Informatics Inside an der Hochschule Reutlingen - Firmen fehlt Know How für virtuelle Anwendungen

Konferenz der Fakultät Informatik befasst sich mit Virtuellen Welten und 3D Anwendungen

(PresseBox) (Reutlingen, ) Mensch - Maschine - Immersion. Unter diesem Titel hat die Fakultät Informatik am Mittwoch zur Konferenz Informatics Inside eingeladen. Einen Tag lang diskutierten Wissenschaftler und Studierende über die Entwicklung und Anwendungen von Virtuellen Realitäten und 3D Anwendungen. Viele Probleme, so ein Fazit der Konferenz, können dabei nur gelöst werden, wenn die Forscher mehr über die Wahrnehmung des Menschen wissen.

Wie aktuell das Thema Virtuelle Realität (VR) ist und wie vielfältig VR-Anwendungen inzwischen genutzt werden, darauf verwies in seinem Vortrag Dr. Christoph Runde vom Virtual Dimension Center in Fellbach. Zur Berechnung der Aschewolke, die für die Flugverbote gesorgt hat, wurden dreidimensionale Modelle verwendet. Kein Einzelfall, so Runde. Virtuelle Realitäten würden inzwischen in fast allen Bereichen eingesetzt. Angefangen vom am Computer simulierten Crashtest über den Flugzeugbau und Strömungsberechnungen, bis hin zu digitalen 3D Landschaftsmodellen mit denen die Folgen eines Hochwassers berechnet würden.

Probleme mit diesen und anderen VR Anwendungen entstünden vor allem durch die mangelnde Bedienfreundlichkeit, so Runde. Vielen Unternehmen fehle das technische Know-How. Mitarbeiter mit entsprechendem Wissen seien schwer zu finden. "Hier", so Runde zu den Studenten, "liegt ihre Chance".

Wie viel Forschungsarbeit noch geleistet werden muss, bis VR-Anwendungen der Realität entsprechen, machten die Vorträge am Vormittag der Konferenz deutlich.

So verwies Dr. Betty Mohler vom Max Planck Institut in Tübingen darauf, dass Personen sich im virtuellen Raum immer noch anders bewegen, als in der Realität. "Man läuft durch virtuelle Räume langsamer und kann schlechter orientieren", so die amerikanische Wissenschaftlerin. Das Problem aus ihrer Sicht: Wir wissen immer noch zu wenig über uns selbst, wie wir denken, fühlen, hören oder sehen. Erst wenn wir dies verstehen, so Mohler weiter, könnten wir auch virtuelle Welten bauen, in denen wir uns problemlos zu Recht finden. "Wir müssen den Menschen besser verstehen lernen", so Mohler.

Und damit sich Menschen in virtuellen Räumen besser zu Recht finden, kommt es auch auf so unscheinbare Dinge wie die Ausleuchtung an. Licht und Schatten richtig eingesetzt, so Master Studentin Ivelina Alexandrova in ihrem Vortrag, schaffen Orientierung. Christian Neth, ebenfalls Master Student am Studiengang Medien- und Kommunikationsinformatik, ging in seinem Vortrag auf die Gehgeschwingkeit beim Redirected Walking ein. Weitere Vorträge der Studenten befassten sich mit den Themen Echtzeitcomputergrafik (Achim Lang), mit der Integration von Ingenieurprogrammen im Rahmen der digitalen Produktentwicklung (Thomas Lauria), dem Einsatz und der Gestaltung von adaptiven Systemen (Janina und Michael Bierkandt), oder den Anwendungsgebieten und Technologien von Web 3 D (Armin Wälder, Ulf Maier).

Lob für die Vorträge der Studierenden und das durchweg hohe wissenschaftliche Niveau gab abschließend von der amerikanischen Wissenschaftlerin Dr., Betty Mohler. "Ich habe nicht erwartet, dass die Konferenz so groß und professionell organisiert ist." Ein besonderes Lob, denn organisiert wird die Informatics Inside von den Studierenden selbst im Rahmen eines Masterdprojektes am Studiengang Medien- und Kommunikationsinformatik.

Auch Prof. Dr. Uwe Kloos, der das Projekt am Studiengang Medien- und Kommunikationsinformatik betreut, zeigte sich erfreut über das hohe wissenschaftliche Niveau der Konferenz. Ähnlich die Beurteilung durch Prodekan Prof. Boris Terpinc. Die Konferenz habe seiner Meinung nach gezeigt, dass es noch viele ungeklärte Dinge in Bezug auf virtuelle Wahrnehmungen gebe. Hier wolle man auch in Zukunft weiter forschen, so Terpinc und das auch in Zusammenarbeit mit anderen Hochschulen und Forschungseinrichtungen. So wolle man mit dem Zentrum für Radiologie in Heidelberg ein Projekt starten, das Bilder von Computertomographen hörbar mache. Das Geräusch, so Terpinc, könne dann deutlich machen, ob ein Mensch krank ist oder nicht.

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