vbw warnt vor irreführender Diskussion beim Lohngefälle

Brossardt: "Lohnunterschiede nicht mit Lohndiskriminierung verwechseln"

(PresseBox) (München, ) Im Vorfeld des "Equal pay day" warnt die vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. vor einer verzerrten Darstellung des Lohngefälles zwischen Frauen und Männern. In der öffentlichen Diskussion dominiere die Meinung, dass Frauen schlechter bezahlt werden als Männer, so vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. "Doch diese Lohnunterschiede sind keine Belege für eine bestehende Diskriminierung, sondern beruhen auf objek-tiv erklärbaren Sachverhalten."

So habe eine aktuelle EU-Statistik zwar ergeben, dass der durchschnittliche Stundenlohn von Frauen in Deutschland immer noch unter dem von Männern läge. "In der selben Untersuchung wurde aber festgestellt, dass der Grund hier-für nicht eine unterschiedliche Bezahlung für gleiche Arbeit ist", erläutert Bros-sardt. Gründe für die Ungleichheit seien vielmehr die hohe Teilzeitquote und der hohe Frauenanteil im Niedriglohnbereich. Weiterhin zählten Babypausen zu den wichtigsten Ursachen für den Verdienstunterschied. Frauen, die ihrem Job länger als drei Jahre den Rücken kehren, hätten 14 Prozent weniger auf dem Lohnzettel als Männer mit gleicher Arbeitszeit und Qualifikation. "Um das zu ändern, muss die Kinderbetreuung und das Angebot an Ganztagesschulen ausgebaut werden, um Frauen einen raschen Wiedereinstieg ins Berufsleben zu ermöglichen", so Brossardt. Problematisch sei darüber hinaus, dass Frauen das breite Spektrum der fast 350 Ausbildungsberufe nur sehr eingeschränkt nutzen und sich auf wenige, oft niedrig dotierte Tätigkeiten konzentrieren würden.

Zudem habe der kürzlich vorgestellte bayerische Sozialbericht ergeben, dass sich die Einkommensdifferenz zwischen Männern und Frauen in Bayern zwi-schen 1995 und 2007 um 10 Prozent verringert habe. "Wir sind also auf dem richtigen Weg", stellt Brossardt hierzu fest. Für die vbw sei es selbstverständ-lich, dass es keine geschlechtsspezifische Diskriminierung bei Löhnen geben darf. Das notwendige rechtliche Instrumentarium, um dies zu verhindern, exis-tiere bereits seit Jahren. "Hier gibt es keinen gesetzgeberischen Handlungsbe-darf", bekräftigt Brossardt. Es gehe vielmehr darum, die Ursachen für Lohnun-terschiede anzugehen. Brossardt befürwortet deshalb auch ein verstärktes En-gagement im Sinne einer familienbewussten Arbeitswelt. Die vbw habe aus diesem Grund zusammen mit dem Bayerischen Sozialministerium ein neues Förderprojekt mit dem Titel "eff - effizient familienbewusst führen!" ins Leben gerufen. Ziel sei es, Betrieben Unterstützung für eine effiziente und familien-bewusste Führungsarbeit zu bieten und damit familienfreundliche Angebote in der bayerischen Wirtschaft zu fördern.

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