Viele Lkw-Unfälle durch mangelhaft gesicherte Ladung

Die Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben hat einen Arbeitskreis Ladungssicherung initiiert und bietet Infoveranstaltungen und Seminare zu diesem wichtigen Thema an

(PresseBox) (Weingarten, ) "Viele Lkw-Unfälle ließen sich vermeiden, wenn die Ladung richtig gesichert wäre", sagt Uwe Müller, Kriminal- und Verkehrsprävention der Polizeidirektion Ravensburg. Doch obwohl immer wieder auch schwere Unfälle mit Personenschaden durch ungenügend gesicherte Ladungen passieren, ist vielen die Tragweite des Themas Ladungssicherung noch immer nicht bewusst. "Wir betreiben im Landkreis Ravensburg offensive Aufklärungsarbeit", berichtet Müller, der auch in die Unternehmen geht, um vor Ort über aktuelle Vorschriften zu informieren. 1000 Betriebe hat er allein im vergangenen Jahr besucht. "Die Prävention zeigt Wirkung", sagt er. Entgegen anderen Regionen, in denen die Zahl der Unfälle aufgrund mangelnder Ladungssicherheit steigt, ist diese Zahl im Kreis Ravensburg rückläufig. Noch immer aber seien rund 70 Prozent der von der Polizei kontrollierten Lastkraftwagen nicht sicher geladen, bei den kleinen Sprintern sogar 95 Prozent. "Der Informationsbedarf ist immens", so Müller. Bei Verstößen gegen die Ladungssicherheit droht nicht nur dem Fahrer eine Anzeige. Müller: "Wir zeigen auch den verantwortlichen Unternehmer an."

"Die Produkte werden in ihrer Formgebung für einen Transport immer komplizierter", gibt Raffaele Puopolo von der Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben (IHK) zu bedenken. Mit der richtigen Sicherung dieser Produktformen im Falle eines Transports setzten sich viele Transporteure oft nur ungenügend auseinander. "Der Zeitdruck spielt dabei einer große Rolle", so Puopolo. Er hat die Leitung eines von der IHK initiierten Arbeitskreises Ladungssicherung, dem Vertreter der Industrie, der Polizei und des VDI sowie Logistiker angehören. "In regelmäßigem Austausch holen wir uns Informationen über den neusten Stand der Technik ein, erarbeiten Lösungen zu Problemfällen und sind Anlaufstelle für Firmen und interessierte Personen", so Puopolo. Noch immer werde vielfach nicht gesehen, dass ein Lkw-Fahrer für die von ihm transportierte Ladung genauso verantwortlich sei wie ein Pilot für die in einem Flugzeug sitzenden Menschen. Aus diesem Grund bietet die IHK Infoveranstaltungen zum Thema Ladungssicherheit an und veranstaltet gesonderte Seminare zu diesem Thema für Geschäftsführer, Abteilungsleiter und beauftragte Personen (24./25. März und 24./25. Juni) sowie für Halter, Fahrer und Verlader (28. März, 11. April, 30. Mai, 27. Juni und 11. Juli). Die IHK-Seminare sind ESF-geförderte Maßnahmen, das heißt, die Teilnehmer können eine 30- bis 50-prozentige Fachkursförderung aus dem Europäischen Sozialfonds erhalten. Ladungssicherheit ist auch bei den IHK-Weiterbildungsseminaren für Berufskraftfahrer nach dem geltenden Qualifikationsgesetz ein Thema. Aufgrund der aktuellen Lage werde das fünfte Modul "Ladungssicherung" bewusst zeitlich vorgezogen, so Puopolo. Am 28. März, 11. April, 30. Mai, 27. Juni und 11. Juli wird dieses Modul jeweils von 8 bis 16 Uhr bei der IHK in Weingarten angeboten.

"Ladungssicherheit ist für uns ein zentrales Thema", sagt Christian Stützle vom Logistikdienst-leister Dachser. Er beschäftigt sich seit zehn Jahren mit der Materie Lkw und Bus, ist seit fünf Jahren aktiv in der Berufskraftfahrer Aus- und Weiterbildung tätig und Mitglied in dem IHK-Arbeitskreis Ladungssicherung. Vor zehn Jahren sei das Thema Ladungssicherung bei der Ausbildung zum Berufskraftfahrer noch kein Thema gewesen. "Die Zeiten haben sich geändert." In der Praxis komme es nicht selten zu Differenzen zwischen Absender und Frachtführer. Der Fahrer sei beispielsweise der Meinung, dass eine schwere Ladung auf die Hinterachse geladen werden müsse, während der Absender überzeugt sei, dass die Ladung je schwerer sie sei umso besser halte. "Um solche Probleme an den Schnittstellen zu vermeiden, wurde der IHK-Arbeitskreis Ladungssicherung ins Leben gerufen - mit dem Ziel Probleme sachlich zu lösen und Hilfestellung für andere zu geben", so Stützle. Bei Dachser finden in regelmäßigen Abständen Schulungen statt, wo gesetzliche Neuerungen angesprochen werden. "Das Thema Ladungssicherung ist dabei überaus wichtig." Erst vor kurzem seien Verlader darüber hinaus mit der Videokamera gefilmt worden, um bei der Filmpräsentation dann gemeinsam Fehler bei der Verladung zu erkennen und Lösungsvorschläge zu erarbeiten. "Jedes unserer Fahrzeuge ist mit Ladungssicherungsmitteln ausgestattet - von Anti-Rutschmatten bis hin zu Spanngurten und Kantenschonern", berichtet Stützle.

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