Blitzumfrage der bayerischen Metallarbeitgeber

Brossardt: "Lage hat sich weiter verschlechtert"

(PresseBox) (München, ) Die Lage der bayerischen M+E-Industrie hat sich weiter verschlechtert. Nach einer aktuellen Blitzumfrage des VBM - Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e. V. unter seinen tarifgebundenen Mitgliedsbetrieben beabsichtigt mehr als jedes zweite Unternehmen, in den nächsten Monaten Beschäftigung abzubauen. Die Umfrage repräsentiert 90 Prozent der Betriebe und 90 Prozent der Beschäftigten der tarifgebundenen M+E-Industrie in Bayern.

Laut Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer des VBM, passen die Unternehmen ihre Personalkapazitäten vor allem dadurch an, indem sie fluktuations- und altersteilzeitbedingten Abgänge nicht mehr ersetzen und Zeitarbeitskräfte abbauen. "Trotzdem werden 15 Prozent der tarifgebundenen M+E-Betriebe in Bayern an betriebsbedingten Kündigungen nicht vorbei kommen", sagte Brossardt. "Aus heutiger Sicht gehen wir davon aus, dass durch all diese Maßnahmen bis Ende des Jahres 20.000 Arbeitsplätze in der bayerischen M+E-Industrie abgebaut werden."

Eine spürbare Zunahme der betriebsbedingten Kündigungen erwartet Brossardt nach Auslaufen der ersten Kurzarbeitswelle Mitte des Jahres. "Aktuell haben knapp 50 Prozent der VBM-Betriebe Kurzarbeit angemeldet. Insgesamt sind derzeit 116.000 Beschäftigte davon betroffen. Der Großteil der Kurzarbeit läuft entweder zur Jahresmitte oder zum Jahresende 2009 aus."

In der Umfrage wurde auch nach den Plänen der Betriebe gefragt, die zweite Stufe der Tariferhöhung in Höhe von 2,1 Prozent, die zum 1. Mai ansteht, nach hinten zu verschieben. Demnach wollen 56,5 Prozent der Betriebe von dieser Möglichkeit Gebrauch machen, weitere sieben Prozent prüfen dies noch. Der Rest der Firmen schließt eine Verschiebung der zweiten Stufe der Tariferhöhung definitiv aus. Brossardt: "Die Umfrage beweist, dass die Betriebe sehr verantwortungsvoll mit den Möglichkeiten des Tarifvertrags umgehen. Nur dort, wo es die betriebliche Lage erfordert, ist tatsächlich eine Verschiebung geplant. Von Missbrauch kann also keine Rede sein." Um möglichst viele Arbeitsplätze zu retten forderte Brossardt die Betriebsräte und die IG Metall zur Kooperation auf. "Wir müssen alles daran setzen, dass dort, wo eine Verschiebung der zweiten Stufe notwendig ist, diese auch zügig umgesetzt wird."

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