Bankenverbands-Präsident erwartet weiter unruhige Zeiten für die Branche

Dr. Theodor Weimer: "Reformvorschläge schmälern Gewinne um bis zu 40 %"

(PresseBox) (München, ) Dr. Theodor Weimer, seit Oktober neuer Präsident des Bayerischen Bankenverbandes e. V., hat die Branche auf der heutigen Mitgliederversammlung des Verbandes auf weitere unruhige Zeiten eingestellt. „Trotz der Tatsache, dass sich die Lage auf den Finanzmärkten beruhigt und die Banken die Belastungen bis auf wenige Ausnahmen verarbeitet haben, müssen wir wiederkehrende Krisen als Bestandteil unseres Wirtschaftssystems akzeptieren“, sagte Weimer.

„Es wurde weltweit so viel zusätzliche Liquidität in das System gepumpt, dass die Weltwirtschaft fragiler und instabiler geworden ist. Wir sind in einer `Blasenöko-nomie´ angekommen", so Weimer. Und in einer solchen seien Krisen der Normal-fall, nicht die Ausnahme.

Eine strengere und bessere Regulierung als Antwort auf die Krise sei prinzipiell richtig. „Diese wird dazu beitragen, die negativen Folgen und die Kosten der Krisen zu verringern.“ Weimer warnte aber vor Wettbewerbsverzerrungen durch eine ungleichmäßige internationale Einführung der neuen Regeln. Als negatives Bei-spiel nannte er die zögerliche Umsetzung von Basel II in den USA. Insgesamt dürfe die Politik die kumulativen Wirkungen der zahlreichen neuen Regeln auf die Profitabilität der Banken nicht unterschätzen. „Unser Bundesverband hat berech-net, dass die tatsächliche Umsetzung der bisher bekannten Reformvorschläge zur Einlagensicherung, Finanzmarktsteuer und zur Bankenabgabe eine Reduzierung des Nachsteuergewinns der Banken um bis zu 40 % bedeuten würde – und Basel III ist hierbei noch nicht einmal berücksichtigt", sagte Weimer.

Es liege aber nicht allein an der Politik, die Zukunft des Finanzsektors zu gestalten. Die Banken müssten vielmehr gemeinsam versuchen, ihre Strukturen, Prozesse und ihr Geschäftsgebaren so auszurichten, dass sie das in der Krise verspielte Vertrauen der Gesellschaft Stück für Stück zurückgewinnen. Dies gelte auch für Bayern. „Unser Bankenplatz hat einen ziemlichen Hagelschauer erlebt. Der Bayerische Bankenverband steht daher in einem konstruktiven Dialog mit der Politik. Er verfügt mit der Finanzplatz München Initiative über eine Plattform zur Interessenbündelung, bei der die Finanzwirtschaft auch bankengruppenübergrei-fend gut zusammenarbeitet.“

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