Zweistellige Rückgänge bei Lehrstellen zu erwarten

(PresseBox) (Siegen, ) In den ersten sieben Monaten dieses Jahres schlossen die IHK-zugehörigen Unernehmen in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe insgesamt 1760 Lehrverträge ab - 12,2 % weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. "Die Rückgänge fallen damit zwar deutlicher aus als noch im Frühjahr erhofft. Sie vollziehen sich jedoch von einem ausgesprochen hohen Niveau aus. Für aufgeregte Diskussionen besteht daher kein Anlass", betonte der für die Berufsbildung zuständige IHK-Geschäftsführer Klaus Gräbener bei Vorlage der Zahlen. Das im vergangenen Jahr in Siegen-Wittgenstein und Olpe erreichte Lehrstellenvolumen sei das höchste seit 1988 gewesen. Daher seien angesichts der problematischen konjunkturellen Situation Rückgänge zu erwarten gewesen. Man erlebe kein Drama, sondern eine Konsolidierung auf nach wie vor hohem Niveau.

Zum Teil deutliche Unterschiede träten jedoch zwischen beiden Kreisen, zwischen einzelnen Branchen und auch differenziert nach Unternehmensgrößen zu Tage. Regelrechte Einbrüche verzeichne man beispielsweise im Transport- und Logistikgewerbe. Auch die Vertragseintragungen im Hotel- und Gaststättengewerbe bewegten sich derzeit auf niedrigem Niveau. Allerdings seien hier aller Erfahrung nach noch Verbesserungen zu erwarten. Interessant sei auch die Entwicklung innerhalb der Industrie, die im IHK-Bezirk Siegen für den Löwenanteil der Lehrverträge verantwortlich zeichne. Gräbener: "Die 25 größten Industrieunternehmen bilden nahezu auf Vorjahresniveau aus. Hiervon profitieren nach wie vor junge Menschen, die Lehrstellen in den industriellen Metall- und Elektroberufen nachfragen. Demgegenüber sind vor allem kleinere Betriebe mit Betriebsgrößen zwischen 50 und 150 Mitarbeitern in der Tendenz eher vorsichtig im Einstellungsverhalten." Hierin spiegelten sich die Unsicherheiten, die insbesondere beim Auftragseingang und in der Einschätzung der weiteren wirtschaftlichen Lage gegeben seien. Die Kammer hoffe dennoch, dass sich im "Lehrstellen-Endspurt" auch einige dieser Unternehmen noch zu weiteren Einstellungen entschließen könnten.

Im Kreis Olpe verzeichne die Kammer derzeit leichte Zuwächse bei den Verträgen in einer Größenordnung von 2 %. Dies sei außerordentlich erstaunlich und von den Fachleuten nicht erwartet worden. Dem gegenüber betrügen die Rückgänge in Siegen-Wittgenstein momentan insgesamt ca. 17 %. Dies wiederum habe man erwarten können. Der Kreis Siegen-Wittgenstein werde gewissermaßen das statistische Opfer der gewaltigen betrieblichen Ausbildungsanstrengungen der vergangenen Jahre. Allein von 2005 bis 2008 sei die Zahl der Lehrverträge dort um über 24 % angestiegen. Dass dieses Niveau in wirtschaftlich schwieriger Zeit nicht zu halten wäre, verwundere nicht wirklich.

Bei der Beurteilung der gegenwärtigen Marktsituation sei ebenfalls wichtig, dass in diesem Jahr deutlich weniger Lehrstellenbewerber bei der Agentur für Arbeit vorstellig geworden seien. Der Rückgang betrage satte 16 %. Von daher erwarte man im Herbst zumindest keine dramatisch ansteigenden Zahlen bei den dann als nicht vermittelt geltenden Lehrstellenbewerbern.

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