Mehr Tempo bei der Entwicklungsachse

"Wittgensteiner Unternehmergespräch" der IHK Siegen in Bad Laasphe

(PresseBox) (Siegen, ) Mehr Tempo fordern die Wittgensteiner Unternehmer bei der Planung der Entwicklungsachse Kreuztal - Hattenbach. Beim "Wittgensteiner Unternehmergespräch", zu dem die Industrie- und Handelskammer (IHK) in das Landhotel Doerr nach Bad Laasphe eingeladen hatte, informierte die IHK die Unternehmer über den Stand der Planungsarbeiten für diese Verbindungsachse von der Hüttentalstraße in Kreuztal bis zur A 7 am Hattenbacher Dreieck. Während die Planungsarbeiten im nordrheinwestfälischen Teil zügig voranschreiten, weil die Kette der Ortsumgehungen von Kreuztal bis Erndtebrück schon seit langem im Bundesverkehrswegeplan festgeschrieben wurde, ist der hessische Teil dieser Straße noch einen Planungsschritt zurück. Ohne eine Weiterführung in Hessen bleibt die Entwicklungsachse aber im wahrsten Sinne des Wortes eine "Einbahnstraße".

Deshalb forderte IHK-Vizepräsident Christian Kocherscheidt mehr Planungsdruck in Hessen, um das ganze Projekt in einer realistischen Perspektive abzuwickeln. Für den Teil von Kreuztal bis Erndtebrück rechnen die Straßenplaner noch im zweiten Quartal 2010 mit der Planfeststellung für die Kreuztaler Südumgehung. Bei günstigem Verlauf wird nach etwa zwei Jahren mit einem Planfeststellungsbeschluss Planungsrecht beziehungsweise Baurecht erreicht. Im weiteren Streckenverlauf dieser Trasse über Hilchenbach bis nach Erndtebrück sind neben den verkehrstechnischen und topografischen Planungsaspekten auch natur- und umweltschutzrechtliche Probleme abzuarbeiten. Kocherscheidt: "Daran wird allerdings gearbeitet, während wir in Hessen noch darauf warten, dass die weitere Entwicklungsachse in die Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplanes aufgenommen wird." In Bezug auf den Straßenteil von Kreuztal bis Erndtebrück reagieren die Unternehmer mittlerweile relativ verständnislos auf die immer wieder aufkommenden kommunalpolitischen Diskussionen, die die abgewogenen Planungen des Landesbetrieb Straßen infrage stellen. Damit, so die Meinung der Unternehmer aus Wittgenstein, könne letztlich die dringend notwendige Verbesserung der Anbindung Wittgensteins über die Kette der Ortsumgehungen gefährdet werden, wird doch damit aus der Region heraus der Eindruck vermittelt, vor Ort bestehe Streit in der Hauptsache und die Region sei uneinig. Christian Kocherscheidt: "Wenn wir damit die zeitgerechte Finanzierung dieses Straßenstückes durch Bund und Land gefährden, dann ist dies das Letzte, was wir riskieren dürfen."

Die Unternehmer informierten sich auch über den Kliniksektor im Wittgensteiner Land, der mit etwa 1.500 Beschäftigten zu den größten Arbeitgebern in Wittgenstein zählt. Die größte Sorge der Klinikbetreiber besteht darin, ärztlichen Nachwuchs zu gewinnen. Elmar Knoche, Geschäftsführer der Helios-Klinik Bad Berleburg: "Wir wenden jährlich hohe Beträge für die Akquisition auf. Das Unternehmen vergibt Stipendien an Medizinstudenten, um sie für eine spätere Tätigkeit in Wittgenstein zu gewinnen." Auch für die Kliniken erweist sich die schlechte Verkehrsanbindung als Entwicklungshemmnis. "Bei Zufriedenheitsanalysen unserer Patienten steht die beschwerliche Anfahrt bei den Kritikpunkten ganz oben auf der Liste", sagte dazu der Geschäftsführer der Helios-Kliniken.

Thema beim Unternehmergespräch war auch die Lehrstellenlage im Wittgensteiner Land. Mit 179 geschlossenen betrieblichen Lehrverträgen sei die Teilregion noch relativ glimpflich durch das Ausbildungsjahr 2009 gekommen. An Beispielen verdeutlichten die Vertreter der IHK, durch welche unterschiedlichen Initiativen und Projekte derzeit das im vergangenen Jahr entworfene "Leitbild 20/20" des Berufskollegs Wittgenstein mit Leben erfüllt wird. Die Beispiele reichten von der Weiterbildungsberatung vor Ort über den Versuch, Grund- und Leistungskurse Technik gemeinsam zwischen Berufskolleg und Gymnasien zu konzipieren bis hin zu Überlegungen, am Kolleg eine Fachschule zu errichten. Alle diese Maßnahmen dienen letztendlich dem Zweck, die Beschulung der Auszubildenden in Wittgenstein durch die Sicherung des Berufskollegs langfristig zu sichern. Insgesamt hatten die Unternehmer den Eindruck, dass man bei diesem Ziel auf gutem Wege sei.

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