Schweriner IHK verbindet Ausblick 2012 mit positiver Bilanz

(PresseBox) (Schwerin, ) Die Schweriner IHK zieht eine insgesamt positive Bilanz für das Jahr 2011. Durch den soliden Mittelstand konnte die Wirtschaft in Westmecklenburg bislang keine großen Konjunkturschwankungen verzeichnen. Für das Jahr 2012 erwartet die IHK zu Schwerin ein annähernd gleiches Niveau.

Gute Bilanz für die Wirtschaft

Laut letzter IHK-Konjunkturanalyse blickt die Wirtschaft mit verhaltenem Optimismus auf das kommende Jahr. 'Zwar hat sich das Wachstum zum Jahresende etwas verringert, trotzdem ist die Wirtschaft zuversichtlich, dass auch die Folgen der Euro-Schuldenkrise durch unsere solide mittelständische Unternehmensstruktur beherrschbar bleiben', so Hans Thon, Präsident der Schweriner IHK. Die kommende wirtschaftliche Entwicklung hatten die Unternehmen Westmecklenburgs durchaus unterschiedlich eingeschätzt. Während die Hälfte mit einer konstanten Geschäftsentwicklung in den nächsten Monaten rechnet, glaubt je ein Viertel an eine günstigere (Frühsommer 2011: 34 Prozent) bzw. ungünstigere (Frühsommer 2011: 14 Prozent) Entwicklung. 'Insgesamt werden die Geschäfte perspektivisch weniger optimistisch als noch im Mai bewertet', so Thon weiter. 'Dabei schätzen Industrie und Dienstleistungssektor die Zukunftsaussichten überdurchschnittlich gut ein, während Bau, Handel und Verkehrswesen eher mit einer Verschlechterung des Konjunkturklimas rechnen', ergänzt der IHK-Präsident. Die Exporteure haben ihre Erwartungen leicht nach unten korrigiert. Jedes dritte exportierende Unternehmen geht aber weiterhin von einer Steigerung der Auslandsgeschäfte in den nächsten Monaten aus (Frühsommer 2011: 45 Prozent).

Die Investitionsbereitschaft zeigt sich weiter stabil. Über 80 Prozent der Unternehmen wollen in den kommenden Monaten investieren, ein Drittel davon in Kapazitätserweiterungen. Ein Fünftel der Unternehmen plant das Investitionsbudget anzuheben. Über die Hälfte will es im Vergleich zum Vorjahr konstant halten.

Auch für die nächsten Monate sind die Beschäftigungspläne der Unternehmen positiv orientiert. So wollen zwei Drittel der befragten Unternehmen ihre Beschäftigten halten. Darüber hinaus plant ein weiteres Fünftel der Betriebe, neue Mitarbeiter einzustellen.

Erfreulich scheint die Entwicklung bei der Erweiterungsinvestition und Neuansiedlungen im Produzierenden Bereich. In der Vergangenheit zeigten sich die Unternehmen krisenbedingt zurückhaltend. Gerade im Bereich der Ernährungswirtschaft in unserer Region stehen im kommenden Jahr bedeutende Investitionen an. Neue Ansiedlungen von Produzierenden Unternehmen sind in Verhandlung und würden dazu beitragen, den Standort Westmecklenburg weiter zu stärken.

Kritisch betrachtet die IHK zu Schwerin allerdings die landesweit unterschiedliche Festsetzung der GA-Fördersätze. Gerade durch die Wirtschaft stärker nachgefragten Gewerbegebiete in Westmecklenburg werden mit abgesenkten Fördersätzen diskriminiert. Will das Land Mecklenburg-Vorpommern der Aussage im Koalitionsvertrag zur Stärkung des Produzierenden Gewerbes Taten folgen lassen, dann erwarten die Wirtschaftsvertreter eine konsequente Ansiedlungspolitik. 'Das Land M-V muss bei der Ansiedlung von weiteren Unternehmen im Produzierenden Bereich deutlich zulegen. Bis Ende 2013 kann die EU-weite Höchstförderung gewährt werden. Davon ohne Not abzuweichen halten wir mit Blick auf die Zukunft und geringer werdende Strukturfondsfördermittel für nicht zielorientiert' so Thon weiter. Zugleich zeigte sich der Präsident der Schweriner IHK zufrieden mit der Aussage der neuen Landesregierung, die regionalen Wirtschaftskerne vorrangig zu stärken. 'Mit der Abkehr vom Gießkannenprinzip folgt die Landesregierung einer Forderung der Wirtschaft zur Konzentration auf die Wirtschaftszentren', so Thon. Dort entstehen die maßgeblichen Synergieeffekte der Wirtschaft, von dort strahlt die Wirtschaftskraft in die Fläche aus.

