Regionaler Mittelstand: Sorgt für Aufschwung und schafft Jobs

IHK-Mittelstandsbericht 2010

(PresseBox) (Frankfurt, ) Die Beschäftigungsabsichten der kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) sind derzeit deutlich optimistischer als bei den Großunternehmen. Damit erweist sich der Mittelstand erneut als Jobmotor der Region. Dies geht aus dem Mittelstandsbericht 2010 der IHK Frankfurt am Main hervor. "Der positive Trend am Arbeitsmarkt mit seit Monaten sinkenden Arbeitslosenzahlen wird vor allem aufgrund der mittelständischen Unternehmensstruktur weiter anhalten", sagt Matthias Gräßle, Hauptgeschäftsführer der IHK Frankfurt am Main. Während 29,1 Prozent der Großbetriebe in den kommenden zwölf Monaten Personal abbauen wollen, beabsichtigen 88,6 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen, das Personal mindestens konstant zu halten. "Jedes fünfte mittelständische Unternehmen will Beschäftigung aufbauen", betont Gräßle. Laut der IHK-Untersuchung im Frühsommer 2010 liegt der aktuelle Beschäftigungsindikator des Mittelstands bei 7,7 Punkten, während der Indikator der Großunternehmen noch von den Spuren der Krise gezeichnet ist und im negativen Bereich bei -5,1 Punkten liegt.

"Der Mittelstand hat sich dank seiner traditionellen Stärken auch durch die Krise hindurch als Erfolgsmodell behauptet. Sowohl die stärkere regionale als auch die größere persönliche Bindung sorgen dafür, dass die Mittelständler länger an ihren Mitarbeitern festhalten", unterstreicht Gräßle. "Außerdem ist es für kleine und mittlere Unternehmen ungleich schwieriger, neue Fachkräfte zu finden, wenn die Nachfrage wieder anzieht. Kleine Unternehmen zeichnen sich durch ein hohes Maß an Engagement, frühzeitigem Erkennen von Trends und einer hohen Flexibilität und Leistungsfähigkeit bei unternehmerischen Entscheidungen aus."

Insbesondere die mittelständischen Dienstleistungsbetriebe planen für die kommenden Monate mehr Personal ein. Über ein Viertel der Unternehmensbezogenen Dienstleister rechnet mit mehr Beschäftigung in den kommenden zwölf Monaten. Bei der mittelständischen Industrie ist der Stellenabbau weitgehend abgeschlossen. Mittlere Betriebe mit 20 bis 199 Beschäftigten planen ihre Stellenentwicklung am zuversichtlichsten. Unternehmen mit 200 bis 499 Mitarbeitern werden ihr Personal im Schnitt konstant halten. Demgegenüber rechnet die Hälfte der großen Betriebe mit 500 bis 1.000 Beschäftigten mit einem weiteren Stellenabbau.

Seit dem massiven Einbruch der Konjunktur vor einem Jahr hat sich die Stimmung bei den kleinen und mittleren Unternehmen im IHK-Bezirk Frankfurt am Main kontinuierlich verbessert. Der IHK-Geschäftsklimaindex für den Mittelstand steigert sich im Vorjahresvergleich um 42 Punkte und klettert auf 115,9 Zähler.

Die Aufwärtsentwicklung zieht sich dabei durch alle Branchen. Besonders dynamisch hat sich die Stimmung im Vergleich zum Vorjahr in der Industrie entwickelt. Hier macht sich die verbesserte Auftragslage bemerkbar. Da die produzierten Güter zudem transportiert werden müssen, profitiert von dieser Entwicklung auch die Verkehrswirtschaft. Der Einzelhandel bekam die Auswirkungen der Krise über die starken Unsicherheiten auf dem Arbeitsmarkt und der damit verbundenen Zurückhaltung beim Konsum zu spüren. Die mittelständische Exportwirtschaft blickt wieder optimistisch in den weiteren Jahresverlauf. Jedes dritte Unternehmen rechnet mit einer steigenden Auslandsnachfrage in den kommenden zwölf Monaten. Die mittelständischen Industrieunternehmen sehen die weitere Exportentwicklung in den kommenden Monaten im Branchenvergleich mit am hoffnungsvollsten: Hier erwarten 43,2 Prozent der Unternehmen steigende Exporte. Der Mittelstand insgesamt profitiert dabei auch von dem schwächeren Euro, der Rückenwind für die exportorientierten Branchen gibt.

Die verbesserte Stimmung im regionalen Mittelstand lässt auch die geplanten Investitionen ansteigen. In der mittelständischen Industrie, die ihre Investitionstätigkeiten in den Krisenmonaten enorm zurückgefahren hat, wollen nun wieder 31,6 Prozent mehr investieren. Insbesondere die Investitionsgüterproduzenten beabsichtigen, die Ausgaben zu erhöhen. Auch im Gastgewerbe sind wieder mehr Investitionen geplant. 36,2 Prozent der Gastbetriebe wollen ihre Investitionen ausweiten.

Als Risiko für den anhaltenden Aufschwung im Mittelstand gelten die oftmals schlechteren Finanzierungsbedingungen der Unternehmen. "Aktuell besteht im Mittelstand keine branchenübergreifende Kreditklemme. Doch wir müssen die Kreditversorgung weiterhin im Auge behalten und aufpassen, dass die Finanzierungssituation der hiesigen Unternehmen den Aufschwung nicht abwürgt", sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Gräßle. Angesichts der jungen konjunkturellen Belebung und der noch nicht wieder ausgelasteten Kapazitäten haben sich die Finanzierungsbedingungen im Vergleich zum Jahresbeginn bei jedem fünften Unternehmen weiter verschlechtert. Mit schlechteren Konditionen kämpfen vor allem Unternehmen mit bis zu 19 Beschäftigten. Besonders stark betroffen sind Unternehmen aus der Baubranche, Investitionsgüterproduzenten, sowie Unternehmen der Verkehrsbranche. Sie bescheinigen, dass Kreditinstitute insbesondere bei den Sicherheiten zunehmend höhere Anforderungen stellen und vorhandene Sicherheiten geringer bewerten als vor der Krise.

Einen Einblick in die konjunkturellen Entwicklungen im Mittelstand im IHK-Bezirk Frankfurt am Main gibt der "IHK-Mittelstandsbericht 2010": www.frankfurt-main.ihk.de/mittelstandsbericht

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