IHK fordert konkreten Plan zur Energiewende

Energie- und Rohstoffkosten Risikofaktor Nr. 1 für Betriebe

(PresseBox) (Stuttgart, ) Steigende Energie- und Rohstoffpreise behindern die wirtschaftliche Entwicklung der Unternehmen in der Region Stuttgart. Trotz Optimierung bei Beschaffung und Verbrauch von Energie und Rohstoffen, sieht sich jeder zweite Betrieb in den nächsten zwölf Monaten gezwungen, Kostensteigerungen auch an seine Kunden weiterzugeben. Über vier Prozent der Industrieunternehmen plant, die Produktion ins Ausland zu verlagern. Das ergab eine repräsentative Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart an der rund 1.000 Unternehmen in der Region Stuttgart teilgenommen haben.

Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen stufen die hohen Energie- und Rohstoffkosten inzwischen als höchsten Risikofaktor für ihre wirtschaftliche Entwicklung ein. Am stärksten leidet die Industrie unter den steigenden Rohstoffpreisen. Knapp zwei Drittel der Industriebetriebe bewerten die Entwicklung der Rohstoffpreise als konjunkturelles Risiko. Die hohen Energiepreise belasten vor allem das Verkehrsgewerbe und die Gastronomie, aber auch Industrie und Bauwirtschaft sind verstärkt betroffen.

"Unabgestimmte Fördermechanismen für Ökostrom lassen die Energiepreise unverhältnismäßig steigen und schüren bei den Unternehmen Befürchtungen vor einer Kostenexplosion", erläutert IHK-Präsident Dr. Herbert Müller. Sechs Prozent der befragten Unternehmen planen, in den kommenden zwölf Monaten eigene Kapazitäten zur Energieversorgung aufzubauen. Investitionsvorhaben der Wirtschaft in regenerative Energieerzeugung würden allerdings durch zersplitterte Zuständigkeiten, langwierige bürokratische Prozesse und Bürgerproteste gehemmt, so der IHK-Präsident.

"Um die Energiewende voranzutreiben, brauchen die Unternehmen Planungssicherheit", mahnt Dr. Müller an. Die Landesregierung sollte möglichst umgehend einen konkreten Zeit- und Maßnahmenplan zu Bau und Finanzierung von Windrädern und Energiespeichern vorlegen. Die IHKs im Land seien hier bereit und interessiert, die Landesregierung dabei zu unterstützen. Stromausfälle von nur wenigen Sekunden aufgrund ungleichmäßiger Verfügbarkeit von Naturenergie können in der Industrieproduktion bereits Millionenschäden verursachen. Parallel zur Erweiterung regenerativer Energiekapazitäten müsse deshalb nicht nur die Netzsteuerung und Infrastruktur ausgebaut werden, es bedürfe auch zusätzlicher konventioneller Kraftwerke, um Ausfälle ausgleichen zu können, fordert der IHK-Präsident. "Das Konzept der grün-roten Landesregierung sollte auch ein Notfallszenario enthalten, für den Fall dass der Ausbau regenerativer Energien nicht in der geplanten Geschwindigkeit realisierbar ist", ergänzt Dr. Müller seine Forderungen.

Diese Pressemitteilung steht auch auf www.stuttgart.ihk.de, Dok.-Nr. 106088.

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