Wirtschaftskammern kritisieren Landesverordunung zur Fachoberschule (FOS)

(PresseBox) (Trier, ) Die rheinlandpfälzischen Handwerkskammern und Industrie- und Handelskammern haben gegenüber der Landesregierung die Landesverordnung zur Fachoberschule kritisiert. Sie befürchten, dass der Ausbau von FOS-Standorten und insbesondere ihre Angliederung an die neuen Realschulen Plus den Trend zu längeren Schulzeiten vorbei am dualen System stärken werde. Die Wirtschaftskammern sehen darin einen Gegensatz zu der vor kurzem unterzeichneten Vereinbarung "Rheinland-Pfalz für Ausbildung und Fachkräftesicherung", in der gerade die Sicherstellung des Fachkräftenachwuchses für die Wirtschaft als besonderes Ziel festgeschrieben wurde. Der Weg über die duale Ausbildung, so befürchten die Wirtschaftskammern, werde künftig nur noch als Notausstieg für die weniger begabten Jugendlichen wahrgenommen.

Weiter kritisieren die Wirtschaftskammern, dass die neue Fachoberschule den bildungspolitischen Anspruch erhebe, zu einer Berufsausbildung oder sogar zu einer Berufstätigkeit hinzuführen. Diesen Anspruch könne die Fachoberschule nicht erfüllen, da sie nur einen Teilbereich der innerhalb der dualen Ausbildung angebotenen Berufe abbilde.

Neben weiterer inhaltlicher Kritik, etwa an den Praktikaregelungen, weisen die Wirtschaftskammern das Bildungsministerium in ihrer Stellungnahme darauf hin, dass die Etablierung der Fachoberschule an der Realschule Plus nicht zu einer Verschärfung der Lehrerversorgung mit voraussehbaren negativen Auswirkungen auf die Qualität des Berufsschulunterrichtes führen dürfe. Die von der Landesregierung im Vorfeld gegebene Zusicherung, Fachoberschulen nur bedarfsgerecht einzurichten, und bei neuen FOS-Standorten die bestehende Struktur der Berufsbildenden Schulen zu berücksichtigen, sei nicht überall eingehalten worden. Die Wirtschaftskammern fordern die Landesregierung auf, Standorte so auszuwählen, dass eine Verdrängungssituation zu lasten der Angebote der Berufsbildenden Schulen und insbesondere der dualen Berufsausbildung vermieden werde.

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