Einzelhandel noch nicht ausreichend auf demografischen Wandel vorbereitet

(PresseBox) (Frankfurt, ) Der demografische Wandel wird die Einzelhandelsstrukturen auch in unserer Region maßgeblich verändern. "Bereits heute erzielen die rund 10.000 Einzelhandelsunternehmen im IHK-Bezirk Frankfurt am Main etwa die Hälfte ihrer Umsätze mit der Generation 50plus. Und in den nächsten zwanzig Jahren wird im IHK-Bezirk die Zahl der Senioren im Alter 65plus um mehr als 50.000 Personen zunehmen", sagte IHK-Vizepräsident Horst-Günter Döll bei der Vorstellung der neuen IHK-Studie "Einzelhandel und demografischer Wandel - Perspektiven für den IHK-Bezirk Frankfurt am Main". "Viele Einzelhändler im IHK-Bezirk Frankfurt am Main sehen den demografischen Wandel durchaus als Chance", erläuterte der Vorsitzende des IHK-Einzelhandelsausschusses, Dr. Joachim Stoll,

"Zwar gibt es kein Patentrezept, wie man das wachsende Marktpotenzial der Generation 65plus bestmöglich für den Einzelhandel erschließen kann. Zu unterschiedlich ist die jeweilige Situation je nach Standort des Unternehmens oder dem Angebotssortiment. Mit Hilfe einer Checkliste möchten wir den Einzelhandel im IHK-Bezirk Frankfurt am Main allerdings ermuntern, sich mit den anstehenden Herausforderungen ganz individuell auseinanderzusetzen", sagte Döll. Dazu gehört beispielsweise eine altersgerechte Gestaltung des Eingangsbereichs und der Umkleidekabinen sowie eine Sortimentsgestaltung und ein Marketing, die auf die Generation 65plus abgestimmt sind. Döll betonte zudem weiter, dass im Zuge des demografischen Wandels die optimale Versorgung der Bevölkerung nachhaltig zu sichern sei, indem die Frankfurter Innenstadt und die Stadtteilzentren ebenso wie die Mittelzentren im Hochtaunus- und Main-Taunus-Kreis als lebendige Einzelhandelsstandorte erhalten und ausgebaut würden.

Eine IHK-Umfrage zeigt: Immerhin 26 Prozent der Einzelhändler erwarten aufgrund des demografischen Wandels in den nächsten zehn Jahren steigende Umsätze, während lediglich 19 Prozent einen Umsatzrückgang befürchten. Tatsächlich entstehen durch die Alterung der Gesellschaft neue Marktfelder für den Einzelhandel im Lebensmittelbereich, sowie bei Kommunikationsmitteln, Geräten der Haushalts- und Unterhaltungselektronik oder im Freizeitbereich. Im Bekleidungseinzelhandel wird in den nächsten Jahren das größte Umsatzwachstum bei der Generation 65plus erzielt werden. "Wichtig ist es jedoch, sich rechtzeitig an die sich verändernden demografischen Rahmenbedingungen anzupassen. Die IHK-Umfrage hat gezeigt, dass mehr als jedes zweite Einzelhandelsunternehmen im IHK-Bezirk noch keine Maßnahmen zur Anpassung des Sortiments, der Warenpräsentation oder der Ladengestaltung getroffen hat", betonte Dr. Stoll.

Eine besondere Herausforderung für den Einzelhandel geht vom Fachkräftemangel aus. "Der IHK-Fachkräftemonitor zeigt: In den nächsten fünf Jahren werden allein im IHK-Bezirk Frankfurt am Main für die gesamte Wirtschaft 90.000 Fachkräfte fehlen. Und schon jetzt beklagen 54 Prozent der Einzelhändler in der Region, dass sich die Besetzung offener Stellen im Verkauf als schwierig gestaltet", verdeutlichte IHK-Chefvolkswirt Dr. Ralf Geruschkat die angespannte Situation auf dem Arbeitsmarkt. "Momentan versuchen die Einzelhändler insbesondere durch intensivere Aus- und Weiterbildungsaktivitäten, eine verstärkte Beschäftigung älterer Arbeitnehmer sowie durch Umstrukturierungen und Rationalisierungsmaßnahmen dem wachsenden Problem zu begegnen", sagte Dr. Geruschkat.

Die aktuelle Studie "Einzelhandel und demografischer Wandel - Perspektiven für den IHK-Bezirk Frankfurt am Main" finden steht zum Download zur Verfügung unter www.frankfurt-main.ihk.de/eh-studie

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