Zunahme von Leiharbeit

IHK fordert flexiblere Regelungen auf dem Arbeitsmarkt

(PresseBox) (Erfurt, ) 113.429 Arbeitslose - gerade einmal 436 mehr als im Juni - meldete heute die Agentur für Arbeit für den Freistaat. Die Arbeitslosenquote beträgt damit 9,6 Prozent. Im Vergleich zum Juli des Vorjahres (11,5 Prozent) ist die registrierte Arbeitslosigkeit sogar um 23.927 gesunken. Damit wird der beste Juli-Wert seit der Wiedervereinigung erreicht.

"Die Konjunkturlokomotive steht weiter unter Dampf und gewinnt zunehmend an Fahrt. In ihrem Sog erhält auch der Arbeitsmarkt immer mehr Schwung", zeigt sich Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt erfreut über die guten Zahlen. In zahlreichen Unternehmen würden die Kapazitäten wieder deutlich stärker ausgelastet und infolge dessen neue Arbeitsplätze geschaffen.

"Nach der Krise boomt vor allem die Zeitarbeit, da die Firmenchefs angesichts der Risiken noch Festeinstellungen vermeiden und bei Bedarf zuerst auf Leiharbeiter zurückgreifen", erklärt Grusser. Davon profitierten auch die Zeitarbeitsfirmen in Thüringen, deren Stellenangebote sich seit Jahresbeginn von 2.060 auf 3.773 fast verdoppelten. Inzwischen sei bei den Arbeitsagenturen nahezu jede dritte offene Stelle (31,6 Prozent) in der Zeitarbeit ausgewiesen.

"Die Zunahme der Leiharbeit ist zwar ein klares Indiz für den erhofften Aufschwung, unterstreicht aber auch die fehlende Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt", so der IHK-Chef. Vor allem die Zeitarbeit und die befristete Beschäftigung würden von den Betrieben genutzt, um variabel auf konjunkturelle Veränderungen reagieren zu können. Es gelte jetzt, die bestehenden Einstellungshürden zu beseitigen, um dauerhaft weitere Stellen zu schaffen. Ein wichtiger Schritt wäre beispielsweise die Anhebung der Schwelle für den Kündigungsschutz von derzeit 10 auf 20 Beschäftigte. "Gerade kleine Unternehmen mit zehn Mitarbeitern, deren Produktion momentan brummt, scheuen aufgrund des Kündigungsschutzes die Einstellung einer weiteren Person. Dann greift nämlich für alle Beschäftigten die gesetzliche Regelung. Das schreckt ab, denn keiner weiß, wie lange die Auftragslage so gut bleibt", informiert der IHK-Hauptgeschäftsführer. Darüber hinaus sollte auch die so genannte sachgrundlose Befristung von zwei auf vier Jahre angehoben und über eine rasche Abschaffung des Wiederbeschäftigungsverbots nachgedacht werden.

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

News abonnieren

Mit dem Aboservice der PresseBox, erhalten Sie tagesaktuell und zu einer gewünschten Zeit, relevante Presseinformationen aus Themengebieten, die für Sie interessant sind. Für die Zusendung der gewünschten Pressemeldungen, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse ein.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Vielen Dank! Sie erhalten in Kürze eine Bestätigungsemail.


Ich möchte die kostenlose Pressemail abonnieren und habe die Bedingungen hierzu gelesen und akzeptiert.