Technologietransferpreis der IHK für PTB-Forscher

Ein neues System für künstliche Zähne

(PresseBox) (Braunschweig, ) Professor Manfred Peters (57), Leiter der Abteilung für Mechanik und Akustik an der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig, erhält den mit 10.000 Euro dotierten Technologietransferpreis der IHK. Er hat ein neues Zahn-Implantat-System entwickelt, das gegenüber den bisherigen Systemen erhebliche Vorteile für Patient, Zahnarzt und Zahntechniker bietet. Gemeinsam mit Mitarbeitern des Universitätsklinikums Aachen und der Firma Heraeus hat der Preisträger die neue Technologie zur Marktreife gebracht.

Mit der Auszeichnung würdigt die IHK nach den Worten von Präsident Dr. Klaus Schuberth und dem Jury-Vorsitzenden Professor Werner Gramm nicht nur richtungs-weisende Forschungsergebnisse, die in der Region Braunschweig entwickelt wurden, sondern will auch eine Brücke zwischen Wissenschaft und Wirtschaft schlagen, so dass aus Forschungsergebnissen „Innovationen“ und Markterfolge in den Unterneh-men werden.

Was Professor Manfred Peters, Physiker und Festkörpermechaniker in der PTB, entwickelt hat, gleicht im Bereich der Implantate einer kleinen Revolution. Die meisten der über 100 bekannten Implantat-Systeme, die es derzeit weltweit gibt, arbeiten nämlich mit einem so genannten Verschraubungsmechanismus, der beim Einsetzen des Implantats eine große Sorgfalt erfordert, da sonst sehr schnell überhöhte Span-nungszustände entstehen können. Diesen Verschraubungsmechanismus hat Peters als Fehlerquelle der herkömmlichen Systeme erkannt. „Auch mit diesen Systemen lassen sich gute Ergebnisse erzielen, wenn der Zahnarzt über viel Erfahrung und eine ruhige Hand verfügt,“ sagt Professor Peters, „aber gerade die starke Abhängigkeit von dem Können des Zahnarztes hat mich veranlasst, nach einem völlig neuen Weg zu suchen.“

Peters entwickelte einen „Steck-Clip-Mechanismus“ für Zwischenstadien der Behand-lung und einen neuartigen Verbindungsmechanismus für den endgültigen Aufbau, ein Verfahren, bei dem das Implantat ohne Verschraubung fest eingefügt wird. Zahnarzt und Zahntechniker können dabei kaum Fehler machen, da das System lediglich aus fünf verschiedenen Grundteilen besteht und beim Einsetzen keine Spannungen mehr entstehen können. Mit den Ergebnissen einer Langzeitstudie, bei der insgesamt 150 Patienten mit knapp 500 Implantaten versorgt wurden, ist Professor Peters sehr zufrieden.

Der Technologietransferpreis wurde 1985 ins Leben gerufen, um auf die Bedeutung des Transfers der Forschungsergebnisse in die Wirtschaft aufmerksam zu machen. Einen solchen Preis, der den Transfervorgang würdigt, hat es bis dahin in Deutschland noch nicht gegeben. In diesem Jahr wird er bereits zum 21. Mal verliehen.

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