Zukunftsoptimismus lässt Klimaindex weiter steigen

IHK-Konjunkturumfrage in Stadt und Kreis Offenbach

(PresseBox) (Offenbach am Main, ) Langsam, aber stetig erholt sich die Wirtschaft in Stadt und Kreis Offenbach von ihrer schwersten Krise seit Beginn der regelmäßigen Konjunkturbefragung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Offenbach am Main vor rund 40 Jahren.

Dr. Bernhard Mohr, stellvertretender IHK-Hauptgeschäftsführer: "Der Klimaindex überschritt mit 108,7 Punkten erstmals seit Januar 2009 wieder die magische Grenze von 100 Punkten. Damit stieg der Index innerhalb dieses Zeitraums um fast 40 Punkte, nachdem er allerdings in knapp 20 Monaten zuvor um mehr als 60 Punkte abgestürzt war."

Großen Anteil an der besseren Stimmung in der Wirtschaft habe weiterhin die Einschätzungen bezüglich der künftigen Entwicklung. Hier steige der Optimismus seit über einem Jahr deutlich an. Die aktuelle wirtschaftliche Lage lasse bei vielen Firmen noch zu wünschen übrig.

Aktuelle konjunkturelle Lage:

"Von Jahresbeginn 2009 bis Januar 2010 war die Anzahl der Unternehmen mit schlechter Geschäftslage immer größer als die derjenigen mit guter Konjunktur. Jetzt im Mai ist dieser Saldo erstmals wieder positiv, wenn auch mit 1,6 Prozentpunkten denkbar knapp. Trotzdem: Immer noch klagt jedes vierte Unternehmen über aktuell schlechte Geschäfte," verdeutlicht Mohr.

Künftige konjunkturelle Lage:

Nach einem "kleinen Hänger" zum Jahreswechsel 2009/2010 habe sich der Optimismus in der Wirtschaft wieder deutlich erhöht. Mohr: "Fast 30 Prozent rechnen künftig mit besseren Geschäften. Dem stehen mittlerweile nur noch gut zwölf Prozent gegenüber, die mit Sorge in die Zukunft blicken."

Investitionen erstmals wieder positiv

Erstmals seit Herbst 2008 ist die Anzahl der Unternehmen, die ihre Investitionsausgeben erhöhen wollen, wieder größer als die Meldungen über geplante Reduzierungen. "Die Differenz ist mit 2,3 Prozentpunkten allerdings sehr gering. Deshalb ist es ungewiss, ob sich daraus insgesamt steigende Investitionsausgaben herleiten lassen. Mehr investieren wollen innerhalb der Industrie die Vorleistungsgüter- und Konsumgüterindustrie und trotz aktuell schlechter Konjunktur das Gastgewerbe", erläutert der IHK-Volkswirt. Verschlechtert habe sich die Investitionsneigung im Einzelhandel. "Alles in allem scheint es Hoffnung zu geben, dass eine der wichtigen Konjunkturlokomotiven langsam wieder unter Dampf kommt."

Beschäftigung erstaunlich stabil

Der "ohnehin relativ moderate Beschäftigungsabbau aufgrund der Krise" scheine weitgehend zum Stillstand gekommen zu sein. Der Saldo aus "mehr" und "weniger" habe fast die Null-Linie erreicht. Insbesondere im Großhandel, bei den unternehmensnahen Dienstleistern und im Gastgewerbe würden wieder Arbeitskräfte gesucht. "In der Industrie, und hier besonders bei den Investitionsgüterproduzenten bleiben die Signale auf Abbau von Beschäftigung. Das Ausmaß hat sich aber verringert. Die anderen Branchen wollen ihre Beschäftigung weitgehend stabil halten", so Mohr weiter.

Springt der Exportmotor jetzt an?

Nach Stagnation zum Jahreswechsel rechne die Wirtschaft im Mai per Saldo mit steigendem Auslandsgeschäft. Jedes fünfte Unternehmen gehe von steigenden Exporten aus. Dagegen sprächen nur noch knapp neun Prozent von geringeren Ausfuhren. Dies verteile sich aber ungleichmäßig auf die Branchen. Während die Investitionsgüterproduzenten immer noch sinkende Exporte erwarteten, rechne die Konsumgüterindustrie mit hohen Zuwächsen. Das Wachstum des Exports bei den Herstellern von Vorleistungsgütern dürfte nach der Einschätzung der Firmen eher unterdurchschnittlich bleiben. "Die exportierenden Dienstleister gehen von gleichbleibendem Auslandgeschäft aus. Rund 75 Prozent der Industrieunternehmen und gut 20 Prozent der Dienstleister machen Geschäfte mit dem Ausland", verdeutlicht Mohr.

