Weiterhin hohe Ausbildungsbereitschaft der Wirtschaft

Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer beschäftigte sich in ihrer Sitzung bei der ZF in Friedrichshafen mit aktuellen Prognosen zum Lehrstellenmarkt und anderen Themen

(PresseBox) (Weingarten, ) Die Lehrstellensituation in der Region Bodensee-Oberschwaben wird nach Einschätzung der Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben (IHK) im Jahr 2009 relativ stabil bleiben. „Das Ausbildungsengagement unserer Betriebe ist groß“, berichtete Markus Brunnbauer, Leiter des IHK-Geschäftsbereichs Ausbildung, den Mitgliedern der IHK-Vollversammlung, die am Mittwoch bei der ZF in Friedrichshafen tagte. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hatte nach einer aktuellen bundesweiten Umfrage einen zu erwartenden Rückgang bei den eingetragenen Ausbildungsverträgen in Höhe von 5 bis 10 Prozent gemeldet.

Die IHK-Region stehe nach wie vor gut da, so Brunnbauer weiter. Derzeit werden 7105 Auszu-bildende von 1905 aktiven Ausbildungsbetrieben betreut (2003 waren es noch 1326 Betriebe). Im Zuge des Ausbildungspakts legte Bodensee-Oberschwaben bei den eingetragenen Ausbil-dungsverhältnissen von 2003 bis 2008 um 44,2 Prozent zu. In Baden-Württemberg betrug die Steigerung 24,1 Prozent, bundesweit 19,6 Prozent. Auch für das laufende Jahr signalisiere die regionale Wirtschaft Ausbildungsbereitschaft. In einer aktuellen Umfrage, so Brunnbauer gaben 13,4 Prozent der befragten Unternehmen an, dass sie im laufenden Jahr mehr ausbilden wollen, 17,9 Prozent sprachen von weniger. 69,7 Prozent gehen von einem gleich bleibenden Ausbildungsengagement aus. Wenn man dann noch berücksichtige, dass für die Schülerzahlen ein fünfprozentiger Rückgang prognostiziert werde, bleibe die Ausbildungssituation voraussichtlich stabil auf dem hohen Niveau von 2008.

Berufsbildungsausschuss

Der Berufsbildungsausschuss der IHK hat sich neu konstituiert. Zum Vorsitzenden wurde Reinhold Märker, Leiter Aus- und Weiterbildung Voith Paper Fiber Systems GmbH & Co. KG gewählt, berichtete Markus Brunnbauer, Leiter des IHK-Geschäftsbereichs Ausbildung, den Mitgliedern der IHK-Vollversammlung. Für das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden fiel die Wahl auf den DGB-Regionsvorsitzenden Gottfried Christmann. Nach zwei Jahren wechselt der Vorsitz. Die 36 Ausschussmitglieder sind Vertreter der Arbeitgeber, der Arbeitnehmer und der Beruflichen Schulen und jeweils für vier Jahre berufen, um sich mit Themen zur Qualität der regionalen Ausbildung und Weiterbildung sowie deren Entwicklung auseinanderzusetzen. „Der Berufsbildungsausschuss ist in allen wichtigen Angelegenheiten der beruflichen Bildung zu unterrichten und hören“, so Brunnbauer. Als Nachfolger für den ausscheidenden langjährigen Ausschussvorsitzenden Dr. Volker Joos (Tognum AG, Friedrichshafen) bestimmte die IHK-Vollversammlung einstimmig Dr. Klaus Waldschmidt, Leiter Aus- und Fortbildung Tognum AG.

Internetpool „Fachkräfte“

Bis zum Jahr 2020 werden aufsummiert in der Region Bodensee-Oberschwaben rund 45.000 Fachkräfte, zu einem großen Teil Ingenieure, fehlen. Dr. Wolfgang Heine vom IHK-Geschäftsbereich Standortpolitik & Unternehmensförderung, informierte die Mitglieder der IHK-Vollversammlung über ein informatives Internetportal „Fachkräfte“, in dem aktuelle Daten, Fak-ten und Prognosen zum regionalen Fachkräftebedarf und -angebot über alle Branchen aufgerufen werden können. Der Zugang zu dem Portal ist über www.weingarten.ihk.de möglich.

