Verband der Kunststoff verarbeitenden Industrie in Bayern e. V.

"Branche in schwierigem Fahrwasser"

(PresseBox) (München, ) Die Kunststoff verarbeitende Industrie in Bayern bekommt die Wirtschaftskrise zu spüren. "Das vierte Quartal war desaströs. Das Minus im Dezember-Umsatz lag bei 12 Prozent", berichtete der scheidende Vorsitzende des Verbandes der Kunststoff verarbeitenden Industrie in Bayern e. V. (KVI), Siegfried Elbracht, auf der KVI-Mitgliederversammlung. Noch im vergangenen Jahr schrieben die über 300 Unternehmen mit ihren mehr als 63.000 Beschäftigten eine schwarze Null und erwirtschafteten insgesamt 10,8 Milliarden Euro. Elbracht: "Damit lagen Umsatz und Produktion in Bayern in etwa auf dem Vorjahreswert." Wie es nach dem abrupten Einbruch zum Jahresende weiter geht, sei offen. "Wir haben im Februar den bislang tiefsten Punkt erreicht. Ob das die Talsohle war, wissen wir nicht", so Elbracht, der sich nach einer 16-jährigen Amtszeit nicht mehr einer Neuwahl stellte.

Die Branche muss laut Elbracht auch in Bayern erste Insolvenzen erleben. Dabei spiele oft das finanzielle Umfeld eine Rolle: "Vielfach sind es Banken und Gläubiger, die angesichts der eigenen, desolaten Lage kein Risiko mehr eingehen und deshalb Anforderungen für neue Kredite immer höher schrauben." Trotz der widrigen Bedingungen hätte sich die Kunststoff verarbeitende Industrie in Bayern gut auf die Krise eingestellt: "Es wurde schnell und konsequent gehandelt. Investitionsprojekte wurden verschoben, Kostensenkungspläne in den verschiedensten Unternehmensbereichen umgesetzt und Budgeteinsparungen vorgenommen". Man habe ohne Zögern den Ernst der Situation akzeptiert.

Als Nachfolger wählten die KVI-Mitglieder Christoph Faßhauer, Vorstand der Oechsler AG, Ansbach. Der neue KVI-Vorsitzende rief bei seinem Amtsantritt die Politik zu einer ideologiefreien Diskussion zur Zukunft der Energieversorgung in Deutschland auf. "Das Thema ist für die Kunststoff verarbeitende Industrie überlebenswichtig. Der Strompreis ist ein Baustein unserer Wettbewerbsfähigkeit. Hohe Strompreise können für unsere Unternehmen zum Stolperstein werden." Nicht zuletzt deshalb brauche Deutschland eine sichere und bezahlbare Stromversorgung. Faßhauer: "Dies wird in den kommenden Jahren ohne Kernkraft nicht möglich sein. Es wäre kurzsichtig von der Politik, weiter im rot-grünen Ausstiegsszenario zu bleiben." Der neugewählte KVI-Vorsitzende kritisierte in dem Zusammenhang die aktuelle Diskussion um die Zukunft der Kernkraft in Deutschland: "Leider gibt es Politiker im Land, die jeden Betriebsausfall in oder um Kernkraftwerke herum dazu nutzen, ihre Forderung nach einem Ausstieg zu bekräftigen. Antworten, wie wir - gerade im Süden Deutschlands - den hohen Anteil an Atomstrom preis- und CO2-neutral so kurzfristig ersetzen sollen, bleiben sie schuldig. Auf ein "das-wird-sich-dann-schon-ergeben" können wir uns als Industrie jedenfalls nicht stützen."

Faßhauer erinnerte auch daran, dass die Branche wichtige Beiträge für die Umwelttechnologie liefert. "Energieeinsparung, innovative Automobile, Recycling und Fortschritt in der Medizin - nichts geht ohne modernen Kunststoff."

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