Industrie - langsam geht's bergauf

Noch lange nicht gut, aber seit Herbst letzten Jahres doch stetig besser gehe es der Industrie in Stadt und Kreis Offenbach. Der Anteil der aktuell unzufriedenen Unternehmen sei nochmals um mehr als zehn Prozentpunkte gefallen. Er liege aber mit knapp 30 Prozent immer noch über dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt. Aktuell weiterhin besonders schlecht gehe es den Vorleistungsgüterproduzenten. Hier klagten fast 40 Prozent über die Geschäftslage, wobei auch dieser Wert mehr als zehn Prozentpunkte niedriger als zu Jahresbeginn sei. Mit rund 21 Prozent sei der Anteil der Unzufriedenen in der Konsumgüterindustrie am niedrigsten.

"Hoffnung machen die Aussagen zur künftigen wirtschaftlichen Entwicklung in der Industrie. Immerhin erwartet jedes vierte Unternehmen bessere Geschäfte und nur gut zehn Prozent bleiben weiter skeptisch. In der Investitionsgüterindustrie gibt es in der Mai-Umfrage mittlerweile kein Unternehmen, das mit geschäftlichen Rückschlägen rechnet. Allerdings glaubt nur jedes fünfte Unternehmen an bessere Geschäfte", erklärt Mohr.

Die Hoffnung auf konjunkturelle Verbesserung begründe sich offensichtlich stark in einem erwarteten Zuwachs im Auslandsgeschäft. Erstmals wieder im positiven Bereich sei auch die Investitionsneigung in der Industrie.

Im Baugewerbe werde die aktuelle Konjunktur immer noch recht positiv gesehen. Die öffentlichen Konjunkturpakete scheinen die Nachfrage weiterhin zu stimulieren. Die Aussagen zur näheren Zukunft weisen aber auf einen Geschäftsrückgang hin.

Einzelhandel mit Sorgenfalten

Mohr: "Es deutete sich bereits im Januar an. Die erstaunlich stabile Konjunktur des vergangenen Jahres im Einzelhandel ist gebrochen. Zwar hat sich die Beurteilung der aktuellen und der künftigen Geschäftslage gegenüber dem Jahreswechsel geringfügig verbessert. Die Werte liegen aber mit großem Abstand unter den Einschätzungen im vergangenen Herbst. Die Unsicherheit über die weitere Entwicklung schlägt sich unmittelbar auf die Investitionsneigung im Einzelhandel nieder. Mehr als jedes dritte Unternehmen der Branche will weniger investieren. Steigerungen sind bei keinem Unternehmen geplant."

Großhandel: Mit großen Schritten aus der Krise

Der Großhandel sei schon fast wieder in normalem Fahrwasser. Die aktuelle Geschäftslage hielten mehr als 80 Prozent der Unternehmen mindestens für zufriedenstellend. Davon geben ihr sogar fast 30 Prozent die Note "Gut". Noch deutlicher werde der wirtschaftliche Erholungskurs bei den Aussagen zur künftigen Geschäftslage. Mittlerweile seien es noch gerade fünf Prozent der Firmen, die mit Sorgen in die Zukunft blicken, fast 35 Prozent erwarteten aber bessere Geschäfte. Wie zu Jahresbeginn sei der Großhandel konjunktureller Spitzenreiter in Stadt und Kreis Offenbach.

Die verbesserte Konjunktur im Großhandel hat auch die Planungen für Investitionen und Beschäftigung positiv beeinflusst. Erstmals seit über einem Jahr wolle die Branche wieder mehr investieren und suche nach neuen Mitarbeitern.

Dienstleistungen zwischen "himmelhochjauchzend" und "zu Tode betrübt"

"Es gibt kaum eine Branche, in der die konjunkturellen Unterschiede größer sind als im Dienstleistungsgewerbe", findet Mohr. Dies sei auch nicht verwunderlich, vereinige dieser Wirtschaftszweig ja die unterschiedlichsten Teilbranchen in sich. Wie im Januar liege das Hotel- und Gastgewerbe weitgehend am Boden. Fast zwei Drittel seien mit der derzeitigen Situation unzufrieden. Es gebe zwar wieder einige Firmen, die mit Besserung in der Zukunft rechnen. Ihr Anteil liege aber unter 30 Prozent und genauso viele Firmen sähen das genau umgekehrt. Umso erstaunlicher sei es, dass die Branche in der näheren Zukunft mehr investieren wolle und zusätzliche Mitarbeiter suche. Noch nicht wieder ganz stabil, aber mit viel Optimismus für die Zukunft zeigten sich die unternehmensnahen Dienstleister. "Auf der Sonnenseite der Konjunktur sieht sich das Kredit- und Versicherungsgewerbe. Nach der Einschätzung der Firmen soll das auch in der Zukunft so bleiben", so Mohr abschließend.

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