Betriebe zu. Der angesprungene Investitions-, Beschäftigungs- und Konsumzyklus lässt hoffen, dass das gute Geschäftsklima über mehrere Quartale trägt.

Geschäftsklima in den Regionen

Die Belebung der Wirtschaft ist in fast allen Gebietskörperschaften Westmecklenburgs deutlich zu spüren. Besonders positiv ist die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage im Landkreis Ludwigslust. Über die Hälfte der Unternehmen im Landkreis bezeichnen ihre derzeitige Situation als gut, vier von zehn Unternehmen immerhin als befriedigend. Dennoch sehen die Ludwigsluster Unternehmen skeptischer in die Zukunft als noch vor vier Monaten. Der Erwartungssaldo sank um fünf Prozentpunkte auf minus drei Punkte. Sehr optimistisch sind dagegen die Schweriner Unternehmen. Über ein Viertel der Betriebe in der Landeshauptstadt rechnet mit sich verbessernden Geschäften. Auch die derzeitige geschäftliche Lage schätzen acht von neun Unternehmen in Schwerin als gut oder zumindest befriedigend ein. Der IHK-Konjunkturklimaindikator für die Landeshauptstadt klettert um 19 Indexpunkte auf 127 und erreicht damit den höchsten Wert in Westmecklenburg. Ebenfalls deutlich besser beurteilen die Unternehmen in Nordwestmecklenburg ihre Lage. Der Geschäftslagensaldo wächst um 19 Punkte. Auch im Landkreis Parchim ist die Wirtschaft weiter im Aufschwung. Die Lageurteile fallen deutlich besser aus als in der Vorumfrage. Die Hälfte der ansässigen Unternehmen ist zufrieden mit der aktuellen Geschäftslage, ein weiteres Drittel bezeichnet seine Lage sogar als gut. Die Ergebnisse deuten zudem auf eine weitere Entspannung auf dem Arbeitsmarkt im Landkreis hin. Im Schnitt ist ein Beschäftigungsplus in den nächsten Monaten zu erwarten. Einzig die Unternehmen der Hansestadt Wismar beurteilen ihre aktuelle Lage schlechter als in der Umfrage im Frühsommer 2010. Überdurchschnittlich viele Unternehmen verzeichnen Umsatzrückgänge und Auftragseinbußen. Auch die Geschäftserwartungen haben in Folge der Schiffbaukrise einen Einbruch erlitten. Über ein Drittel der Wismarer Unternehmen rechnet mit einer weiteren Verschlechterung der Lage.

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