Forschungsdialog Rheinland: Industrie als Energieverbraucher - Perspektiven für eine sichere und preiswerte Energieversorgung

(PresseBox) (Aachen, ) Über 100 Vertreter aus Unternehmen informierten sich beim Forschungsdialog Rheinland der Industrie- und Handelskammern (IHK) in der RWTH Aachen über die Zukunft der Energieversorgung. Die Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verbänden waren sich einig, dass weiterhin viel in die Energieforschung investiert werden müsse. Was sich bereits jetzt auf diesem Feld tut, darauf gingen RWTH-Rektor Professor Dr. Ernst Schmachtenberg und Jürgen Drewes, Hauptgeschäftsführer der IHK Aachen ein. Rund 40 Millionen Euro investiere allein das E.ON Energy Research Center an der RWTH Aachen, hob Schmachtenberg hervor. Drewes fügte hinzu, dass die rheinische Wirtschaft nach einer Studie des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft im bundesweiten Vergleich den höchsten Eigenanteil an den Forschungs- und Entwicklungsausgaben beitrage. Investitionen, die sich lohnen, wie bei dem Abend deutlich wurde.

Professor Dr. Marc Oliver Bettzüge vom Energiewirtschaftlichen Institut an der Universität zu Köln (EWI) ging hierbei auf die energieökonomische Forschung ein und stellte eine aktuelle Studie des EWI vor. Sein Fazit: "Der Schlüssel für die Effizienz und Effektivität der Stromversorgung bis 2050 liegt in einem geeigneten gesamteuropäischen Ordnungsrahmen. Andernfalls werden wir Milliarden Euro zu viel ausgeben und die Ziele zum Klimaschutz womöglich sogar verfehlen."

Auf technische Aspekte ging Professor Dr. Rik W. De Doncker ein: "Der Einsatz von regenerativen Energien, insbesondere Wind und Kraft-Wärme-Kopplung, erfordert ein neues Energieverteilnetz, das flexibler und dynamischer auf den Zuwachs dieser dezentralen Erzeuger abgestimmt werden muss," machte der Direktor des E.ON Energy Research Centers klar und ergänzte: "Moderne Energiewandlungssysteme ermöglichen zukünftig einen höheren Einsatz von regenerativen Energien."

Von 1990 bis 2050 müssten die Klimagasemissionen um 80 Prozent gemindert werden. ""Das rückt mittel- bis langfristig die erneuerbaren Energien in den Vordergrund," stellte Jürgen Hake heraus. Parallel zum Ausstieg aus der Nutzung der Kernenergie formieren sich so europaweit die Märkte für Strom und Gas neu, schilderte der Leiter für Systemforschung und Technologische Entwicklung am Forschungszentrum Jülich: "Das erfordert enorme technologische und strukturelle Anpassungsprozesse."

In der Diskussion spitzte sich die Frage darauf zu, ob künftig weiterhin Großkraftwerke mit erneuerbaren Energien oder dezentrale Lösungen mit vielen kleinen Energieerzeugern vorherrschen werden. Unternehmern im Publikum war wichtig, dass Forschung und Subventionspolitik Energie zu Preisen nutzbar machen, die dem Standort nicht schaden, damit sich Produktion in Deutschland noch rechnet.

Die Teilnehmer aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik stimmten darin überein, dass die Herausforderungen an die zukünftige Energieversorgung nur bewältigt werden können, wenn alle diese Partner eng zusammenarbeiten. Es bedürfe einer abgestimmten Strategie, die von kurzfristig wirkenden Maßnahmen bis zu grundlegenden Untersuchungen alternativer Energiequellen und einer angepassten Energieinfrastruktur reichen müsse.

Die IHK-Initiative Rheinland

Sie besteht aus den Industrie- und Handelskammern von Aachen, Bonn, Köln, Düsseldorf und Mittlerer Niederrhein und bündelt Aktivitäten im Rheinland, entwickelt neue Strategien, Produkte und Maßnahmen, um diese Region besser im europaweiten Wettbewerb zu positionieren. Dazu gehören:

Der "Forschungsdialog Rheinland"

Partner sind die Universitäten Aachen, Bonn, Köln und Düsseldorf, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. Köln, das Forschungszentrum Jülich sowie die IHKs im Rheinland und das NRW-Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie. Sie vereinbarten in der Aachener Erklärung vom 19. Juni 2009, die Zusammenarbeit untereinander und mit den Unternehmen im Rheinland auszubauen.

Die Initiative "Mobilität im Rheinland"

mit einem gemeinsamen Verkehrsleitbild und einer Verkehrsprognose 2025.

Das "Konjunkturbarometer Rheinland"

die IHKs im Rheinland veröffentlichen es zweimal im Jahr für die Region.

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