Kräftiger Aufwind

Bayerische Wirtschaft investiert wieder

(PresseBox) (München, ) Die bayerische Wirtschaft spürt einen kräftigen Aufwind. Die konjunkturelle Erholung ist in allen Branchen angekommen und die Unternehmen erwarten, dass es weiter aufwärtsgeht. Nachdem der Export deutlich angesprungen ist, kommen nun auch vom Binnenmarkt erste Impulse. Die Unternehmen wollen wieder mehr investieren und haben die Beschäftigungspläne nach oben korrigiert. Dies ergab die aktuelle Konjunkturumfrage des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages (BIHK) unter mehr als 3.200 Unternehmen. "Trotz dieser Erholung wird es noch einige Zeit brauchen, bis die Produktionseinbrüche der Jahre 2008 und 2009 aufgeholt sind", sagt BIHK-Hauptgeschäftsführer Peter Driessen. "Darüber hinaus hängt die neu angeheizte Finanzmarktkrise wie ein Damoklesschwert über einem Aufschwung", so Driessen.

Der BIHK-Index, der Geschäftslage und Geschäftserwartungen in einem Wert zusammenfasst, ist von 102 Punkten zu Jahresbeginn auf 119 Punkte gesprungen. Der Index hat damit den höchsten Stand seit Frühjahr 2008 erreicht.

Die Unternehmen bewerten ihre aktuelle Lage deutlich besser als noch zu Jahresbeginn. Der Saldo aus zufriedenen und unzufriedenen Stimmen liegt mit +11 Punkten erstmals seit Herbst 2008 wieder im positiven Bereich. Für die kommenden Monate nimmt der Optimismus sogar noch zu. Aktuell erwarten 38 Prozent der Unternehmen, dass es weiter aufwärtsgeht, nach zuvor 26 Prozent. Der Saldo hat sich damit von +9 auf +28 Punkte mehr als verdreifacht. Dieser Ausblick bringt auch die Investitionen ins Rollen. Mittlerweile planen 32 Prozent der Unternehmen - fast doppelt so viel wie im Februar - höhere Investitionen. Entsprechend wollen inzwischen 16 Prozent der Unternehmen zusätzliche Mitarbeiter einstellen, 71 Prozent an der Belegschaft festhalten und nur noch 13 Prozent Personal abbauen. "Damit überwiegen erstmals seit Frühjahr 2008 die Unternehmen ganz leicht, die Stellen schaffen wollen", so Driessen.

Die bayerische Industrie hat einen großen Schritt aus der Rezession gemacht und

blickt optimistisch in die Zukunft. Der Saldo ist von +20 auf +33 Punkte nochmals spürbar angestiegen. Allerdings reichen die Aufträge derzeit nur bei 14 Prozent der Unternehmer, um die Maschinen voll auszulasten. Doch das könnte sich in den kommenden Monaten ändern. Neben höheren Auslandsaufträgen rechnen nun deutlich mehr Unternehmen als noch zu Jahresbeginn mit einem besseren Inlandsgeschäft. Diese positiven Aussichten haben die Investitionspläne beflügelt und den Saldo von -9 auf +18 Saldopunkte nach oben getrieben. Das wird dazu beitragen, den Beschäftigungsabbau zu stoppen.

Auch der Handel spürt die Erholung. Während der Großhandel mit Ge- und Verbrauchsgütern ebenso wie der Einzelhandel bereits von der stabilen Konsumnachfrage profitiert hat, wird die höhere Industrieproduktion jetzt auch den Handel mit Rohstoffen und Investitionsgütern ankurbeln. Durch die guten Aussichten auf dem Arbeitsmarkt ist im Einzelhandel der Saldo der Geschäftserwartungen von -10 Punkten auf +16 Punkte geklettert.

Die Dienstleister sehen trotz der bereits guten Geschäftslage weiteren Spielraum nach oben. Der Saldo aus Optimisten und Pessimisten hat sich von +14 auf +31 Punkte mehr als verdoppelt. Der Dienstleistungssektor profitiert dabei von der Erholung der Industrie. Dies zeigt sich gerade bei den Zeitarbeitsunternehmen, die bereits ihren Personalstand erhöhen. Erstmals seit Frühjahr 2008 überwiegt auch bei den Bauunternehmern die Zuversicht. Sie gehen davon aus, dass sie von den steigenden Investitionen der Unternehmen und von der Suche der privaten Haushalte nach einer sicheren Kapitalanlage profitieren werden.

"Diese Ergebnisse signalisieren eine klare konjunkturelle Erholung", sagt der BIHK-Chef, "doch die Risiken auch vor dem Hintergrund der jüngsten Entwicklung in Europa sind außerordentlich hoch". Zwar gäbe es nach wie vor keine flächendeckende Kreditklemme, doch die Kreditvergabe der Banken könne in den nächsten Monaten zum Engpass für den Aufschwung werden. Immer noch klagt über ein Fünftel der Unternehmen über schlechtere Konditionen, vor allem bei den Betriebsmittelkrediten. Ein weiteres und ungleich größeres Risiko sieht Driessen in der massiven und weiter wachsenden Staatsverschuldung. Deutschland brauche jetzt klare Pläne, um das Haushaltsdefizit in den Griff zu bekommen. "Wir können an andere Staaten nur Forderungen stellen, wenn wir mit gutem Beispiel vorangehen", so der BIHK-Chef.

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