Clouth: IHK in der Krise ein anregender Ort für Unternehmer

IHK-Jahresempfang mit Staatssekretärin Dagmar Wöhr

(PresseBox) (Offenbach am Main, ) Wie kommen wir gestärkt aus der Krise? Dieser Frage ging die parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie Dagmar Wöhrl beim Jahresempfang der Industrie- und Handelskammer (IHK) Offenbach am Main in ihrem Festvortrag nach. Wöhrl war kurzfristig für den verhinderten, ursprünglich als Gastredner vorgesehenen CSU-Chef und bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer eingesprungen.

Die CSU-Politikerin machte deutlich: "Deutschland hat alle Chancen, gestärkt aus der aktuellen Wirtschaftskrise hervorzugehen. Denn wir wissen um die Kraft und die Widerstandsfähigkeit, die in unseren deutschen Unternehmen steckt: Sie haben ihre Wettbewerbsfähigkeit in den letzten Jahren deutlich erhöht, die Effizienz ihrer Pro-duktionsprozesse verbessert, innovative Produkte und Dienstleistungen entwickelt und neue Märkte betreten. In der aktuellen Situation muss es vor allem darum gehen, die nationalen und internationalen Finanzmärkte weiter zu stabilisieren und die Kreditversorgung der Unternehmen zu sichern. Hier hat die Bundesregierung mit dem Finanzmarktstabilisierungsfonds und dem Wirtschaftsfonds Deutschland rasch und effizient gehandelt. Wichtig ist es jetzt, verloren gegangenes Vertrauen wiederherzustellen und deutlich zu machen, dass die gegenwärtige Wirtschaftskrise keine Systemkrise ist. Nicht die Soziale Marktwirtschaft ist gescheitert, sondern deren Nichtbeachtung. Richtig bleibt: Der Staat darf nur den Ordnungsrahmen vorgeben, in dem die Wirtschaftsakteure handeln. Mischt sich der Staat über einen längeren Zeitraum ins Wirtschaftsgeschehen ein, so setzt man wesentliche Anreiz- und Sanktionsmechanismen - wie etwa die Haftung der unternehmerischen Entscheidung - außer Kraft. Deswegen darf der Staat nicht die Rolle des weißen Ritters übernehmen und wahllos Insolvenzen abwehren, sondern muss stets sorgfältig und kritisch prüfen, bevor mögliche Rettungsmaßnahmen gezielt, punktuell und befristet eingesetzt werden, um Engpässe bei gesunden Unternehmen, die unverschuldet durch die Krise in Gefahr geraten sind, zu überbrücken. Und zwar nur dann, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind und ein überzeugendes, belastbares Zu-kunftskonzept vorliegt. Wir sind schließlich Treuhänder vom Steuergeld, wir sind Anwalt der Arbeitsplätze und dürfen Steuergeld nicht verschleudern, wo der Erfolg unwodahrscheinlich ist."

IHK-Präsident Alfred Clouth erklärte in seiner Begrüßungsrede, staatliches Krisenmanagement habe in seiner Entschiedenheit und unvermuteten Schnelligkeit die Weltwirtschaft vor dem Schlimmsten bewahrt. "Dennoch sage ich schon heute: Solche Anerkennung unbestreitbarer Leistung der Regierung darf nicht zu einer kritiklosen Staatsgläubigkeit führen. Gestern Staatsverdrossenheit, morgen Staatsversessenheit - so bitte nicht." Schon jetzt müssten Strategien entwickelt werden, wie sich der Staat wieder zurückziehe und sich auf seine Kernkompetenz "Daseinsvorsorge" beschränke.

Clouth stellte weiter fest: "Nicht erst seit der Finanzkrise klafften Wunsch und Wirk-lichkeit in der Wahrnehmung des Unternehmerbildes zunehmend auseinander. Die Schlagzahl negativer Meldungen hat sich aber deutlich erhöht." Ziel sollte es sein, "den Unternehmer im Engagement für sein Unternehmen, für den Standort, für die Mitarbeiter und für die Allgemeinheit in den Mittelpunkt zu stellen."

Der IHK-Präsident: "Die IHK, deren Praxisnähe vom unternehmerischen Ehrenamt lebt, ist prädestiniert, diesen Prozess zu stärken und die Wirtschaft in ihrer eigenen Kommunikation zu unterstützen."

Die IHK sei in der Krise überhaupt ein anregender Ort für Unternehmer. "Wir haben nämlich hier auch unser Konjunkturpaket geschnürt, in dem Information und Beratung im Mittelpunkt stehen. Nach einer bundesweiten Emnid-Umfrage attestieren uns die Unternehmer generell eine hohe Kompetenz und einen guten Service in Information und Beratung", so Clouth. Dies solle umso mehr in schwierigen Zeiten zum Tragen kommen.

Bild1:Der obligatorische Eintrag ins Gästebuch der Industrie- und Handelskammer (IHK) Offenbach am Main beim Jahrsempfang mit Dagmar Wöhrl (m., Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie), Alfred Clouth (l., IHK-Präsident, Geschäftsführer Alfred Clouth Lackfabrik GmbH & Co. KG) und Eva Dude (r., Hauptgeschäftsführerin, IHK Offenbach am Main). Foto: Einbock/IHK

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