Sorge um Fachkräftemangel nimmt zu

Bayerische Wirtschaft sieht Risiken für die weitere Erholung

(PresseBox) (München, ) Trotz der boomenden Konjunktur sehen die Unternehmen eine Reihe von Risiken im kommenden Jahr, die den Aufschwung bremsen könnten. Vor allem die Sorge um den Fachkräftemangel hat stark zugenommen. Das ergab eine Sonderauswertung der aktuellen Konjunkturumfrage des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages (BIHK) unter mehr als 3.800 bayerischen Unternehmen.

Danach bewertet über die Hälfte der Unternehmen die Entwicklung der Inlandsnachfrage als möglichen Bremsschuh. In steigenden Energie- und Rohstoffpreisen sehen 42 Prozent der Unternehmen eine große Gefahr, knapp dahinter rangieren die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (41 Prozent). Erst danach folgen die Arbeitskosten mit 32 Prozent und schließlich "nur" auf Rang fünf der Fachkräftemangel mit 31 Prozent. "Dieses Ergebnis mag auf den ersten Blick erstaunen. Doch schaut man die Veränderungsrate zu Jahresbeginn an, erhält das Ergebnis ein anderes Gewicht", sagt BIHK-Hauptgeschäftsführer Peter Driessen anlässlich des ifo Branchen-Dialogs 2010 in München.

Während die Inlandsnachfrage - obwohl immer noch die größte Sorge - im Gesamtbild an Bedeutung verloren hat, haben die Risikofaktoren Fachkräftemangel sowie Energie- und Rohstoffkosten deutlich zugenommen. Während zu Jahresbeginn nur 34 Prozent diesen Unsicherheitsfaktor nannten, ist der Anteil aktuell auf 42 Prozent deutlich gestiegen. Die Unternehmen planen, die höheren Kosten, zum Beispiel bei Material wie Rohstoffe oder Halbfertigprodukte oder im Energiebereich, zumindest teilweise an ihre Kunden weiterzugeben.

Das Thema Fachkräftemangel, aktuell auf Platz fünf der Sorgenliste, hat ebenfalls enorm an Bedeutung gewonnen. Noch zu Jahresbeginn haben nur 14 Prozent der Befragten darin ein Risiko für die Entwicklung ihres Unternehmens gesehen. Jetzt hat sich der Anteil auf 31 Prozent mehr als verdoppelt. Einige Branchen, wie die Zeitarbeitsunternehmen sind besonders betroffen, 82 Prozent stufen den Fachkräftemangel als großes Risiko ein, zu Jahresbeginn waren es noch 57 Prozent.

"Das Problem wird weiter zunehmen", so Driessen. Immerhin würden sich einige Landkreise Bayerns bereits der Vollbeschäftigung nähern, in 24 der 96 Kreise und kreisfreien Städte stünde bei der Arbeitslosenquote eine zwei vor dem Komma. "Eine Strategie gegen den Fachkräftemangel muss daher alle Möglichkeiten - auch die der Zuwanderung - ausschöpfen", fordert der BIHK-Chef.

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