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IHK-Vollversammlung: Hochschulräte beibehalten
Wirtschaft setzt auf Zusage des Wissenschaftsministeriums
"Die Mitglieder unserer Vollversammlung appellieren an die Landesregierung, das bisherige System zu evaluieren und es nicht ungeprüft abzuschaffen", erläutert IHK-Präsident Dr. Herbert Müller das Motiv für die gestern einstimmig verabschiedete Resolution.
In einem jüngsten Gespräch habe Wissenschaftsministerin Theresia Bauer die Prüfung des Koalitionsvorhabens versprochen und Verständnis für die Haltung der Wirtschaft gezeigt. Über die Pläne, dem gesetzlich verankerten Hochschulorgan keine Kompetenzen mehr zu geben, seien die Hochschulräte vom Land noch nicht informiert worden. Dr. Müller: "Ich vertraue unverändert auf die vor wenigen Tagen gegebene Zusage von Wissenschaftsministerin Bauer, vor der Erstellung einer Kabinettsvorlage in einen ausführlichen Austausch mit der Wirtschaft einzutreten und sich mit dem Für und Wider einer solchen Änderung auch aus Sicht der Unternehmen auseinanderzusetzen." Unverändert könne die Wirtschaft nicht erkennen, was an der Arbeit der Hochschulräte für die Entwicklung und Förderung der Universitäten und Fachhochschulen im Land nachteilig gewesen wäre, so Dr. Müller.
Ein Großteil der Hochschulräte (ca. 60 Prozent) wäre im Fall der Kompetenzbeschneidung nicht mehr an einer ehrenamtlichen Mitarbeit in einem Beirat interessiert. Das hat eine Umfrage des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertags (BWIHK) unter knapp 100 Hochschulräten im Land ergeben. Nur noch zehn Prozent würden in einem Beirat mit nur beratender Funktion mitwirken wollen.
Der Wortlaut der "Resolution der Vollversammlung der IHK Region Stuttgart gegen die Abschaffung der Hochschulräte" lautet wie folgt:
Die Vollversammlung der IHK Region Stuttgart spricht sich gegen die aktuelle Absicht der Landesregierung aus, die an den Universitäten und Fachhochschulen des Landes wirkenden Hochschulräte zu reinen Beiräten herabzustufen. Sie fordert das Wissenschaftsministerium des Landes auf, von dem mittlerweile weit gediehenen rechtlichen Planungen Abstand zu nehmen. Da die Effizienz und die Arbeit der Hochschulräte landesweit bisher noch gar nicht untersucht worden sind, empfiehlt die Vollversammlung eine eingehende Evaluation des jetzigen Systems, bevor weitere Entscheidungen über die Fortentwicklung dieser Gremien und ihrer Zuständigkeit getroffen werden.
Die Vollversammlung der IHK Region Stuttgart verweist auf die Ergebnisse der jüngsten Umfrage der baden-württembergischen Industrie- und Handelskammern (IHKs) unter knapp 100 Vertretern der Wirtschaft in den Hochschul- und Universitätsräten des Landes. Danach haben 60 Prozent der Befragten erklärt, ihre Mitarbeit im Falle einer Beiratsstruktur komplett einzustellen, nur zehn Prozent würden auch als Beiräte wirken. Die Vollversammlung sieht in der Begleitung der strategischen Ausrichtung und in der Beratung der Hochschulen durch die Hochschulräte ein wesentliches Qualitätsmerkmal der wissenschaftlichen Ausbildung in Baden-Württemberg. Die in den zurückliegenden Jahren erfolgreiche Zusammenarbeit von Wirtschaft und Hochschulen ohne nachvollziehbare Gründe zu beenden, bewerten die gewählten IHK-Vertreter als strategische Fehlentscheidung, die der Ausbildung und der Stellung der Hochschulen nachhaltige Nachteile bringen werden.
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