Die fetten Jahre sind vorbei

Ende des Exportbooms im produzierenden Gewerbe

(PresseBox) (Reutlingen, ) Die fetten Jahre im Export sind vorbei. Die neuesten Zahlen des Statistischen Landesamts belegen: Die Zuwächse im Auslandsgeschäft sind in 2008 auf ein knappes Prozent geschrumpft. In den Vorjahren hatte die Region regelmäßig Exportzuwächse von 10 bis 13 Prozent verzeichnen können.

Waren im Wert von 6,13 Milliarden Euro hat das produzierende Gewerbe der Region Neckar-Alb 2008 ausgeführt. Während die Region Neckar-Alb dabei noch um knapp ein Prozent wachsen konnte, büßte Baden-Württemberg im Auslandsumsatz mehr als 3,4 Milliarden Euro ein. Das entspricht einem Minus von 2,4 Prozent. Insbesondere die Region Stuttgart, Sitz vieler großer Betriebe, musste mit einem Minus von fast sechs Milliarden Euro die meisten Federn lassen. "Trotz eines schlechten vierten Quartals haben wir für 2008 ein besseres Ergebnis erwartet. Immerhin konnten wir gegen den Landestrend unser Exportniveau halten", erläutert Petra Brenner, bei der IHK zuständig für Außenwirtschaft. Die Exportquote der Region Neckar-Alb, der Anteil des Auslandsumsatzes an den Gesamtverkäufen, ist in 2008 von 46,1 auf 45,5 Prozent gesunken. Damit liegt die Region nach wie vor unter dem Landesschnitt - auch wenn dieser in 2008 sogar um 1,2 Prozent auf 50,0 Prozent gefallen ist.

Blick in die Landkreise

Stärkster "Export-Landkreis" der Region ist Reutlingen mit einem Zuwachs von 2,4 Prozent. Die Auslandsumsätze stiegen dort von 3,33 Milliarden Euro in 2007 auf 3,41 Milliarden Euro. Die Ausfuhrumsätze im Landkreis Tübingen bleiben fast unverändert. Dort konnten die Unternehmen im vergangenen Jahr Waren im Wert von 1,29 Milliarden Euro ins Ausland verkaufen; ein Plus von 0,6 Prozent. Nach zwei sehr erfolgreichen Jahren mit zweistelligen Zuwachsraten im Export bildet der Zollernalbkreis für 2008 das Schlusslicht. Das Ausfuhrvolumen fiel um zwei Prozent von 1,45 Milliarden Euro auf 1,42 Milliarden Euro. Bei der Exportquote fiel der Landkreis Reutlingen um 0,4 Prozent auf nunmehr 46,9 Prozent zurück. Tübin-gen verschlechterte sich von 49,0 auf 48,1 Prozent. Im Zollernalbkreis nahm die Exportquote von 41,6 auf 40,7 Prozent ab.

Neue Märkte zu entdecken

Mit Blick auf das laufende Jahr setzen die Außenwirtschaftsexperten der IHK Reutlingen auf eine Belebung. "Wir hoffen, dass die weltweiten Konjunkturprogramme ihre Wirkung entfalten und sich unsere wichtigsten Auslandsmärkte, allen voran die USA, stabilisieren", sagt Petra Brenner. "Außerdem gibt es noch Märkte zu entdecken, insbesondere im Mittleren und Na-hen Osten, die von der Krise nicht so stark getroffen sind und weiterhin gute Chancen für deutsche Produkte bieten." Die IHK unterstützt die Unternehmen mit ihrer Exportoffensive Neckar-Alb beim Aus- und Aufbau des Auslandsgeschäfts. Im Rahmen des Projektes "Export Business Angels" können Unternehmen das Erfahrungswissen ehemaliger Führungskräfte aus der Wirtschaft nutzen. Gemeinsam mit dem weltweiten Netzwerk der 120 Auslandshandelskammern und Delegiertenbüros werden passende Geschäftspartner vermittelt. Bei einer Fachinformationsreise "Rund um den Bau" im Mai nach Dänemark und Schweden können internationale Kontakte geknüpft werden. Mit der Veranstaltung am 17. März "Auslandsmärkte aufbauen" hilft die IHK beim Einstieg ins Exportgeschäft.

Export: Zahlen 2008 (in Milliarden Euro)

-Ausfuhrvolumen Deutschland 992,7 (+ 2,8 %)
-Ausfuhrvolumen Baden-Württemberg 141,7 ( - 2,4 %)
-Ausfuhrvolumen Region Neckar-Alb 6,13 (+ 1,0 %)
-Ausfuhrvolumen Landkreis Reutlingen 3,41 (+2,4 %)
-Ausfuhrvolumen Landkreis Tübingen 1,29 (+0,6 %)
-Ausfuhrvolumen Zollernalbkreis 1,42 ( - 2 %)

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