"GuT" ist gut für Lehrer - und Schüler

(PresseBox) (Esslingen am Neckar, ) Die Hochschule Esslingen startet eine Weiterbildung für Lehrer des neuen Schulfachs "Naturwissenschaft und Technik". Unter dem Begriff "Gymnasium und Technik (GuT)" sind ab August 2009 16 Pädagogen mit dabei.

(Constantin Fetzer) Im neuen Pflichtfach "Naturwissenschaft und Technik" (NwT) an Gymnasien werden Schülerinnen und Schülern unter anderem auch technische Inhalte vermittelt. Künftig können sich Fachlehrer am Standort Göppingen der Hochschule Esslingen in diesem Bereich weiterbilden. 16 Pioniere des Pilotprojekts sind ab August mit dabei. "Wir legen einen Schwerpunkt auf Automatisierungstechnik, haben aber auch viele weitere Elemente wie CAD und Elektronik mit eingebunden", sagt Dr. Gerhard Eisele, Mitarbeiter der Hochschule Esslingen und selbst Fachlehrer an einem Gymnasium. Seine Erfahrungen aus dem praktischen, täglichen Unterricht und das Expertenwissen der Hochschul-Professoren haben die Weiterbildung zu einer Idee auf hohem Niveau reifen lassen. Prof. Dr. Helmut von Eiff feilt bereits seit einigen Jahren an einer solchen Weiterbildung für Lehrerinnen und Lehrer an Gymnasien. "Die Nachfrage ist da - bei den Pädagogen und vor allem auch bei den Schülern", weiß von Eiff aus Erfahrung. Seit Jahren betreut er die Schul-Aktivitäten an der Hochschule Esslingen in Göppingen. Von "Pfiffikus" in der Grundschule bis hin zur "Schüler-Ingenieur-Akademie", bei der Oberstufenschüler während eines Projekts Roboter konstruieren und entwickeln.

Die GuT-Weiterbildung für Lehrer ist wie ein Studium modular aufgebaut und dauert gut zwei Jahre. Neben dem Unterricht investieren die Pädagogen viel Freizeit, um sich an der Hochschule Esslingen auf den neuesten Stand der Technik zu bringen. Dazu stehen nicht nur die Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeiter mit anspruchsvollen Vorlesungen zur Seite - auch die Labore der Hochschule werden aktiv mit eingebunden und können in vorlesungsfreien Zeiten gemeinsam mit Schülern genutzt werden. "Bereits nach kürzester Zeit kann man sein Wissen im Unterricht einsetzen", sagt Gerhard Eisele. Ganz praktisch sei die Weiterbildung angelegt. Inhalte werden erarbeitet, Erfahrungen ausgetauscht. So kann hier der Unterricht gemeinsam vorbereitet, aber dennoch mit einer individuellen Note versehen werden. Ganz nach Bedarf.

Bei der Weiterbildung soll das "T" des Fachs "NwT" in den Vordergrund rücken: Technik. So sollen insbesondere auch Biologie-, Chemie- und Geographie-Lehrer angesprochen werden, die bislang in ihrem Unterricht nur wenig Berührung mit Technik-Themen hatten. "Man braucht keine Vorkenntnisse", sagt Prof. von Eiff. Die einzelnen Module seien so angelegt, dass man bei Null anfängt und sich in das Thema einarbeitet - ganz so wie man es später auch im Unterricht mit seinen Schülern tun wird. Themen wie Projektmanagement und Teampädagogik sind ebenfalls Bestandteil von GuT. "Knifflige Aufgaben sind eine Herausforderung für Schüler, aber der Ehrgeiz ist groß und das Erfolgserlebnis ist da, wenn die kleinen Automaten wie geplant funktionieren", sagt Gerhard Eisele. Es sei schön, dass nun 16 Kollegen bei der Erstauflage der Weiterbildung dabei sind. Bei einem Pilotversuch mit Schülern am Göppinger Freihof-Gymnasium hat Gerhard Eisele innerhalb des NwT-Unterrichts ein Automatisierungsprojekt angeboten. "Die Schüler waren mehr als begeistert", freut sich der Fachlehrer. Die kniffligen Aufgaben, der Lösungsweg und der Ehrgeiz, ein Problem zu bewältigen sei anspruchsvoll gewesen - aber das Erfolgserlebnis umso größer. Bei keinem anderen Modul innerhalb des NwT-Unterrichts seien die Schüler mit so viel Interesse und Engagement mit dabei gewesen. Die Schüler wollen Technik - die Lehrer dazu werden an der Hochschule Esslingen nun weitergebildet.

Unterstützt wird die Weiterbildung vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, Südwestmetall, dem Verband der Metall- und Elektroindustrie und den Unternehmen Festo Didactic und Autodesk.

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