Telepflege-Netzwerk "TECLA" geht in die zweite Runde

Hochschule Harz forscht an innovativen Lösungen für den demografischen Wandel

(PresseBox) (Wernigerode, ) Das 2010 an der Hochschule Harz ins Leben gerufene Telepflege-Netzwerk "TECLA" (Technikunterstützte Pflege-Assistenzsysteme) wird für weitere zwei Jahre vom Bund gefördert. Zehn Unternehmen und Einrichtungen aus den Bereichen Medizintechnik, Sanitätsfachhandel, Wohnungswirtschaft, Pflege und Informationstechnik haben sich in dem Verbund zusammengeschlossen und erarbeiten unter der Leitung von Prof. Dr. Ulrich Fischer-Hirchert vom Fachbereich Automatisierung und Informatik neue Konzepte im Umgang mit dem demografischen Wandel in der Harzregion.

Dass insbesondere der Harzkreis diesbezüglich zu einem "Brennpunkt" werden dürfte, steht für Fachleute außer Frage. Bis 2015 erwartet das statistische Landesamt hier einen Rückgang um etwa 22.000 Einwohner, bis 2025 um mehr als 50.000 Einwohner - über 15% der aktuellen Bevölkerung - während zugleich mit knapp 10.000 Pflegefällen gerechnet wird. "Dieser herausfordernden Entwicklung muss sich der Harzkreis stellen", so Prof. Dr. Ulrich Fischer-Hirchert. "Ein wichtiges Element jeder Lösungsstrategie sind technische Systeme, die entweder die Pflegekräfte unterstützen oder die es Senioren ermöglichen, länger selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden zu leben. Daher liegt dort unser Arbeitsschwerpunkt", so der Hochschullehrer für Nachrichtentechnik.

Während der ersten TECLA-Netzwerkphase untersuchten die beiden Netzwerkmanager Betriebswirt Uwe Witczak und Wirtschaftsinformatiker Christian Reinboth unter anderem den Markt für technische Wohnunterstützungssysteme und entwickelten ein Konzept für die Verbesserung der digitalen Dokumentation chronischer Wunden. Während der nun folgenden zweiten Phase wird sich das Netzwerk nicht nur mit der Umsetzung der erarbeiteten Konzepte, sondern auch mit Lösungsansätzen für die Überwachung von Atempatienten sowie der sozialpsychologischen Unterstützung der Angehörigen demenzkranker Senioren befassen.

Uwe Witczak freut sich über die erneute Förderzusage: "Damit haben wir nun zwei Jahre Zeit, um die Konzepte gemeinsam mit unseren Partnern in die Realität umzusetzen". Kürzlich wurden die Ergebnisse der ersten Projektphase auch auf dem am 24. und 25. Januar in Berlin ausgerichteten internationalen Kongress für Ambient Assisted Living (AAL) - technikunterstütztes Wohnen und Leben - vorgestellt. Im Februar plant das Team das erste große Netzwerker-Treffen dieses Jahres an der Hochschule Harz.

Das Projekt TECLA wird durch ZIM NEMO (Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand - Netzwerkmanagement Ost) finanziert, dabei handelt es sich um ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie für die marktorientierte Technologieförderung der innovativen mittelständischen Wirtschaft in Deutschland. Die Hochschule Harz ist erst der vierte Projektträger in Sachsen-Anhalt, der daraus Mittel erhält. Als neuer Projektpartner stößt während der zweiten Phase die kürzlich in Halberstadt gegründete Petter.Letter GmbH hinzu.

Weitere Informationen sind stets online unter www.mytecla.de zu finden, Netzwerkmanager Uwe Witczak ist unter Tel.: 03943 659 340 oder per E-Mail: uwitczak@hs-harz.de erreichbar.

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