Drolshagens Spagat zwischen Zukunftsinvestition und Entschuldung

(PresseBox) (Siegen, ) Die Stadt Drolshagen ist eine viel stärker industriell geprägte Stadt als die Ruhrgebietsstädte. "64 Prozent aller Beschäftigten verdienen ihr Geld im Verarbeitenden Gewerbe, im Ruhrgebiet sind es nur 23,8 Prozent". Mit diesen Worten kennzeichnete Franz J. Mockenhaupt, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK), die Wirtschaftsstruktur anlässlich eines Unternehmergesprächs, zu dem die IHK die Drolshagener Betriebe in das "Alte Kloster" der Stadt eingeladen hatte. Erstmals saßen die IHK, der Bürgermeister sowie die Vorsitzenden der Ratsfraktionen mit den Unternehmen an einem Tisch. Im Vordergrund des Gesprächs standen die Auswirkungen der Finanzkrise auf die Wirtschaft der Stadt sowie auf den städtischen Haushalt. Schließlich ist derzeit im Kreis Olpe bereits für 8.000 Arbeitsplätze Kurzarbeit angemeldet worden. Nach den Feststellungen der IHK hat sich der plötzliche Konjunktureinbruch im Bereich der Automobilzulieferer kurzfristig am stärksten ausgewirkt, während insbesondere Betriebe des Maschinen- und Anlagenbaus zum Teil noch bis Ende nächsten Jahres ausgelastet sind. Viele Betriebe seien aufgrund des Konjunkturhochs der letzten Jahre für eine Durststrecke gut gerüstet und nutzten die Kurzarbeit, um ihr Personal in dieser Zeit bis zur Belebung der Konjunktur halten zu können.

Der Konjunktureinbruch werde sich aber deutlich im städtischen Haushalt niederschlagen. Nach guten Jahren erwartet Bürgermeister Hilchenbach einen Rückgang der Steuereinnahmen. "Wir haben uns nicht auf jährliche Gewerbesteuereinnahmen von 9 Mio. Euro eingerichtet", so Hilchenbach, "wir wissen noch nicht, wie wir die "Enden zusammenkriegen", wenn auf der einen Seite die Steuereinnahmen sinken, gleichzeitig aber die Kreisumlage steigt. Hier ist der Kreis gefordert, die Umlage zu senken." In einer solchen Situation "wäre es töricht, an der Gewerbesteuerschraube zu drehen", warnte vorsorglich IHK-Chef Mockenhaupt.

Drolshagen ist eine der wenigen Kommunen, die ihren Haushalt bisher aus eigener Steuerkraft ausgleichen konnten. Wesentlich dazu beigetragen hat die Erschließung der Gewerbegebiete "Scheda" und "Buchholz", die "bis auf den letzten Quadratmeter belegt sind", so Hilchenbach. Die Stadt habe in der Vergangenheit bewusst eine Erhöhung der Verschuldung in Kauf genommen, um letztlich durch eigene Investitionen zahlreiche weitere private Investitionen auszulösen. "Diese Rechung ist aufgegangen", erklärte der Bürgermeister. "Die Drolshagener Betriebe" haben kräftig investiert. Immerhin konnte die Stadt so bereits einen Abbau von Krediten einplanen: Bis 2012 sollen der Schuldenstand um 6 Millionen Euro sinken. Und das bei großen Zukunftsvorhaben: "Die gemeinsame Erschließung des Gewerbegebiets "Hüppcher Hammer" mit der Stadt Olpe wird Investitionskosten in zweistelliger Millionenhöhe auslösen", so der Bürgermeister.

Das derzeitig im Entwurf vorliegende Einzelhandelskonzept der Stadt bewertete die IHK positiv. Es ziele auf eine Stärkung des städtischen Kernbereichs ab und sei ein wirksames Instrument, zentrenschädliche Entwicklungen zu verhindern. Allerdings, so die IHK, stehe der Drolshagener Einzelhandel in starkem Wettbewerb mit benachbarten Standorten wie Olpe und Meinerzhagen. Über die A 45 seien auch Siegen und Köln auf kurzem Wege zu erreichen. Deshalb werde dem Einzelhandel in Drolshagen auch in Zukunft an erster Stelle eine Nahversorgungsfunktion zukommen.

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

News abonnieren

Mit dem Aboservice der PresseBox, erhalten Sie tagesaktuell und zu einer gewünschten Zeit, relevante Presseinformationen aus Themengebieten, die für Sie interessant sind. Für die Zusendung der gewünschten Pressemeldungen, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse ein.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Vielen Dank! Sie erhalten in Kürze eine Bestätigungsemail.


Ich möchte die kostenlose Pressemail abonnieren und habe die Bedingungen hierzu gelesen und akzeptiert.