Was halten die Nutzer von der elektronischen Gesundheitskarte?

(PresseBox) (Heilbronn, ) Die Hochschule Heilbronn evaluierte in den Jahren 2007 und 2008 im Auftrag des Ministeriums für Arbeit und Soziales Baden-Württemberg die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) in der Testregion Heilbronn.

Die elektronische Gesundheitskarte enthält Versichertenangaben und alle Daten, die zur Ausgabe eines elektronischen Rezepts erforderlich sind. Die Hochschule Heilbronn ermittelte im Auftrag des Ministeriums für Arbeit und Soziales Baden-Württemberg die Akzeptanz der eGK bei den Nutzern. Der Forschungsauftrag ist unter den sieben bundesweit am Test teilnehmenden Regionen einzigartig. Und anders als bei bisherigen Untersuchungen zur Akzeptanz der elektronischen Gesundheitskarte konnten Patienten, Ärzte und Apotheker befragt werden, die tatsächlich die Karte im Einsatz hatten. Durch Befragung und die Analyse von technischen Abläufen ermittelten die Wissenschaftler der Hochschule Heilbronn unter der Leitung von Professor Dr. Nicola Marsden und Professor Dr. Oliver Kalthoff zahlreiche Daten. Ein wesentliches Untersuchungsergebnis war die Erkenntnis, dass den Versicherten ihre künftige Rolle als Patientin oder Patient mit Möglichkeiten zur eigenen Gestaltung noch wenig bewusst ist. Die Chancen der eGK liegen in einer aktiven Mitarbeit an der eigenen Gesundheit im Sinne einer deutlich verbesserten Information, die Aufnahme selbst dokumentierter Krankheitsverläufe und die Entscheidungshoheit darüber, wer auf die medizinischen Daten zugreifen darf. Die Gesundheitskarte stärkt die Patientensouveränität, fordert aber auch mehr Eigeninitiative.

Bezogen auf die Ärzte- und Apothekerschaft hat sich die in der öffentlichen Diskussion eher negative Haltung zur eGK in der Mehrheit bestätigt. Im Mittelpunkt steht dabei die Erfahrung aus den Testmaßnahmen, dass die Arbeitsabläufe länger dauern als mit der bisherigen Krankenversicherungskarte und zumeist als langsam und schwierig, mit mehr Arbeitsschritten, ohne zusätzliche Informationen und ohne höhere Qualität wahrgenommen wurden.

Die Wissenschaftler der HHN lieferten praktische Ansatzpunkte, wie die Akzeptanz bei den Nutzern erhöht werden kann. Die umfangreichen Untersuchungsergebnisse werden bei der gematik und beim Bundesministerium für Gesundheit bei den weiteren Planungen berücksichtigt.

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