Wähler kaufen künftig noch mehr "die Katze im Sack"

Mainzer Politikwissenschaftler Falter beim Offenbacher Dialog der IHK

(PresseBox) (Offenbach am Main, ) "Wahlen 2009 - Kommt die Demokratie in die Wechseljahre?" war das Thema des ersten Offenbacher Dialoges des Jahres in der Industrie- und Handelskammer (IHK) Offenbach am Main am 18. Februar 2009. Hierzu referierte als Gastredner der Mainzer Politikprofessor Jürgen W. Falter.

Falter verdeutlichte, dass im Fünfparteiensystem, mit dem wir wohl auch in Zukunft leben werden, die Wähler keinerlei Klarheit hinsichtlich der Koalitionsbildung nach der Wahl haben, dass sie vielmehr mit ihrer Stimmabgabe "die Katze im Sack kaufen". Aber auch die Parteien könnten keinen ehrlichen Wahlkampf betreiben, da sie selbst oft nicht wüssten, welche Koalitionen sie nach der Wahl eingehen und welche inhaltlichen Kompromisse sie machen müssten. Deswegen könne der Wähler die Parteien nach der Wahl gerechterweise nicht beim Wort nehmen. Das schüre Par-teien- und Politikerverdrossenheit und gefährde auf Dauer das Vertrauen in die De-mokratie. Dagegen helfen könne nur eine Wahlsystemänderung, weswegen Falter die dringende Notwendigkeit einer Wahlsystemdebatte nach der Bundestagswahl hervorhob.

Wolf Matthias Mang, Erster Vizepräsident der IHK Offenbach am Main, erklärte in seinem Grußwort: "Wir leben in einem politisch äußerst entscheidenden Moment. Nur wenn die Wahlen so enden, wie in jüngster Vergangenheit, dann könnte Ende des Jahres in Deutschland die Gefahr einer zerstückelten politischen Landschaft bestehen, in der sich die Parteien mit sich selbst beschäftigen und andere Staaten Politik machen."

Eine Dreierkoalition in Berlin und Bundesratsmitglieder aus völlig unterschiedlichen Koalitionen könnten sich auf absehbare Zeit gegenseitig blockieren und das Land lähmen.

Mang betonte: "Wählen gehen ist ein Grundrecht, mit dem wir Dinge verändern kön-nen. Deshalb sollten wir dieses Grundrecht auch nutzen." Das schlechteste Szenario für die Demokratie sei es, wenn die Wähler zuhause blieben.

Mang gab abschließend zu bedenken, dass das Image der Unternehmer durch die Wirtschaftskrise und das Handeln einzelner Akteure in der Öffentlichkeit gerade bei sozial Schwachen den Glauben an die Demokratie erschüttere. Da helfe nur eins: "Wir müssen zeigen, dass wir ganz normale Menschen sind, müssen unseren Un-ternehmen ein Gesicht geben und soziale Verantwortung übernehmen. Corporate Social Responsibility und Wirtschaftsethik sind da nur zwei Schlagworte, denen sich die IHK Offenbach am Main künftig verstärkt in Form von Veranstaltungen zuwen-den wird."

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

News abonnieren

Mit dem Aboservice der PresseBox, erhalten Sie tagesaktuell und zu einer gewünschten Zeit, relevante Presseinformationen aus Themengebieten, die für Sie interessant sind. Für die Zusendung der gewünschten Pressemeldungen, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse ein.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Vielen Dank! Sie erhalten in Kürze eine Bestätigungsemail.


Ich möchte die kostenlose Pressemail abonnieren und habe die Bedingungen hierzu gelesen und akzeptiert.