Arbeitnehmerfreizügigkeit für Bulgarien und Rumänien: vbw erwartet keinen Ansturm auf den bayerischen Arbeitsmarkt

Brossardt: "Wir müssen um qualifizierte Arbeitskräfte aus dem Ausland werben"

(PresseBox) (München, ) Ab 1. Januar 2012 genießen Bürger aus Bulgarien und Rumänien weitgehende Arbeitnehmerfreizügigkeit in Deutschland. Die vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. sieht in den Erleichterungen eine Chance für die bayerische Wirtschaft, die weiterhin dringend Fachkräfte sucht. "Bereits 2015 werden im Freistaat etwa 520.000 Arbeitskräfte fehlen. Wir sind davon überzeugt, dass der Zuzug von gut ausgebildeten Fachkräften zu einer stärkeren wirtschaftlichen Dynamik führt", erklärte der Hauptgeschäftsführer der vbw, Bertram Brossardt.

Der Hauptgeschäftsführer erwartet allerdings keinen Ansturm auf den bayerischen Arbeitmarkt: "Schon die Zuwanderung aus den acht mittel- und osteuropäischen EU-Beitrittsländern, für die seit dem 1. Mai die uneingeschränkte Arbeitnehmerfreizügigkeit gilt, ist laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung nur sehr moderat gestiegen: deutschlandweit um maximal 60.000 Personen. Ich bin sicher, dass auch aus Bulgarien und Rumänien kein Run auf unseren Arbeitsmarkt einsetzen wird."

Brossardt weiter: "Die meisten Arbeitsuchenden aus Mitteleuropa, die an einer Tätigkeit im Ausland interessiert waren, sind in den vergangenen Jahren bereits in die Länder gegangen, die ihnen seit 2004 die volle Arbeitnehmerfreizügigkeit gewähren. Außerdem hat sich die wirtschaftliche Lage in den jeweiligen Ländern mittlerweile so verbessert, dass viele keine Notwendigkeit einer Beschäftigung im Ausland sehen."

Brossardt begrüßt, dass die Bundesregierung mit dem neuen Anerkennungsgesetz mittlerweile die Voraussetzung geschaffen hat, dass viele ausländische Berufsqualifikationen in Deutschland leichter und schneller anerkannt werden können. Er hält auch die geplante Senkung der Mindestverdienstgrenzen und den erleichterten Arbeitsmarktzugang für qualifizierte Zuwanderer im Rahmen der Blue-Card-Regelung für richtig. "Hier müssen weitere Schritte folgen. Insgesamt brauchen wir eine Willkommenskultur in unserem Land."

Zur Fachkräftesicherung hat die vbw fünf Handlungsfelder definiert. Brossardt: "Es gilt, die Beschäftigungschancen von Arbeitslosen durch eine intensivierte Arbeitsvermittlung zu verbessern und die Erwerbsbeteiligung insgesamt, vor allem von Frauen, zu erhöhen. Unabdingbar ist drittens eine Verlängerung der Arbeitszeit und viertens eine breit angelegte Bildungsoffensive. Ergänzend ist die gezielte Zuwanderung ein wichtiger Baustein. In jedem Handlungsfeld haben wir spezielle Programme gestartet."

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