iJUG-Pressemeldung: Java-Entwickler sind verärgert über die Informationspolitik von Oracle

(PresseBox) (Berlin, ) Die im Interessenverbund der Java User Groups e.V. (iJUG) zusammengeschlossenen deutschen Java-Anwender registrieren nach der Sun-Übernahme eine unbefriedigende Informationspolitik seitens Oracle.

Auf den vergangenen Veranstaltungen von Oracle war zum Thema "Java" praktisch nichts zu erfahren. Auffallend ist auch, dass viele der bekannten Blogs, Twitter-Accounts etc. bei Weitem nicht mehr so viele Informationen veröffentlichen. "Der Java-Community fehlt insbesondere eine klare Roadmap für die kommenden Jahre mit konkreten Fakten", fasst Fried Saacke, Vorstandsvorsitzender des iJUG die derzeitige Stimmung zusammen. "Diese könnte man dann analysieren und darauf aufbauend eigene Vorstellungen formulieren."

Ein weiterer Problempunkt sind fehlende Aussagen von Oracle hinsichtlich der Trennung beziehungsweise dem Zusammenspiel von Open Source und den kommerziellen Varianten der Produkte wie GlassFish. "Es wird immer behauptet, es handele sich um die gleichen Produkte mit anderer Lizenz", so Oliver Szymanski, Vorstandsmitglied des iJUG und Leiter der Java User Group Erlangen/Nürnberg. "Ein Beweis dafür steht allerdings noch aus." Auch der Umgang mit dem OpenJDK7 und die Zukunft vom JDK7 sind unklar.

Nach der sehr enttäuschenden Session von Oracle beim Java Forum Stuttgart wird sogar darüber nachgedacht, ob die Community das Schicksal der JVM selbst in die Hand nehmen sollte. "Man könnte sich zum Beispiel viel stärker auf eine Weiterentwicklung des OpenJDK einigen", meint Tobias Frech von der Java User Group Stuttgart. "Auch JavaFX will die Community ja als Open Source, um es weiterentwickeln zu können."

Kristian Rink von der Java User Group Saxony denkt in die gleiche Richtung: "Die technischen Aspekte der JVM sollten im Rahmen des JCP vollständig durch die Community und alle interessierten Stakeholder geschehen." Für JVM und JDK sollte nach seiner Meinung die bisherige Sun-Implementation als produktionstaugliche Implementation durch eine Oracleexterne, offene und firmenunabhängige Einheit wie Apache oder Eclipse erfolgen, die neben langfristiger Gewährleistung der Verfügbarkeit beider Technologien für Entwicklung und Produktivbetrieb auch die Interessen der einzelnen Stakeholder in technischen Details berücksichtigen und umsetzen kann, ohne allzu sehr durch die eigene Produkt- und Projektplanung vorbelastet zu sein.

Konkret geht es den Anwendern um Fragen wie:

- Wird Java in Zukunft weiter innerhalb des JCP weiter entwickelt? Wenn ja, wann wird ein JSR zu Java 7 gestartet?

- Wird es Lizenzänderungen bei der Java Runtime, dem JDK oder JavaFX geben, gerade vor dem Hintergrund des aktuellen Rechtsstreits Oracle/Google?

- Wie gedenkt Oracle langfristig mit der Dopplung vieler Produkte unter einem Dach umzugehen (GlassFish / WebLogic, Sun JDK / JRockit, Netbeans / JDeveloper)?

- Wird Oracle die Sun-Policy beibehalten, eigene Patentrechte nicht gegen Open-Source-Implementationen einzusetzen?

- Was geschieht mit Java Store?

- Wie geht es mit den ehemaligen Sun-Angestellten weiter?

Die Java-Community ist relativ groß und heterogen. Es gibt viele kommerzielle wie nichtkommerzielle Einheiten, die ihre Geschäfte, Projekte und Aktivitäten auf Java als dem gegenwärtigen Ökosystem aufgebaut haben und die somit ein berechtigtes Interesse an einer gewissen Kontinuität des Status quo haben. Java-Entwickler berichten jedoch dem iJUG ständig über Projekte, wo der Einsatz von Java sinnvoll gewesen wäre, aber aus den verschiedensten Gründen gescheitert ist und andere Technologien genutzt wurden. "Wir geben Oracle noch Zeit bis zur JavaOne im September", fasst Fried Saacke zusammen. "Falls dort nichts Befriedigendes kommuniziert wird, werden wir alternative Strategien überlegen."

Der iJUG hat bereits mit Oracle über die genannten Probleme gesprochen und das Unternehmen hat dafür Verständnis gezeigt. Jetzt warten die Anwender dringend darauf, dass der Hersteller entsprechend reagiert.

iJUG Interessenverbund der Java User Groups e.V

Vor dem Hintergrund der Sun-Übernahme durch Oracle sind mittlerweile neun Java-Usergroups aus Deutschland zusammen mit der DOAG Deutsche ORACLE Anwendergruppe e. V. im Interessenverbund der Java User Groups e.V. (iJUG) vereint. Ziel des Vereins ist die umfassende Vertretung der gemeinsamen Interessen der Java Anwendergruppen sowie der Java-Anwender im deutschsprachigen Raum, insbesondere gegenüber Entwicklern, Herstellern, Vertriebsunternehmen sowie der Öffentlichkeit. Bei Wahrung der Eigenständigkeit der Mitglieder sollen insbesondere eine gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit stattfinden und der Informations- und Erfahrungsaustausch sowie Netzwerkbildung gefördert werden.

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