IHK: Stau-Maut für Spediteure verhindern!

(PresseBox) (Erfurt, ) Mit der Verabschiedung eines Berichts zur Revision der "Eurovignetten-Richtlinie" hat der Verkehrsausschuss des Europäischen Parlaments den Weg zu einer Anlastung von Stau-, Lärm- und Klimakosten im Straßengüterverkehr geebnet. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt fordert, die Pläne der europäischen Union für die so genannte "Stau-Maut" umgehend zu stoppen.

"Seit dem 1. Januar gilt eine neue und höhere LKW-Maut. In den größeren Städten sind kostenpflichtige Umweltzonen eingeführt worden und konjunkturbedingt bleiben im Transportgewerbe die Aufträge aus. Viele Speditionen stehen schon jetzt am Abgrund. Kommt auch noch die so genannte Stau-Maut hinzu, ist das für viele das Ende", warnt IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser.

Laut dem Beschluss des EU-Parlaments sollen LKW künftig auf besonders stau-belasteten Strecken mit bis zu 65 Cent pro Kilometer zur Kasse gebeten werden. Allein in Deutschland kommen dafür über 1.000 Autobahn-Kilometer infrage. Wür-den nur zehn Prozent der Lkw-Fahrleistung mit der zusätzlichen Stau-Maut belas-tet, ergäben sich nach Kammer-Berechnungen allein Mehrkosten von jährlich 1,8 Mrd. Euro. "Nicht die LKW sind Schuld am Stau. Sie gehören zu den Verlierern einer Verkehrs- und Umweltpolitik, die auf das zunehmende Aufkommen nicht mit dem notwendigen Ausbau reagiert hat", kritisiert der IHK-Chef. Denn jeder Stau verursache allein durch den Zeitverlust und die Notwendigkeit von Zusatzfahrzeu-gen erhebliche Kosten für die Wirtschaft.

Auch die gegenwärtig verhältnismäßig günstigen Dieselpreise führten zu keiner dauerhaften Entlastung des Gewerbes. "Viele Kunden verweisen bei den Preisge-sprächen auf die nunmehr gesunkenen Dieselpreise und sind schon jetzt nicht bereit, entsprechende Mehrkosten zu schultern", so Grusser.

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