Tourismus: Reicht einfach nur mehr Qualität?

8. Bayerisch-Hessischer Tourismustag mit attraktivem Thema

(PresseBox) (Hanau, ) Ganz im Zeichen der Service-Qualität stand der 8. Bayerisch-Hessische Tourismustag am 01. Juli 2009. Gut 60 Tourismusmanager, Bürgermeister, Hoteliers und Gastwirte aus dem bayerischen und hessischen Spessart trafen sich zum Gedankenaustausch und zur Weiterbildung. Dieses Mal fand der Tourismustag im "Schlösschen Michelbach" in Alzenau statt. Das vor kurzem aufwändig und geschmackvoll renovierte Gemäuer präsentierte sich als idealer Tagungsort.

Nach kurzen Begrüßungsworten des Aschaffenburger IHK-Präsidenten Martin Suffel und des Alzenauer Bürgermeisters Walter Scharwies stellte Sven Wolf, Projektleiter für die Umsetzung der Initiative "ServiceQualität Deutschland in Hessen" beim Hessischen Tourismusverband, die aktuellen Möglichkeiten der Qualitätsschaffung und -sicherung im Hotelgewerbe vor. Werde Qualität als "exakte Erfüllung der Anforderungen und Erwartungen eines Kunden" verstanden, dann, so Wolf, reichten die üblichen Qualitätssysteme wie Sterne-Auszeichnungen nicht mehr aus. Derartige Standards würden die Kunden ebenso erwarten wie einen hinreichend großen Speicherraum auf ihrem Computer. Im Tourismus entscheide immer mehr die "Software aus Arbeitsabläufen, Freundlichkeit und weiteren menschlichen Faktoren - und das alles betrachtet natürlich aus Kundensicht". In seinem Überblick präsentierte Wolf die noch junge bundesdeutsche Initiative "ServiceQualität", welche auf einem sehr erfolgreichen Vorbild aus der Schweiz fußt. Wolf unterstrich, dass es nicht allein auf das Hotel oder die Pension allein ankomme, sondern auch auf das Umfeld. Jeder Gast nehme sein Reiseziel als ganzheitlich wahr - angefangen von der Suche im Internet oder im Prospekt über die Anreise, den Shopping- und Kulturmöglichkeiten am Ziel bis hin zur Abreise. Auch die Angebotsvielfalt des Einzelhandels oder die Behandlung in der Arztpraxis gehörten deswegen bei "ServiceQualität" zu den Kriterien. Die angebotenen Maßnahmenpakete seien recht günstig und ließen sich ausbauen. Mit jeder Qualitätsstufe steigen, laut Wolf, "erfahrungsgemäß der Gewinn, das Image und auch die Finanzierungschancen bei den Banken".

In seinem lebhaften Co-Referat beschrieb Olaf Seifert, Geschäftsführer beim Tourismusverband Franken mit Sitz in Nürnberg, wie sein Verband die von den Kunden geforderte Qualität aktiv umsetzt. Er erläuterte die Marketing-Maßnahmen, aber auch die enge Koordination mit den Städten und Gemeinden. Besonders beeindruckend für die These, dass heute der "themenbezogene und nicht mehr ausschließlich der landschaftsbezogene Tourismus zählt", waren Seiferts Ausführungen zum bemerkenswerten Erfolg des Mainradweges. Der in Top-Qualität ausgebaute und beworbene Radweg "wird langsam zur Radautobahn", beschrieb Seifert den länderübergreifenden bayerisch-hessischen Erfolg. Die "beste Resonanz in den Medien" verdanke dieser Radweg ausschließlich den konsequent umgesetzten Qualitätsmaßnahmen, zu denen auch die öffentliche Zurschaustellung von Missständen in einzelnen Gemeinden gezählt habe. Das, so Seifert, habe diszipliniert, etwa bei "Stadtverwaltungen, deren Tourismusinformationen keine kundenfreundlichen Öffnungszeiten kannten, weil das Rathaus immer am Freitagmittag schließt und dort das Büro untergebracht war. So etwas ist sehr misslich für Reisende, die am Wochenende kommen". Neben aller notwendigen Qualität sollten die Hoteliers und Gastronomen aber keinesfalls die besondere Bedeutung des Faktors Emotion unterschätzen, warnte Seifert abschließend.

Zum Ende des Tourismustages zeigten drei persönlich gehaltene Expertenberichte, wie Qualität in Hotels gelebt werden kann. Evelyn Bachmann vom Adler-Landhotel aus Bürgstadt, Gabriele Christ vom Best Western Premier Hotel Villa Stokkum in Hanau-Steinheim und Peter B. Lehnardt vom Kurfürstlichen Schlosshotel Weyberhöfe gaben viele praxistaugliche Tipps und persönliche Einschätzungen.

Hintergrundinformation - Tourismus im Spessart - was unternimmt die IHK?

Der Spessart unterscheidet sich im hessischen Norden landschaftlich kaum vom südlichen Teil, der zum Freistaat Bayern gehört. Aber politisch betrachtet ist der Spessart ein geteiltes Mittelgebirge. Diese Landesgrenze erschwerte es lange Zeit den Touristikern in der Region, sich im Wettbewerb der Standorte zu profilieren. Sinkende Marktanteile waren die Folge. Dabei war und ist die Ausgangslage gut: Der Spessart ist als Reiseziel bestens bekannt. Aber er wird von den Touristen als ungeteiltes Mittelgebirge betrachtet, darauf sollte sich nicht nur das Marketing einstellen.

Es fällt den Verantwortlichen für Tourismus nicht immer leicht, die mentale Hürde namens Landesgrenze zu überwinden. Doch es lohnt sich: Denn wenn Gastronomen, Hoteliers, Kulturschaffende, Einzelhändler und die unterschiedlichen politischen Akteure in Bayern und Hessen besser zusammenarbeiten, kann der Spessart von der Zukunftsbranche Tourismus wirklich profitieren. Unerlässlich für mehr Erfolg: Eine gute interkommunale Zusammenarbeit.

Damit der Tourismus seine Chancen wahrnehmen kann, begannen die beiden IHKs Aschaffenburg und Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern vor ziemlich genau zehn Jahren, eine gemeinsame Plattform für das Netzwerken aufzubauen: Die Tourismustage, die mittlerweile im Abstand von zwei Jahren als Plattform für Weiterbildung und den wechselseitigen Austausch glänzen.

Mittlerweile gibt es schon manch schönen Erfolg zu feiern, nicht nur bei gemeinsamen Marketingmaßnahmen. Auch die Verantwortlichen in den beiden Staatskanzleien in München und Wiesbaden teilen seit mehreren Jahren die Ansichten der beiden IHKs. Für den modernen Spessart-Tourismus bedeutet das: Das Fundament steht und wird tragfähiger.

Touristiker, die sich für die Aktivitäten der beiden IHKs interessieren, erhalten weitere Informationen bei der IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern, Ursula Cerbe.

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