IHK warnt vor betriebswirtschaftlichen Gefahren einer Pandemie

Unternehmen müssen frühzeitig Notfallpläne erstellen

(PresseBox) (Erfurt, ) Die Zahl der Infektionen mit dem Schweinegrippe-Virus steigt rasant. Dies könnte in den nächsten Wochen auch erhebliche Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit der Unternehmen in Thüringen haben, warnt die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt.

"Um für den Ernstfall ihren Betrieb aufrechterhalten zu können, sollten die Firmen möglichst frühzeitig einen Notfallplan erstellen", empfiehlt IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser. Sie hätten damit einen klaren Wettbewerbsvorteil.

Zu den größten betrieblichen Herausforderungen einer Pandemie gehörten Liquiditätsprobleme, der steigende Krankenstand der Mitarbeiter, Quarantänevorschriften, Reiserestriktionen, Behinderungen im Ex- und Import oder auch Treibstoffknappheit. Während die meisten Großbetriebe ihre Notfallpläne schon einsatzbereit in der Schublade hätten, spiele die betriebliche Pandemieplanung bei der Mehrheit der mittleren und kleinen Unternehmen nur eine untergeordnete Rolle.

"Eine Pandemie kann dabei nicht nur eine veränderte Nachfrage nach Produkten oder Leistungen bewirken, sondern auch die Infrastruktur der Wirtschaft und der Gesellschaft insgesamt gefährden", warnt der IHK-Chef.

Eine Vielzahl von Ressourcen stünde dann nicht mehr oder nur noch sehr eingeschränkt zur Verfügung. Aufgrund der gegenseitigen Abhängigkeiten würde dies zu einem Dominoeffekt führen, der auch große Teile der Funktionen von Staat und Wirtschaft lähmen könnte. Unternehmen sollten sich daher bereits jetzt auf mögliche existenzbedrohende Auswirkungen vorbereiten, wie etwa eine hohe Erkrankungsrate des Personals oder den Ausfall von wichtigen Ressourcen.

Dabei gäbe es bei einer Pandemie sowohl Gewinner als auch Verlierer: Profitieren würden neben Pharma-Konzernen und weiteren Unternehmen des Gesundheitssektors auch Telekommunikations- und Internetdienstleister sowie Anbieter von Unterhaltungselektronik. Länger wäre allerdings die Liste der Verlierer: Vor allem die Tourismusbranche sowie das Gastgewerbe müssten mit enormen Einschnitten rechnen. Ebenfalls stark betroffen wäre der Einzelhandel oder der Personenverkehr.

Nach Berechnungen der Weltbank könnte der Schaden bei einer schweren Pandemie mehr als drei Prozent des globalen Bruttosozialprodukts kosten, was selbst in Boom-Zeiten einen Absturz in die Rezession bedeuten würde. Kurzzeitig wäre das schlimmer als die derzeitige Wirtschafts- und Finanzkrise: Denn selbst im Jahr 2009 schrumpft die Weltwirtschaft laut neuester Schätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) aktuell "nur" um 1,4 Prozent.

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