Wirtschaftsrecht an der HTWG Konstanz: erste Professorin berufen

(PresseBox) (Konstanz, ) Zum Wintersemester startet an der Hochschule Konstanz der Studiengang Wirtschaftsrecht. Er ist dezidiert praxisbezogen. Mit Susanne Engelsing (43) wurde die erste Professorin berufen.

Die promovierte Rechtsanwältin für Markenrecht, Urheberrecht, Gewerblichen Rechtsschutz, Presserecht und Wettbewerbsrecht war bis zu ihrer Berufung an der HTWG bei der international agierenden Kanzlei Schrade und Partner tätig.Was bewegt eine überaus erfolgreiche Anwältin dazu, sich neben den klassischen Pfaden ihrer Profession künftig dem juristischen Nachwuchs zu widmen, der sowohl juristisch als auch wirtschaftswissenschaftlich ausgebildet wird?

Es ist die Erkenntnis, dass im heutigen Wirtschaftsleben "eine klassische Juristenausbildung nicht mehr immer und überall den tatsächlichen Anforderungen entspricht", sagt Susanne Engelsing.Denn Volljuristen, die ihr erstes und zweites Staatsexamen hinter sich haben, erwerben die sogenannte "Befähigung zum Richteramt" und können in Justizberufen die höhere Verwaltungslaufbahn einschlagen. Sie können sich entscheiden, ob sie als selbständige Anwälte praktizieren oder aber Richter und Staatsanwälte werden wollen.

"Dieser Ausbildungsansatz führt jedoch an einem neuen Bedarf des Arbeitsmarktes vorbei", sagt Professorin Engelsing. Schon eine Analyse der Stellenangebote in Printmedien zeige, dass "fast die Hälfte der Stellenangebote für Juristen von privaten Unternehmen geschaltet wird, während die Angebote im öffentlichen Sektor rückläufig sind".

Juristen in der Wirtschaft sind bislang vorwiegend in Rechts- und Personalabteilungen tätig, in denen sie eine rechtsberatende und rechtspflegende Funktionen ausüben.Doch die Wirtschaft stellt "zunehmend neue Anforderungen an juristisch ausgebildete Fachkräfte", sagt Susanne Engelsing. Gesucht "werden vermehrt Absolventen, die in der Lage sind, in ökonomischrechtlichen Zusammenhängen zu denken, fachübergreifend zu agieren und Führungsaufgaben zu übernehmen". Eine Ausbildung, die diesen Anforderungen gerecht werden will, "muss sich also stärker auf das Wirtschaftsrecht konzentrieren" und vertiefte wirtschaftswissenschaftliche Kenntnisse vermitteln.

"Alles dies wollen wir in unserem neuen Studiengang Wirtschaftsrecht vermitteln", sagt die neue Professorin. Um das zu erreichen, müssen die Absolventinnen und Absolventen ein bestimmtes Profil vorweisen. "Wir wollen sie mit der juristischen Denk-, Arbeits- und Argumentationsweise bestens vertraut machen und ihnen vertiefte Kenntnisse im Bereich des Gewerblichen Rechtsschutzes, des Compliance oder Contract Management vermitteln". Wenn sie die Hochschule verlassen, sollen sie über "umfassende Kenntnisse der wirtschaftlich relevanten Rechtsgebiete verfügen und dazu eine solide betriebswirtschaftliche Ausbildung vorweisen".

Susanne Engelsing ist sich bewusst, dass rechts- und wirtschaftswissenschaftliche Kenntnisse allein für eine erfolgreiche Karriere in der globalisierten Welt unserer Tage nicht mehr ausreichen. Deshalb sollen die Studierenden auch "mit der ethischen Dimension des Wirtschaftens vertraut gemacht werden".

Das Studium strebt eine Doppelqualifikation an: Wirtschaftsjuristen sollen sich sowohl mit "reinen" Juristen als auch mit "reinen" Ökonomen schnell verständigen. Sie sollen die jeweils spezifischen Problemfelder unmittelbar nachvollziehen. "Das macht gerade den Reiz des neuen Studiengangs aus.", sagt Susanne Engelsing. Deshalb freut sie sich "persönlich sehr, meine Berufserfahrung aus der wirtschaftsrechtlichen Praxis in den neuen Studiengang einbringen zu dürfen. Dabei bin ich sicher, dass dieser Studiengang sowohl bei künftigen Studierenden als auch in der Wirtschaft große Akzeptanz finden wird".

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