Bayerische Wirtschaft fährt Investitionen hoch

Erholung auf vollen Touren

(PresseBox) (München, ) Die bayerische Wirtschaft ist quer durch alle Branchen klar auf Erholungskurs. Der Export boomt und selbst die Inlandsnachfrage ist kräftig gestiegen. Die Investitionslaune ist so gut wie seit Jahren nicht mehr und der Jobmotor springt an. Das ergab die aktuelle Konjunkturumfrage des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages (BIHK) unter mehr als 3.800 Unternehmen. Allerdings verfällt die Wirtschaft nicht in Euphorie. "Wir sind immer noch ein gutes Stück vom Produktionsniveau des Jahres 2007 entfernt", sagt BIHK-Hauptgeschäftsführer Peter Driessen, "und wir rechnen damit, dass das Wachstum in den kommenden Monaten schwächer wird", so Driessen.

Der BIHK-Index, der Geschäftslage und Geschäftserwartungen in einem Wert zusammenfasst, hat von 120 Punkten im Frühjahr auf 129 Punkte nochmals deutlich zugelegt. Er hat damit fast den bisherigen Höchststand vom Frühjahr 2007 erreicht.

Die Unternehmen bewerten ihre Lage nochmals besser als im Frühjahr. Aktuell bezeichnen 43 Prozent ihre Situation als "gut" und 10 Prozent als "schlecht". Der Saldo aus zufriedenen und unzufriedenen Stimmen ist von 13 auf 33 Punkte geradezu nach oben geschossen. Die Unternehmen rechnen jedoch nicht damit, dass es weiter so rasant nach oben geht, vertrauen aber auf eine anhaltende Erholung. Die Investitionspläne sind weiter nach oben gerichtet, 39 Prozent der Unternehmen wollen ihre Budgets aufstocken, nur 10 Prozent kürzen. Das kurbelt die Beschäftigung an. Mehr als jedes fünfte Unternehmen will Mitarbeiter einstellen, nur gut jedes zehnte kalkuliert mit weniger Arbeitsplätzen. "Das ist ein deutlicher Hinweis, dass die Arbeitslosenquote in Bayern im kommenden Jahr weiter sinken könnte", sagt Driessen.

Die bayerische Industrie hat die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise der vergangenen zwei Jahre fast verdaut. Ihre aktuelle Geschäftslage bezeichnen 43 Prozent der Unternehmen als "gut" und nur 11 Prozent als "schlecht". Ein deutliches Auftragsplus aus dem In- und Ausland hat die Kapazitätsauslastung verbessert. In den kommenden Monaten wird die Erholung zwar an Tempo verlieren, jedoch nicht abbrechen. Mehr als die Hälfte der Unternehmen rechnet mit einer stabilen Kapazitätsauslastung und der Saldo aus steigenden und sinkenden Investitionsplänen hat sich auf 34 Punkte mehr als verdoppelt. Entsprechend wollen erstmals seit gut zwei Jahren wieder mehr Industrieunternehmen Arbeitsplätze schaffen als reduzieren.

Von der Erholung in der Industrie profitiert der Großhandel. Der Saldo aus zufriedenen und unzufriedenen Meldungen hat sich vor allem dank gestiegener Inlandsumsätze von 8 auf 30 Punkte mehr als verdreifacht. Die Erwartungen bleiben zwar ähnlich zuversichtlich, doch treten die Beschäftigungspläne auf der Stelle.

Ein stabiler Arbeitsmarkt, niedrige Inflation und positive Einkommenserwartungen heben die Stimmung der Einzelhändler auf den höchsten Stand seit 2004. Nahezu ungetrübte Zuversicht herrscht auch für die kommenden Monate. Der Saldo aus Optimisten und Pessimisten ist weiter von 15 auf 22 Punkte geklettert. Zu Jahresbeginn lag dieser Wert noch bei -10 Punkten. Angesichts dieser guten Aussichten wollen die Unternehmen Beschäftigung und Investitionen erhöhen.

Auch bei den Dienstleistern sind Stimmung und Umsätze weiter gestiegen. Im Februar lag der Saldo aus gestiegenen und gesunkenen Inlandsumsätzen noch bei -18, aktuell ist er auf +34 geklettert. Der Dienstleistungsbereich bleibt nach wie vor der Jobmotor der bayerischen Wirtschaft.

Im Bau dagegen droht die gute Entwicklung abzubrechen. Per Saldo bewerten die Unternehmen ihre aktuelle Situation mit 37 Punkten nach zuvor 10 Punkten wesentlich besser als im Frühjahr. Doch die anstehenden Wintermonate sowie das Auslaufen der Konjunkturprogramme trüben die Aussichten deutlich. Die Unternehmen zweifeln daran, ihre derzeitige Kapazitätsauslastung halten zu können und die Investitionen bekommen keinen Schub.

"Für diese außerordentlich erfreuliche und überraschend kräftige Erholung der bayerischen Wirtschaft seit Anfang 2010 waren weltweite Konjunkturprogramme, niedrige Zinsen sowie die Möglichkeit, die Produktion dank nicht entlassener Fachkräfte schnell hochfahren zu können, die richtige Medizin", so Driessen. Von einem selbsttragenden Aufschwung könne aber noch nicht die Rede sein. Die aktuelle Konjunkturentwicklung werde immer noch durch eine überaus expansive Geldpolitik, Hilfen für den Bankensektor und durch laufende Konjunkturprogramme gestützt. "Würden diese Maßnahmen abrupt gestoppt, wäre eine stabile Erholung der Wirtschaft erheblich gefährdet", so Driessen.

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

News abonnieren

Mit dem Aboservice der PresseBox, erhalten Sie tagesaktuell und zu einer gewünschten Zeit, relevante Presseinformationen aus Themengebieten, die für Sie interessant sind. Für die Zusendung der gewünschten Pressemeldungen, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse ein.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Vielen Dank! Sie erhalten in Kürze eine Bestätigungsemail.


Ich möchte die kostenlose Pressemail abonnieren und habe die Bedingungen hierzu gelesen und akzeptiert.