vbw zum 1. Mai der Gewerkschaften: Nicht allein auf den Staat verlassen

Brossardt: "Arbeit und Bildung schaffen Gerechtigkeit"

(PresseBox) (München, ) Anlässlich der Kundgebungen zum 1. Mai hat der Hauptgeschäftsführer der vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., Bertram Brossardt, die Gewerkschaften vor der Illusion gewarnt, der Staat allein könne für Gerechtigkeit sorgen.

Brossardt: "Wenn ich sehe, was die Gewerkschaften zum 1. Mai vom Staat fordern, wird mir mulmig. Denn der Staat allein schafft auf Dauer keine Gerechtigkeit. Gerechtigkeit entsteht dann, wenn Arbeit da ist. Arbeit gibt es, wenn die Unternehmen international wettbewerbsfähig sind und deshalb Jobs schaffen und sichern." Dazu werde aber kein einziges Wort gesagt.

Stattdessen vertrete die Gewerkschaft Positionen, durch die Arbeit hierzulande vernichtet würde. "Wer Mindestlöhne fordert und die Zeitarbeit eindämmen will, zerstört die Jobchancen gerade derer, die am meisten Probleme am Arbeitsmarkt haben, nämlich Geringqualifizierte. Das Resultat wären nicht bessere, sondern keine Jobs."

Wenig Verständnis hat der Hauptgeschäftsführer zudem für die Forderung nach mehr Mitbestimmungsrechten. "Nirgendwo auf der Welt haben die Arbeitnehmer mehr Mitspracherechte als bei uns." Auch wenn sich insbesondere die Zusammenarbeit von Betriebsräten und Firmenleitungen in der zurückliegenden Rezession durchaus bewährt habe, so gelte: Ein Aufbau zusätzlicher Mitbestimmung diene ausschließlich den organisationspolitischen Interessen der Gewerkschaften, nicht jedoch den Betrieben und dem Erhalt von Arbeitsplätzen.

Überein stimmt der Hauptgeschäftsführer mit der Gewerkschaft in der Forderung nach einem guten Bildungssystem. "Hier ist der Staat gefragt, mehr als bisher zu tun, um durch ein verbessertes Bildungssystem für die Menschen gute Startbedingungen zu schaffen." Allerdings gebe der Staat derzeit immer noch nahezu siebenmal mehr Geld für Umverteilung und soziale Gerechtigkeit aus als für Bildung. Brossardt: "Das ist der eigentliche Skandal. Hier müssen die Weichen für mehr Bildung gestellt werden. Denn es gilt: Besser früh investieren, statt später mit hohem Aufwand reparieren."

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