VBM zum "Aktionsplan zur Krisenbewältigung" der IG Metall

Brossardt: "IG Metall missbraucht Krise für organisationspolitische Ziele"

(PresseBox) (München, ) Der Hauptgeschäftsführer des VBM - Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e. V., Bertram Brossardt, hat den Aktionsplan der IG Metall zur Krisenbewältigung kritisiert. Er warf der Gewerkschaft vor, die schwierige wirtschaftliche Situation auszunutzen, um altbekannte Forderungen nach größerem Einfluss ihrer Organisation in den Unternehmen zu erneuern. "Die Konjunkturkrise liefert überhaupt keinen Grund, mehr Mitbestimmungsrechte zu fordern. Nirgendwo auf der Welt haben die Arbeitnehmer mehr Mitspracherechte als in Deutschland. Ein flächendeckender Aufbau zusätzlicher Mitbestimmung dient ausschließlich den organisationspolitischen Interessen der IG Metall, nicht jedoch den Betrieben und dem Erhalt von Arbeitsplätzen." Er sehe nicht, wie die gegenwärtige Konjunkturkrise durch die Präsenz zusätzlicher IG Metall Funktionäre in den Aufsichtsräten hätte vermie-den werden können.

Zwar fordert auch Brossardt, dass in der Krise der Erhalt von Arbeitsplätzen oberste Priorität haben müsse. Er kritisierte jedoch die Ankündigung der Ge-werkschaft, gegen jede Form von Beschäftigungsabbau Widerstand zu leisten. "Die bayerischen M+E-Betriebe versuchen alles, um möglichst viele Jobs in der Krise zu erhalten. Bei Auftragsrückgängen von bis zu 50 Prozent sind Ent-lassungen aber nicht vermeidbar, wenn man nicht gleichzeitig die Existenz ganzer Betriebe aufs Spiel setzen will. Ich wünsche mir von der IG Metall hier mehr Ehrlichkeit. Arbeitsplätze sichern wir durch gemeinsame Anstrengungen aller Beteiligten auf betrieblicher Ebene, nicht durch Demonstrationen. Und schon gar nicht durch eine ablehnende Haltung gegenüber jobsichernden Maßnahmen wie die Verschiebung der zweiten Stufe der Tariferhöhung in der M+E-Industrie."

Zudem warnte Brossardt die IG Metall davor zu glauben, man könne durch eine krampfhafte Bewahrung des Status Quo die deutsche Industrie aus dem Konjunkturtal führen. "Die Wirtschaft lebt von Dynamik, ständigen Verbesse-rungen und freiem unternehmerischen Handeln. Die deutsche M+E-Industrie ist der beste Beweis dafür. Sie hat sich nach einer schwierigen Phase in den letzten Jahren durch teilweise schmerzhafte Umstrukturierungen zu einer international äußerst wettbewerbsfähigen Industrie entwickelt. Wenn wir diesen Prozess nun völlig einfrieren, werden wir schon in kurzer Zeit die Zeche in Form verkrusteter und nicht mehr wettbewerbfähiger industrieller Strukturen bezah-len!"

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