MAN Salzgitter bricht Standortversprechen: Neues Logistik Zentrum soll mit Dumping-Löhnen arbeiten

(PresseBox) (Hannover, ) Der Nutzfahrzeughersteller MAN hat in seinem Werk in Salzgitter eine neue Logistik GmbH gegründet, deren Beschäftigte zu Dumping-Löhnen außerhalb des Metall-Tarifvertrages arbeiten sollen. Danach sollen alle neu Eingestellten künftig 40 statt 35 Stunden die Woche arbeiten. Der Tarifurlaub von 30 Tagen soll auf 20 gesenkt werden. Zusätzliches Urlaubsgeld und die tarifliche Sonderzahlung (Weihnachtsgeld) soll es künftig nicht mehr geben. "MAN will die Ersatzteillogistik ausgliedern, um die Einkommen massiv zu senken," sagt Betriebsratsvorsitzender Hilmar Pawel. "Damit wird der bisherige tarifliche Stundenlohn fast halbiert."

So soll künftig im untersten Einkommen der Stundenlohn von bisher 15,65 Euro auf 8,03 Euro halbiert werden. "MAN macht damit den Schlecker", kritisierte der Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Salzgitter, Horst Ludewig, das Vorgehen. Genauso schlimm sei jedoch, so Ludewig, dass MAN damit das im Januar 2008 gegebene Standortversprechen gebrochen habe.

So habe MAN im Jahr 2008 die Busfertigung aus Salzgitter nach Polen und in die Türkei verlagert. In einem Standorttarifvertrag wurden unter anderem 220 Ersatzarbeitsplätze in der Ersatzteillogistik zugesagt. Die neu gebaute Halle wurde aus Lohnzugeständnissen der Beschäftigten bezahlt. Die stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Elke Behmer: "Diese Arbeitsplätze wurden vom MAN-Vorstand und dem örtlichen Management gegenüber der Belegschaft, aber auch gegenüber der IG Metall und dem damaligen Ministerpräsidenten Christian Wulff als zukunftssicher in einem sicheren Geschäftsfeld zugesagt."

Aufgrund dieser Versprechen wechselten 160 der insgesamt 2500 Beschäftigten am Standort in diesen Bereich der Ersatzteillogistik und akzeptierten erhebliche Verdiensteinbußen von bis zu 1500 Euro monatlich. Sie erhalten im Moment eine Verdienstsicherung, die allmählich abschmilzt.

Betriebsrat und IG Metall haben jetzt rechtliche Schritte eingeleitet, um dem Bruch des Standorttarifvertrages und dem Ausschleichen aus dem Tarifvertrag zu begegnen. Am morgigen Donnerstag beginnen die Verhandlungen beim Arbeitgeberverband NiedersachsenMetall in Hannover. Elke Behmer kündigte an: "Wir werden die Verhandlungen bei Bedarf mit betrieblichen Aktionen unterstützen."

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