Ausbaufähig ist nach Ansicht der Schweriner IHK auch der gesamte Bereich Forschung und Technologie in Mecklenburg-Vorpommern. 'Mit dem Modell der Wirtschaftstransferbeauftragten der fünf Kammern und der Hochschulen haben wir ein reges Interesse der Unternehmen an mehr Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft geweckt', so Thon. Die landesweite Technologiekonferenz in der IHK zu Schwerin hat schließlich deutlich vor Augen geführt, dass Mecklenburg-Vorpommern im bundesweiten Vergleich noch einen erheblichen Nachholbedarf hat. Die Vernetzungs- und Kooperationstiefe ist derzeit noch viel zu gering, neue und weltmarkfähige Produkte sind noch zu selten aus dem Land hervorgebracht. Wirtschaftsstarke Regionen in Deutschland zeigen eindrucksvoll den einzuschlagenden Weg.

Angestrengter Ausbildungsmarkt

Durch die demografische Entwicklung gestaltet sich für die Unternehmen in Westmecklenburg die Suche nach geeigneten Fachkräften zunehmend schwieriger. Die Zahl der Schulabgänger hat im Sommer 2011 mit 9.400 den Tiefststand erreicht. In den kommenden Jahren kann man jeweils mit einer kleinen Steigerung rechnen. Man wird sich langfristig auf 12.000 bis 13.000 Schulabgängern in Mecklenburg-Vorpommern einrichten müssen. Das Ausbildungsengagement der IHK-Unternehmen ist zudem unverändert hoch. Im Jahr 2011 konnten 112 neue Unternehmen für die Berufsausbildung gewonnen werden. Gleichzeitig wurden durch die IHK-Unternehmen Westmecklenburgs 184 neue Ausbildungsplätze zur Verfügung gestellt.

Leichte Eintrübung in Tourismuswirtschaft

Rund 30 Prozent der Touristikbetriebe im Bezirk der IHK zu Schwerin bezeichnen ihre aktuelle Lage als gut (Herbst 2010: 41 Prozent), weitere 44 Prozent als zumindest befriedigend (Herbst 2010: 41 Prozent). In Bezug auf die kommende Wintersaison signalisiert die Tourismuswirtschaft ähnliche Erwartungen wie in der Herbstumfrage 2010. 72 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, dass sich ihre geschäftliche Lage besser als in der Wintersaison 2010/11 entwickelt bzw. zumindest gleichbleibt (Herbst 2010: 67 Prozent).

Die Auslastung der Betriebe in der Sommersaison 2011 hat sich im Vorjahresvergleich leicht negativ entwickelt. Zwar berichtet rund ein Viertel der Beherbergungsbetriebe von einer gestiegenen Zimmer- bzw. Stellplatzauslastung. Gleichzeitig teilen aber auch 58 Prozent mit, dass ihre Auslastung zurückgegangen sei. Dies trifft insbesondere auf die Campingplätze in Westmecklenburg zu, welche stark von den verregneten Sommermonaten betroffen waren. Die Zufriedenheit mit der Sommersaison im Beherbergungsgewerbe sank insgesamt stärker als in der Gastronomie.

Die leicht getrübte Stimmung der Tourismusbranche führt dazu, dass sie ihre Investitionspläne entsprechend anpasst. Planten im Herbst 2010 noch 77 Prozent der Betriebe zu investieren, so sind es in der jetzigen Saisonumfrage nur noch 69 Prozent. Das Hauptinvestitionsmotiv bleibt dabei die Modernisierung und Ersatzbeschaffung (55 Prozent der investierenden Unternehmen). Immerhin fast ein Viertel der Unternehmen plant sein Angebot zu erweitern bzw. Produktinnovationen durchzuführen.

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