Branchendatenbank FERI

IHK-Mitgliedsbetriebe können jetzt über die Industrie- und Handelskammer kostenlos aktuelle Branchenberichte aus der Brachendatenbank FERI abrufen. Interessierte haben die Möglichkeit, so Jürgen Kuhn vom IHK-Geschäftsbereich Standortpolitik & Unternehmensförderung, per E-Mail (kuhn@weingarten.ihk.de) höchst aktuelle Branchenberichte als pdf-Dateien zu bestellen. „Es gibt viele hundert verschiedene Branchenberichte“, so Kuhn. Für jede Branche können spezielle Unterbranchen und Bereiche angefordert werden. „Je genauer die Anfrage, desto detaillierter die Auskunft.“

Haus der kleinen Forscher

Die IHK Bodensee-Oberschwaben wird künftig mit dem „Haus der kleinen Forscher“, einer Initiative von Helmholtz-Gemeinschaft, McKinsey & Company, Siemens AG und Dietmar Hipp-Stiftung unter der Schirmherrschaft von Bundesministerin Dr. Annette Schavan, zusammenar-beiten. Die Mitglieder der IHK-Vollversammlung stimmten ohne Gegenstimme einem entspre-chenden Kooperationsvertrag zu. Mit unterschiedlichen Angebotsbausteinen – Workshops, Arbeitsmaterialien, Internetplattform sowie einer landesweiten Aktionswoche – ermutigt die Initiative Erzieherinnen und Erzieher, in ihren Einrichtungen verstärkt naturwissenschaftliche und technische Inhalte aufzugreifen. „Die natürliche Begeisterung der drei- bis sechsjährigen Jungen und Mädchen an naturwissenschaftlichen Phänomenen wird spielerisch gefördert“, so Ruth Schlaf vom IHK-Geschäftsbereich Standortpolitik & Unternehmensförderung. Die Entwicklung von Lern-, Sprach- und Sozialkompetenz sowie feinmotorische Fähigkeiten würden dadurch bei den Kindern ausgeprägt. Die Initiative ist bundesweit offen für Kindertagesstätten, Kindergärten und Kinderläden. Darüber hinaus lädt das „Haus der kleinen Forscher“ die Eltern und alle an Natur und Technik Interessierten ein, die Patenschaft für eine Kita zu übernehmen (www.haus-der-kleinen-forscher.de).

Regionales Einzelhandelsgutachten

„Der Einzelhandel in der Region Bodensee-Oberschwaben hat in den vergangenen Jahren vom stetigen Bevölkerungswachstum und einer heterogenen und leistungsfähigen Wirtschaft profitiert“, sagte Bernhard Nattermann, IHK-Geschäftsbereich Standortpolitik & Unternehmensförderung. Zusammen mit Jörg Lehnerdt, BBE Retail Experts, informierte er die Mitglieder der IHK-Vollversammlung über die Ergebnisse eines regionalen Einzelhandelsgutachtens. Ziel des Gutachtens, das auf der Untersuchung von 4500 Einzelhandelsbetrieben in 87 Kommunen basiert, ist es die Versorgungssituation der Bürger – auch im Hinblick auf die Fortschreibung des Regionalplans Bodensee-Oberschwaben – zu prüfen. Durch ein beständiges Wachstum der Kaufkraft seien auch in ländlich geprägten Teilräumen neue Angebotsstrukturen entstanden. Es sei aber absehbar, so Nattermann, dass das Wachstum im Zuge des demografischen Wandels in eine stagnierende und teilweise rückläufige Entwicklung münden werde. Aus Sicht der IHK müsse es nach wie vor Ziel sein, den Einzelhandel nicht an zentrenferne und städtebaulich kaum integrierte Standorte auszulagern. Vielmehr müsse er in zentralen Versorgungsbereichen mit einem möglichst breiten Sortimentsspektrum gebündelt werden. Gerade angesichts einer älter werdenden Gesellschaft müsse die qualitätvolle Nahversorgung oberstes Gebot bleiben, betonte auch Lehnerdt. Das aktuelle Einzelhandelsgutachten liege dem Regionalverband nun vor und stehe den Kommunen für eine Beratung beziehungsweise Einarbeitung von Änderungswünschen zur Verfügung. Das Konzept biete darüber hinaus die fachliche Grundlage für eine strategische Positionierung der Region und für die Präzisierung auf Gemeindeebene.

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