Conti-Betriebsräte fordern Erhalt der Pkw-Reifenproduktion in Stöcken

(PresseBox) (Hannover, ) Die Betriebsräte aller deutschen Conti-Standorte rufen Vorstand und Aufsichtsrat des Unternehmens zum Verzicht auf die geplante Schließung im Pkw-Reifenwerk in Stöcken auf. Die Arbeitnehmervertreter erwarten eine Erklärung des Vorstandes über die Fortgeltung der Betriebsvereinbarung vom Mai 2005 und den Erhalt der Pkw-Reifenproduktion in Stöcken. Dafür sprachen sich rund 250 Conti-Betriebsräte auf einer Zusammenkunft in Hannover aus. Die Betriebsräte übten heftige Kritik an der Vorgehensweise des Unternehmens. Der Conti-Vorstand greift mit seiner Absicht, die Pkw-Reifenproduktion in Stöcken zu schließen, in bestehende Vereinbarungen ein. Damit stellt das Unternehmen die Verlässlichkeit von abgeschlossenen Vereinbarungen in Frage. Das sei nach Ansicht der Betriebsräte nicht hinnehmbar.

Gesamtbetriebsratsvorsitzende Bärbel Bruns sagte: “Wir waren bereit, Opfer zu bringen, um unsere Arbeitsplätze zu erhalten. Die Continental-Mitarbeiter haben sich an den Teil dieser Vereinbarung gehalten, während der Vorstand diese bis zum Rechtsbruch unterwandert. So ist in Zukunft keine vertrauensvolle Zusammenarbeit mehr möglich!“

Michael Iglhaut, Gesamtbetriebsratsvorsitzender von Continental Teves und stellvertretender Konzernbetriebsratsvorsitzender, warf der Unternehmensspitze vor, eine Politik der Renditesteigerung um jeden Preis zu betreiben. Michael Iglhaut sagte: „Trotz zweistelliger Umsatzrenditen will der Vorstand den Beschäftigten immer mehr Zugeständnisse abpressen. Diese hemmungslose Politik der Renditesteigerung auf dem Rücken der Beschäftigten nehmen wir nicht hin. Der Fall Stöcken ist ein vorläufiger Höhepunkt: Wer wie Herr Wennemer Arbeitsplätze trotz schwarzer Zahlen vernichtet, handelt gegenüber den Arbeitnehmern und ihren Familien nicht nur verantwortungslos, sondern auch rücksichtslos.“

Bruno Hickert, Konzernbetriebsratsvorsitzender, griff in seiner Kritik den Conti-Vorstandsvorsitzenden an. Hickert sagte: „Man kann von Mitarbeitern, die sich massiv hintergangen fühlen, keinen besonderen persönlichen Einsatz erwarten. Wer sich betrogen fühlt, reagiert mit Frust und Unlust.

Ein Manager wie Manfred Wennemer müsste wissen, wie wichtig das Engagement jedes Einzelnen für den Erfolg des Unternehmens ist. Mit einer schnellen Zusage für den Erhalt des Standortes ließe sich der Schaden noch begrenzen.“

Die einseitig von Conti gekündigte Betriebsvereinbarung vom Mai 2005 sollte die Pkw-Reifenproduktion für vier Jahre sichern. Dafür hatten die Beschäftigten weitreichende Zugeständnisse gemacht. In Gesprächen zwischen Betriebsrat, Gewerkschaft und Unternehmen hatte Conti angeboten, die Schließung um ein halbes Jahr bis Mitte 2007 hinauszuschieben. Das hatte die Arbeitnehmerseite als unzureichend abgelehnt, da es nicht die geringste Perspektive für die vom Jobverlust bedrohten Arbeitnehmer geboten hätte.

Am Mittwoch, 14. Dezember kommt der Aufsichtsrat zu einer Sitzung zusammen. Die Betriebsräte kündigen für morgen früh (Mittwoch, 14.12., ca.8.30 Uhr) eine Protestkundgebung vor der Conti-Hauptverwaltung in der Vahrenwalder Straße, Hannover, an.

Der Autozulieferer Continental umfasst sowohl die Produktion von Reifen im Zuständigkeitsbereich der Gewerkschaft IG BCE als auch einen Konzernteil mit Betrieben zur Herstellung von Fahrzeugbremsen und Fahrzeugelektronik (Automotive Systems), der traditionell von der IG Metall betreut wird.

weitere Termine:
14. Dezember, 17:00 Uhr Pressekonferenz im Raum C.103 in der
Hauptverwaltung der IG BCE, Königsworther Platz 6 Hannover mit Werner
Bischoff, Vorstandsmitglied der IG BCE

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