vbw: Zweijährige Pflegezeit geht trotz Rürup-Vorschlag einseitig zu Lasten der Unternehmen

Brossardt: "Das Gesamtsystem der Pflege muss reformiert werden"

(PresseBox) (München, ) "Die Vorschläge des Bundesfamilienministeriums für eine gesetzliche zweijährige Pflegezeit sind nicht zielführend. Sie sind bürokratisch, helfen den Betroffenen kaum und sind praktisch kaum umsetzbar. Das jetzt vorgelegte Konzept von Professor Rürup für eine Versicherung, mit der im Ergebnis finanzielle Risiken für die Wirtschaft reduziert werden sollen, ändert daran nichts. Die Vorschläge sind außerdem nicht wirklich ausgegoren", sagte der Hauptgeschäftsführer der vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., Bertram Brossardt, zur heutigen Pressekonferenz von Ministerin Schröder und Professor Rürup in Berlin.

"Es bleibt dabei, dass die Unternehmen das finanzielle Risiko tragen müssten: Denn in den ersten zwei Jahren arbeiten nach den Vorschlägen aus Berlin die Mitarbeiter in Pflegezeit nur zu 50 Prozent, beziehen aber 75 Prozent des Gehalts. Die Unternehmen müssen also in Vorleistung gehen. Offen ist außerdem, ob die Versicherung für Arbeitnehmer verpflichtend oder freiwillig ist", so Brossardt.

Die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf sei selbstverständlich Bestandteil der betrieblichen Personalpolitik. Deshalb müssten in jedem Betrieb individuelle Vereinbarungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer gefunden werden - ein allgemeingültiges Gesetz sei aber das falsche Signal. Brossardt: "Pflege ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die Unternehmen leisten hier bereits sehr viel. Knapp 96 Prozent der Unternehmen bieten heute Formen flexibler Arbeitszeiten oder Telearbeit an - im Jahr 2003 waren es nur 76,8 Prozent. Das Bundesfamilienministerium selbst hat in seinem aktuellen 'Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit' ermittelt, dass jedes zwölfte Unternehmen darüber hinaus explizit Maßnahmen zur Unterstützung bei der Pflege von Angehörigen anbietet. Es kann daher nicht sein, dass die weiteren Lasten einseitig den Arbeitgebern aufgebürdet werden."

Insgesamt hält Brossardt den Vorschlag von Bundesministerin Schröder für ein Ablenkungsmanöver vom eigentlichen Problem. "Das Gesamtsystem der Pflege muss reformiert und auf ein kapitalgedecktes System umgestellt werden. Und das ist nicht die Aufgabe von Unternehmen, sondern eine dringende Herausforderung für die Bundesregierung."

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