Flaschenhals Schiffshebewerk Scharnebeck beseitigen

(PresseBox) (Lüneburg, ) Der Ausbau des Schiffshebewerks in Scharnebeck ist zwingend erforderlich. Darin waren sich die über 80 Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung einig, die am Mittwoch auf Einladung der IHK Lüneburg-Wolfsburg und der Süderelbe AG im Uelzener Rathaus über die Zukunft des Elbe-Seitenkanals (ESK) debattierten. "Wir müssen mit Nachdruck Strukturverbesserungen einfordern, wenn wir die Potenziale des ESK für unsere Region nutzbar machen wollen", so das Fazit von Martin Exner, Leiter des Geschäftsbereichs Standortpolitik der IHK, und Dr. Jürgen Glaser, Prokurist der Süderelbe AG, am Ende der Veranstaltung.

Auf die Bedeutung des ESK und die Probleme in Scharnebeck war auch Ingelore Hering, Präsidentin der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Mitte, eingegangen: "Der ESK ist mit einem Containerverkehr von über 80.000 Standardcontainern im Jahr 2008 eine wichtige Hinterlandanbindung für den Seehafen Hamburg. Und die Häfen entwickeln sich weiter zu logistischen Schnittstellen im Transportprozess." Hering sicherte zu, dass die Grundsanierung des Schiffshebewerks Scharnebeck von ihrer Behörde weiter vorangetrieben werde und bis 2013 abgeschlossen sei. Diese Sanierung werde aber nicht dazu führen, dass das Hebewerk die 110 m langen Großmotorgüterschiffe zukünftig abfertigen könne. "Moderne Schiffe passen da nicht durch", so Hering wörtlich.

Gerade aber Eignung für moderne Schiffe mit einer Länge von bis zu 135 Metern war von allen drei Gutachtern, die im Rahmen der Veranstaltung die Potenzialanalysen der Häfen Lüneburg, Uelzen und Wittingen vorstellten, als wesentliche infrastrukturelle Rahmenbedingung benannt worden. Außer Frage stand auch, dass der Bau der A 39 den Anschluss aller drei Hafenstandorte straßenseitig noch einmal deutlich verbessern wird.

Aber auch darüber hinaus setzten alle drei Gutachter auf eine Aufwertung der vorhandenen Hafeninfrastruktur. So forderte Björn Pistol, Uniconsult GmbH, für den Binnenhafen Wittingen mittelfristig eine Verlängerung der Kaikante, die für die Abfertigung von Containerschiffen benötigt werde.

"Durch eine Weiterentwicklung der trimodalen Hafenfunktionen könnte der Standort an die heutigen Marktbedürfnisse herangeführt werden", erläuterte Carsten Fritsche, Projektmanager Logistik bei der Süderelbe AG, das Ergebnis der Untersuchung für den Hafen Lüneburg. Fritsche wies in diesem Zusammenhang auch auf das Clusterprojekt 'Regional- und Netzwerkmanagement Logistik' hin, an dem sich sieben niedersächsische Landkreise beteiligen und mit dem die Entwicklung der Logistikwirtschaft durch die Süderelbe AG vorangetrieben werden soll.

Panajotis Babakoudis, Uniconsult GmbH, erläuterte in Bezug auf den Standort Uelzen, dass die Anbindung des Hamburger Seehafens über Inland-Terminals günstiger sein könne, als der direkte Straßentransport. Hierfür müssten weitere Umschlagspotenziale und Partner akquiriert werden. Eine Aufgabe, für die Uelzen mit seiner Nord-Süd-Anbindung und der genannte Strecke Bremen-Uelzen-Berlin (sog. Amerika-Linie), die im Kontext mit dem JadeWeserPort wieder an Bedeutung gewinnen wird, gut gerüstet ist.

Natürlich war auch die derzeitige konjunkturelle Situation Thema der Veranstaltung. Dabei waren sich aber auch die weiteren Podiumsteilnehmer wie Bernd Schmidt, Abteilungsleiter Verkehr aus dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr des Landes Niedersachsen, Jens Hohls, Geschäftsführer der Hafenbetriebsgesellschaft Braunschweig, und Thomas Lütje, Geschäftsführer der HHLA Container Terminals GmbH und Vorsitzender des Vereins zur Förderung des Elbstromgebietes, einig: Egal, ob man es derzeit nur mit einer kurzfristigen Delle oder eventuell länger andauerndem Abschwung zu tun hat, die Zeit sollte genutzt werden. Die für die Zukunft notwendigen Infrastrukturmaßnahmen müssen jetzt angeschoben werden. "Infrastrukturausbau ist als langwieriges Unterfangen bekannt: Zehn Jahre planen, fünf Jahre streiten und zehn Jahre bauen. Jetzt haben wir die Chance, die Versäumnisse der Vergangenheit wieder gutzumachen. Hier ist dank der Krise das Glück mit den Untüchtigen", beschrieb Lütje die Situation.

IHK Lüneburg-Wolfsburg

Die IHK Lüneburg-Wolfsburg vertritt die Interessen von über 55.000 gewerblichen Unternehmen gegenüber Politik und Verwaltung.
Die rund 100 Beschäftigten der IHK arbeiten gemeinsam mit über 2.000 ehrenamtlich in der IHK Engagierten für die Zukunftsfähigkeit unserer Region.

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