IHK-Fachkräftemonitor Hessen: Bis 2015 fehlen jährlich 147.000 Fachkräfte

(PresseBox) (Frankfurt, ) In Hessen werden bis zum Jahr 2015 jährlich durchschnittlich 147.000 Fachkräfte fehlen, davon der Großteil in nichtakademischen Berufen (9.000 Akademiker und 138.000 Nichtakademiker). Dies ist das Ergebnis des heute vorgestellten IHK-Fachkräftemonitors - einer Internetanwendung, die erstmals eine präzise Analyse und somit die Planung des Fachkräftebedarfs in Hessen ermöglicht. Das innovative Online-Informationssystem liefert Prognosen für einzelne Berufsgruppen und Wirtschaftszweige. "Der Fachkräftemangel wird zum massiven Problem der hessischen Unternehmen. Der IHK-Fachkräftemonitor Hessen führt uns den hohen Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften deutlich vor Augen", sind sich die Präsidenten der IHKs Frankfurt am Main und Darmstadt Rhein Main Neckar, Dr. Mathias Müller und Dr. Hans-Peter Bach, einig.

Besonders unternehmensnahe Dienstleistungen werden von dem Fachkräftemangel betroffen sein. Hier werden jährlich rund 2.800 Akademiker und ca. 43.300 Nichtakademiker fehlen. Weiterhin stark betroffen sind Unternehmen der Elektrotechnik und des Maschinenbaus. Es wird prognostiziert, dass bis 2015 jährlich 8.500 Ingenieure in hessischen Betrieben fehlen.

Der IHK-Fachkräftemonitor, welcher von den IHKs Darmstadt und Frankfurt am Main entwickelt wurde, steht unter www.fachkraefte-hessen.de kostenlos zur Verfügung. Mit Hilfe der Internetanwendung werden das Angebot und die Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt separat voneinander betrachtet. Somit können erstmals beide Seiten des Arbeitsmarktes in der Vergangenheit, Gegenwart sowie Zukunft genau abgebildet werden. Das Prognose-Modell wurde unter der Leitung von Dr. Dennis Ostwald von der WifOR GmbH an der TU Darmstadt entwickelt.

Die für das Monitoring verwendeten Daten stammen aus amtlichen Statistiken, so dass eine jährliche Aktualisierung der Internetanwendung sichergestellt ist. In die Modellberechnung fließen weiterhin die Ergebnisse der IHK-Konjunkturumfragen ein. Die Rückmeldungen der Unternehmen haben sich als verlässlicher Indikator erwiesen, die Entwicklung der Wirtschaft zu prognostizieren.

Die differenzierten Prognosen zum regionalen Fachkräftebedarf sind für Unternehmen, Bildungsträger und insbesondere die Politik ein wichtiges Instrument, um Schlüsse aus dem Fachkräftebedarf zu ziehen. "In den nächsten Jahren wird sich das Problem des Fachkräftemangels weiter verschärfen. Mit den am Markt verfügbaren Fachkräften wird es für die Betriebe dann immer schwerer, den spezifischen Fachkräftebedarf zu decken. Dies schlägt sich bereits auf dem hessischen Ausbildungsmarkt nieder", sagt Dr. Bach. In der IHK-Ausbildungsumfrage 2010 gibt jedes vierte Unternehmen an, 2009 nicht alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzt zu haben. Die Unternehmen benennen die Sorge vor einem Fachkräftemangel im eigenen Unternehmen als den entscheidenden Einflussfaktor für ihre Ausbildungsbereitschaft.

Um dem Fachkräftemangel entgegenzutreten und somit die Innovationskraft Hessens erhalten zu können, fordern die IHKs von der Landespolitik mehr Engagement in der Bildungspolitik. "Die Schulen müssen schrittweise mehr Selbstständigkeit erhalten, damit sich die Unterrichtsqualität deutlich erhöht", sagt Dr. Bach. Auch in den Hochschulen müssten die Verbesserungspotenziale ausgenutzt werden. Dazu zählen mehr Praxisbezug und besserer Technologietransfer, beispielsweise durch das duale Studium sowie einen verstärkten Dialog zwischen Wirtschaft und Wissenschaft.

Die Politik wird aufgefordert, Maßnahmen zu unterstützen, die eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen. Aus Sicht der Unternehmen müssen mehr junge Eltern in den Beruf integriert werden. "Wir können es uns nicht leisten, so viele qualifizierte Frauen vom Arbeitsmarkt fern zu halten" appelliert Dr. Müller. Es müssten mehr Kita-Plätze mit flexiblen Öffnungszeiten angeboten werden.

Neben der Erhöhung von Erwerbsquoten älterer Personen fordern die hessischen IHKs Erleichterungen in der Zuwanderung von Facharbeitern. "Die Wirtschaft ist auf qualifizierte Personen aus dem Ausland angewiesen. Die Politik hat hier bereits einiges getan. Weitere Schritte müssen folgen", sagt Dr. Müller.

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