Dem Fachkräftemangel vorbeugen: Industrie- und Handelskammer unterstützt Bildungspartnerschaften

Zwei Drittel aller Schulen sollen noch in diesem Jahr eine feste Bildungspartnerschaft mit einem Unternehmen beginnen

(PresseBox) (Weingarten/Leutkirch, ) Nach der diesjährigen Umfrage bei über 15.000 Betrieben bundesweit wird es immer schwieriger, die angebotenen Ausbildungsplätze zu besetzen. 21 Prozent der befragten Betriebe konnten im Jahr 2009 ihre Ausbildungsplätze nicht besetzen. 63 Prozent gaben an, keine geeigneten Bewerber gefunden zu haben. Die Unternehmen wollen durch verstärkte Zusammenarbeit mit den Schulen diese Situation verbessern. Die in Baden-Württemberg abgeschlossene Vereinbarung zum Ausbau von Bildungspartnerschaften könnte dabei ein Vorbild für Deutschland sein.

Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Entwicklung und des zunehmenden Fachkräftemangels haben die Landesregierung und die Vertreter der Wirtschaft die "Vereinbarung zum Ausbau von Bildungspartnerschaften zwischen Schulen und Unternehmen in Baden-Württemberg" am 4. November 2008 geschlossen. Diese Vereinbarung zielt darauf ab Bildungspartnerschaften flächendeckend einzuführen, sodass jede allgemeinbildende weiterführende Schule langfristig mit mindestens einem Partner aus der Wirtschaft zusammenarbeitet.

Auch die Ausbildungsbetriebe der Industrie- und Handelskammer (IHK) Bodensee-Oberschwaben möchten diese Bildungspartnerschaften nutzen, um den Trend zunehmend unbesetzter Ausbildungsplätze und steigender Klagen über die mangelnde Ausbildungsreife der Schulabgänger umzukehren. Als Hauptgrund für die Nicht-Besetzung gaben 68 Prozent der befragten Betriebe in Bodensee-Oberschwaben an, dass im Jahr 2009 keine geeigneten Bewerber für ihre angebotenen Ausbildungsplätze vorlagen. Zwei Jahre zuvor beklagten dies nur 52 Prozent. Das Empfinden, die Schulabgänger hätten eine mangelnde Ausbildungsreife, stieg im selben Zeitraum von 48 auf 58 Prozent.

Positiv sieht die IHK die Reaktion der Ausbildungsbetriebe in der Region. Sie sehen ihre Aufgabe darin, für ihr Ausbildungsangebot direkt an den Schulen zu werben und sich für eine bessere Berufsorientierung einzusetzen. Jeder vierte Betrieb will laut der IHK-Umfrage mehr mit Schulen kooperieren, um so auf die rückläufige Schülerzahlen zu reagieren. Damit sollen die Leistungsbereitschaft der Jugendlichen und die Motivation für Ausbildung und Beruf gesteigert werden. Um den Übergang von der Schule in den Beruf zu verbessern, wünschen sich viele Unternehmen dabei bessere Informationen über die Stärken und Schwächen der Jugendlichen.

In allen diesen Punkten werden die Bildungspartnerschaften unterstützend wirken. Damit das ehrgeizige Ziel, noch in diesem Jahr zwei Drittel aller allgemeinbildenden Schulen mit mindestens einer Bildungspartnerschaft auszustatten, erreicht werden kann, hat die IHK Bodensee-Oberschwaben seit März 2010 eigens einen Berater Schule-Wirtschaft eingestellt. Hierfür erhält die IHK einen Personalkostenzuschuss durch das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg im Rahmen des Europäischen Sozialfonds.

Der IHK-Berater Schule-Wirtschaft, Frank Boscher, konnte seither 26 Bildungspartnerschaften in ihrer Gründung begleiten und bei der inhaltlichen Gestaltung unterstützen. Insgesamt sind der IHK 41 Bildungspartnerschaften in der Region bekannt. Derzeit ist Boscher mit 21 Schulen in Kontakt und vermittelt ihnen für ihre Projekte geeignete Betriebe aus der Region Bodensee-Oberschwaben. Dabei ist der IHK die Qualität der Partnerschaft wichtig. "Für beide Seiten muss es ein Gewinn sein, eine Bildungspartnerschaft einzugehen und diese dauerhaft zu erfüllen. Wenn die Vertreter der Betriebe den Schulunterricht mitgestalten können und durch die zusätzliche Praxiserfahrung für die Schüler und die Lehrkräfte eine gezielte Berufswahl möglich ist, dann haben wir eine bessere Qualität im Übergang von der Schule in den Beruf erreicht."

Bei den bisherigen Bildungspartnerschaften in Bodensee-Oberschwaben liegt der Schwerpunkt auf stärkerer Berufserfahrung durch Projekte in den Betrieben. Seitens der Betriebe gibt es aber immer häufiger das Angebot, konkrete Unterrichtsstunden zu gestalten beziehungsweise sich an Schulprojekten fachlich zu beteiligen. Die IHK sieht in dieser neuen Form von Kooperation zwischen Schulen und Unternehmen eine große Chance für die über 200 Schulen in der Region und somit eine große Chance für die Jugend.

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